"Tetrafunk aussetzen"

Obing - Die Diskussionen um den Tetrafunk nehmen kein Ende: Jetzt hat sich auch Obing für ein Moratorium ausgesprochen, obwohl in der Gemeinde gar kein Funkmast gebaut werden soll.

Der Gemeinderat sprach sich in seiner letzten Sitzung in Anlehnung an die Forderungen von bisher ungefähr 25 bayerischen Gemeinden für ein Moratorium beim Ausbau der Tetrafunk-Versorgung in der Region aus. Auf Obinger Gemeindegebiet ist zwar kein Tetrafunk-Mast geplant, doch ist der von der Staatsregierung in Seeon als Standort ins Visier genommene Höhenberg dicht an der Gemeindegrenze gelegen.

Die Bürgerinitiative "Tetrafunkfreies Seeon-Pittenhart" hatte daher die Gemeinde Obing gebeten, sich der Forderung nach einem Moratorium anzuschließen. In der ausführlichen Erläuterung des Antrags wurden als Grund die Unausgereiftheit des Projektes und die vielen ungeklärten Fragen hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Technik dieser Variante des Digitalfunks und der gesundheitlichen Auswirkungen genannt.

Besonders wichtig war für die Obinger Gemeinderäte, dass völlig unklar sei, welche Kosten tatsächlich auf die Gemeinden zukämen, vor allem bei Erneuerung oder Erweiterung der Ausrüstung der Rettungsdienste und Feuerwehren, aber auch für Notstromversorgung oder für Repeater für das Innere von Gebäuden.

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Bürgermeister Hans Thurner hatte zwar erhebliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Moratoriumsforderung. Mit 250 bereits funktionsfähigen Masten sei in Bayern das Projekt schon zu weit fortgeschritten. Und Gemeinderat Hans Mayer betonte, der Digitalfunk bedeute eine ungeheure Ausweitung der Möglichkeiten für Polizei, Feuerwehr und die anderen Hilfsdienste. Die Mehrheit der Obinger Gemeinderäte folgte jedoch der Argumentation der Bürgerinitiative, dass für eine nur mittelbar betroffene Gemeinde wie Obing die Forderung nach einem Moratorium eine mögliche Form der Positionierung sei. Gemeinderat Thomas Breu wies darauf hin, Moratorium bedeute Zeit zum "Innehalten", zum Überprüfen, das sei nicht deckungsgleich mit Gegnerschaft.

igr/Wasserburger Zeitung

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