So schmeckt in Schnaitsee s' Lebn

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Leicht skurril, streng heimatverbunden: Mary mit dem "Ratschkarrei" für die mobile Seelenpflege unterwegs in Schniaz.

Schnaitsee - "Es schmeckt nach Leb'n" - Dieser Film, produziert von 51 Schnaitseern, einem Städter und einem "Berater" vom Samerberg, feiert nun Premiere.

"Es schmeckt nach Leb'n" - nach jungem Leben auf dem Land. Ein wenig skurril geht es im gleichnamigen Film zu, aber auch die bekannten Probleme kommen vor. Umgesetzt haben alles 51 Schnaitseer, ein Städter und ein "Berater" vom Samerberg.

Leni ist Anfang 20. Die Krankenschwester bewirtschaftet neben ihrer Arbeit noch einen Bauernhof zusammen mit ihrer Mutter. Eigentlich hat sie sich ja ein anderes Leben vorgestellt - aber der Ausbruch aus ihrer Rolle fällt ihr schwer. Diesen Absprung hat ihre Schwester Emma schon geschafft. Aber auch die Emma plagen Sorgen. Ihr Freund Xaver ist der "Vereinsmeier" schlechthin. Er hat nur wenig Zeit für sie.

Und der Theologiestudent Ludwig befindet sich in einer "Studierkrise". Er kommt zur Sommerfrische auf den Einödhof. Er weiß nicht, ob ihm die Zukunft als Priester zusagt und hofft, auf dem Land neue Perspektiven zu finden. Über all diesen Misslichkeiten im Dorf steht die bekannte Mary. Sie nimmt sich mit ihrem "Ratschkarrei", einer Art mobilem Beichtstuhl, der Anliegen mit offenen Herzen an - und ist auch zur Stelle, als es für das ganze Dorf um den Abstiegskampf des SV Schniazer geht...

So in etwa lässt sich die Geschichte des Heimatfilms "Es schmeckt nach Leb'n" erzählen. "Der Inhalt hat sich im Laufe der vier Jahre von der ersten Idee bis zum Abschluss der Dreharbeiten immer weiterentwickelt", erzählt Regisseurin Monika Kinzner, die zusammen mit ihrer Schwester Maria die Dreharbeiten leitete.

Die Idee kam bei einer Bergtour. Die Monika erzählte Markus Inselsperger, dass sie mit ihrer Gitarre ein neues Lied gemacht habe, aber dass kein Text passt. "Das wäre wohl eher eine Filmmusik." Lapidar stellte Inselsperger fest: "Dann machen wir eben einen Film. Die Musik haben wir ja schon." Das war allerdings leichter gesagt als getan. Außer der Idee war nichts vorhanden. Aber die Idee ließ die beiden nicht los. Sie wurde weitergesponnen, und dann packten sie einfach an. "Es sollte eine Geschichte von uns sein. Wo stehen wir? Wo wollen wir selber in unserem Leben hin? Wo ist unser Platz?" Die beiden erzählen, dass es ihnen wichtig war, eine eigene Geschichte zu machen, bei der alles aus dem eigenen Dorf kommt. So kommen auch alle Schauspieler aus Schnaitsee, nur der Sommerfrischler, der kommt wie im Film aus der Stadt.

Warum machen die Monika, die Maria und der Markus so was? "Wir betrachten den Film als Plattform, um kreativ zu sein. Hier fließen alle Talente, ob nun die Musik, das Theater oder das Geschichtenerzählen ein. Hier konnten wir alles kombinieren. Und auch die Technik hat uns als blutige Laien fasziniert. Der Film wurde zu unserer eigenen Spielwiese." Sie freuen sich aber auch, dass schnell viele begeistert waren und mitgeholfen haben. "Einige haben gar ihren ganzen Urlaub in den Film gesteckt."

Eine Besonderheit ist das "Ratschkarrei": "Alles gibt es - Essen auf Rädern oder mobile Krankenpflege, aber wo bleibt da die Seele? Im Film ist das Ratschkarrei die Anlaufstelle für bedürftige Seelen."

Alles am 90-minütigen Film ist gemeinschaftliche Handarbeit. Sogar das Filmplakat ist von der Steffi Weizenbeck handgemalt. Das Ratschkarrei hat Erich Inselsperger aufwendig gebaut. Die Technik bei Kamera und Schnitt hat Markus Inselsperger in seinen VF-Studios eingebracht. "Eine auswärtige Hilfe haben wir in Anspruch genommen: Korbinian Dufter aus Siegsdorf studiert Filmregie und stand uns mit seinem Rat zur Seite."

Insgesamt sind 52 heimische Darsteller am Film beteiligt. Die Hauptrollen spielen Wolfgang und Resi Kinzner, Luise Lackmaier, Matthias Fölsl, Johannes Berlinger, Elisabeth Lamprecht, Robert Huber und die beiden Regisseurinnen Monika und Maria Kinzner. Die Drehorte sind alle in der Gemeinde Schnaitsee. "So haben wir am Kirchstätter Kircherl, am Fernsehturm, am Hof der Familie Lackmaier in Zipfleck, am Weitsee, im Schnaitseer Dorf und in Waldhausen gedreht. Mehrere attraktive Heimataufnahmen stammen aus der Gegend um Fernbromberg. Heitere und etwas ernstere Filmsequenzen wurden mit schönen Schnaitseer Landschaftsaufnahmen bereichert. Wir hoffen damit, dass wir den Zuschauern eineinhalb unterhaltsame Stunden bereiten können."

Die Premiere am 16. Mai um 19.30 Uhr beim "Schnaitseer Wirth" ist bereits komplett ausgebucht. Eine Filmmatinee findet am 27. Mai um 10.30 Uhr im Trostberger Stadtkino statt. Hierzu sind Karten unter 0 86 21/ 5 08 46 32 zu bestellen. Der offizielle Kinostart dort ist am 31. Mai um 18.15 und 20.15 Uhr.

Wasserburger Zeitung

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