Weiter "nein" zu Windrädern

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Obing - Seine Zustimmung für zwei Windräder am Scheitzenberg zwischen Diepoldsberg und Ilzham verweigerte der Gemeinderat erneut. Die Gründe für das "Nein":

Für die Gemeinderäte waren die Fragen, die Anfang Mai zur vorsorglichen Ablehnung geführt hatten, immer noch als nicht hinreichend geklärt.

Eine Stellungnahme zum gegenwärtigen Zeitpunkt könne auch jetzt nur vorläufig sein, hieß es im Gemeinderat. Es wurde jedoch deutlich, dass die Mehrheit der Gemeinderäte dem Vorhaben an dieser Örtlichkeit eher kritisch gegenübersteht.

Zu dieser kritischen Haltung führten insbesondere Befürchtungen hinsichtlich der Sicherheit der Wasserversorgung der Bevölkerung durch die Harpfinger Gruppe, die am Scheitzenberg einen Hochbehälter unterhält.

Der Wasserzweckverband fordert einen Abstand in der Größe der Höhe der gesamten Windkraftanlage, um auszuschließen, dass ein Windkraftrad auf das Wasserreservoir fallen kann. Zumindest bei Verwirklichung der beantragten Maximalhöhe am beantragten genauen Standort kann dieser nicht eingehalten werden. Was die Einhaltung der gesetzlichen Abstandsflächen betrifft - zum Beispiel auch zu den Gemeindestraßen - gibt es allerdings Gerichtsurteile, die bei Windkraftanlagen eine Reduktion der Abstandsflächen zulassen; der Gemeinderat möchte vor einer abschließenden Beurteilung seinerseits erst einmal eine Aussage des Landratsamtes, ob Abweichungen von den normalen Bestimmungen für möglich gehalten werden.

Fragwürdig erschien den Gemeinderäten auch die straßenmäßige Erschließung zur Aufstellung und möglichen Reparatur der Windräder. Zur Beurteilung, ob die Erschließung als gesichert angesehen werden kann, benötige die Gemeinde entsprechende Pläne mit den notwendigen Schleppkurven und einer Liste der Grundstückseigentümer, die von der Maßnahme betroffen wären, hieß es. Außerdem müssten zumindest Zusagen für die Eintragung entsprechender Dienstbarkeiten vorliegen. Die Problematik liegt allerdings darin, dass aus Sicht des künftigen Betreibers der Windkraftanlagen am Scheitzenberg für die Erstellung der Pläne die Genehmigung des Vorbescheids und die endgültige Festlegung des genauen Standorts Voraussetzung ist.

Wichtige Einwände waren von der Unteren Denkmalschutzbehörde und der Kreisbaumeisterin gekommen und wurden von einer Reihe von Gemeinderäten aufgenommen. Die Filialkirchen Diepoldsberg und Albertaich gehörten zu jenen die Kulturlandschaft prägenden Denkmälern, deren Bezugsraum von Windkrafträdern freigehalten werden sollte, damit die Prägung der Landschaft durch die Kirchtürme und die landschaftstypische Bauweise nicht durch die weithin sichtbare Dominanz hoher Windkraftanlagen verloren geht, hieß es.

Bezüglich der Ergebnisse der Prüfungen der zuständigen Behörden im Landratsamt über mögliche schädliche Umwelteinwirkungen und Gesundheitsgefährdungen zum Beispiel durch Lärm sahen die Gemeinderäte ebenfalls noch Klärungsbedarf. Vor allem das Problem Eiswurf sahen sie noch nicht als gelöst an.

igr/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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