Jugendzentrum jetzt auf Rädern

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Fürs erste die neue Jugend-Heimat: Der JuZ-Bus soll außen und innen von den Jugendlichen gestaltet werden.

Obing - Nachdem alle Bemühungen der Gemeinde Obing gescheitert sind, geeignete Räume für das JuZ zu finden, präsentierten die Verantwortlichen nun eine nicht alltägliche Übergangslösung.

In einem ausrangierten Flughafenbus soll die Jugendbegegnung weitergeführt werden, bis sich neue Lösungen finden.

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Ausschlaggebend für gute Jugendarbeit ist nicht allein das Gebäude, das wird derzeit in Obing deutlich. Nachdem das bisherige JuZ abgerissen wurde und keine Räumlichkeiten gefunden werden konnten, gab es viele Diskussionen, wie es mit der Obinger Jugendbegegnung weitergehen könnte. Kurzzeitig waren die rund 30 Jugendlichen jetzt ohne Jugendtreff, mit dem Ferienprogramm, Sound am See, einem Graffiti-Workshop und weiteren Freiluftprojekten sollte die Situation überbrückt werden.

Mit dem "Juz-Bus" stellt die Gemeinde den Jugendlichen nun einen ausrangierten Flughafenbus zur Verfügung. "Eine Idee ist nur gut, wenn man etwas draus macht", sagt der Leiter des Jugendtreffs Karl Katz. Bei einem Treffen nahm er mit den Jugendlichen das 20 Meter lange und 2,5 Meter breite Gefährt schon mal in Augenschein.

In den kommenden Tagen soll mit den Umbauarbeiten begonnen werden. Fest steht bereits, dass der JuZ-Bus mit einem tollen Graffiti richtig bunt werden soll. Dazu gibt es dann einen Workshop mit einem professionellen Sprayer. "Vorher haben wir aber noch einen Haufen Arbeit", sagt der 20-jährige Patrick. Denn Sitze müssen ausgebaut, Strom, Isolierung und Heizung eingebaut werden. Der 16-jährige Tino hat auch schon eine genaue Vorstellung, wo Couch, Fernseher, Spielkonsole, Dartscheibe und Internet-Café Platz finden sollen. Anfangs sei ihm ein Bus als JuZ nicht in den Sinn gekommen, "aber jetzt find ich es als Übergangslösung ganz gut". Vor allem der Standort auf dem Bahnhof-Gelände sei top, denn hier sei ein optimaler Platz zum Skaten.

Auch Karl Katz würde den Standort dauerhaft bevorzugen, denn mit einer mobilen Bühne und einem Vorzelt könnten hier auch weiterhin Konzerte veranstaltet werden. Der 18-jährige Dominik findet den Bus zwar ein bisschen eng, auf der anderen Seite ist er froh, wieder einen Treffpunkt zu haben.

Skeptisch zeigt sich dagegen der 14-jährige Thomas. Er findet, dass "Bus gegen Gebäude" kein guter Tausch gewesen sei. Er befürchtet, dass in den Bus letzten Endes jeder rein könne und Sachen kaputt gemacht würden. Da lohne es sich gar nicht, was reinzubauen. Helfen will er aber trotzdem. Denn ohne JuZ sei es schon ganz schön langweilig gewesen.

Auch Bürgermeister Thurner ist froh, dass eine Übergangslösung gefunden wurde. Da dürfe man nicht nur in Konventionen denken. Nun sei es an den Jugendlichen, den für 3300 Euro erworbenen Bus mit Kreativität und Spaß herzurichten. Als künftiger Standort sei der Bauhof vorgesehen. In den Augen Thurners wäre das auch hinsichtlich Strom, Wasser, Sanitär und Telefon die praktikabelste Lösung.

Über die Heizung im Winter müsse man sich noch Gedanken machen. Möglich wäre auch ein Standort am Rückhaltebecken, falls die Jugendlichen das wünschten. Nur das ehemalige Bahnhof-Gelände sei derzeit ausgeschlossen, denn hier habe er keine Genehmigung von der Bahn erhalten.

ca/Wasserburger Zeitung

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