Kann sich Obing ein neues Rathaus leisten?

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Neu bauen oder besser doch nicht? Und wenn ja, wie groß? Diese Fragen rund ums Rathaus muss der Obinger Gemeinderat spätestens bei den Haushaltsberatungen beantworten.

Obing - Gewusst hatten es die Obinger Gemeinderäte eigentlich schon, dass der Bau eines neuen Rathauses eine große finanzielle Herausforderung werden würde.

Bei 4,3 Millionen Euro Gesamtkosten schluckten sie dann aber doch.

Architekt Eik Kammerl legte in der jüngsten Ratssitzung eine Gesamtkostenschätzung mit Außenanlagen sowie einem pauschalen Aufschlag für zu erwartende Nebenkosten von brutto 4,2 Millionen Euro vor. Dazu kommen noch ungefähr 100000 Euro für den Abbruch der alten Grundschule. Das sorgte für sehr nachdenkliche Gesichter und intensive Überlegungen, wo Kosten einzusparen seien. Zweiter Bürgermeister Sepp Huber stellte die Frage in den Raum, ob sich die Gemeinde den Rathausneubau überhaupt leisten könne, und sah die Gefahr, dass "wir danach finanziell nicht mehr handlungsfähig sind".

Architekt Kammerl machte klar, dass beim größten Posten, dem Baukörper selbst, mehr als fünf Prozent Einsparung nicht drin seien, da man ja nichts besonders Exklusives geplant habe, außer die Gemeinde mache Abstriche an der Gesamtgröße: "Ein kleines Rathaus kostet weniger Geld - das ist die Zauberformel." Gemeinderätin Fanny Mayer konnte das bestätigen; sie hatte sich bei umliegenden Gemeinden mit neuen Rathäusern erkundigt und die Kosten pro Kubikmeter umbauten Raums seien in allen Fällen ähnlich denen des Kostenvoranschlags für Obing.

Ihrer Schlussfolgerung, das Gebäude müsse in der Planung verändert werden, widersprach Verwaltungschef Ludwig Mörner: "Für eine Verwaltungsgemeinschaft mit drei Gemeinden braucht man mehr Platz als in einem Rathaus für eine Gemeinde. Das ist ja gerade der Sinn eines Neubaus." Für die Ausstattung und Möblierung brauche man dagegen sicher nicht so viel wie angesetzt, da könne man eine Menge aus dem alten Rathaus übernehmen.

Richard Mitterer und Sepp Schausbreitner zogen die Notwendigkeit des breiten Ganges in Zweifel. Korbinian Stettwieser wollte einer Änderung dieses Bereichs nur zustimmen, wenn sich daraus tatsächlich eine große Ersparnis ergebe. Ansonsten sei es ihm schon wichtig, dass ein Rathaus für die nächsten Jahrzehnte auch seine repräsentative Funktion erfülle. Sepp Stettwieser bezweifelte, dass man an den Kosten sehr viel ändern könne und hielt es für wichtiger, einen genauen Plan für die Finanzierung des Vorhabens in den nächsten Jahren zu haben. In eine ähnliche Richtung ging der Vorschlag von Franz Reiter, den Bau des Rathauses wenigstens um ein Jahr zu verschieben, ergänzt von Hans Mayer, der die Erholung der Finanzlage der Gemeinde nach den Anstrengungen der Hauptschulsanierung abwarten wollte.

Abschließend betonte Thomas Breu, es sei wichtig gewesen, dass die Kosten des neuen Rathauses - auf Antrag von Michael Lache und Fanny Mayer - in öffentlicher Sitzung besprochen wurden.

Die weitere Vorgehensweise des Gemeinderates in Sachen Rathaus wird von den Ergebnissen der anstehenden Haushaltsberatungen abhängen, die sich auch auf die Finanzplanung für die nächsten fünf Jahre erstrecken.

Eine wichtige Voraussetzung für den Rathausneubau wurde bereits geschaffen: der Gemeinderat fasste den Satzungsbeschluss für die entsprechende Änderung des Bebauungsplans "Dorfzentrum Obing - Mitte". igr

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