Schnaitseer Rat lehnt Anfrage mit 9:6 Stimmen ab

Keine weitere Windanlage

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Schnaitsee - Nordöstlich von Kaltbrunn sollte eine weitere Windkraftanlage entstehen. Ein Brief mit vielen Unterschriften gegen eine solche Anlage beeinflusste dabei die Entscheidung:

Dem Schnaitseer Gemeinderat lag eine Anfrage zur Errichtung einer Windkraftanlage nordöstlich von Kaltbrunn vor. Der potenzielle Betreiber sollte Jürgen Oberhauser sein, der schon die bestehenden Anlagen in der Gemeinde errichtet hat. Für den Gemeinderat ging es bei der Beratung darum, ob man grundsätzlich für die Errichtung einer solchen Windkraftanlage ist.

In einem Vorgespräch mit einem Baujuristen war festgestellt worden, dass der Standort als solcher geeignet ist, da das Anwesen Kaltbrunn nicht als Immissionsort zu werten sei. Bürgermeister Pichler nannte das Vorhaben daher auch einen Beitrag zur notwendigen Energiewende: "Wenn die Atomkraftwerke wegfallen, brauchen wir Ersatz dafür. Und da ist es völlig falsch, zu argumentieren, dass in Schnaitsee sowieso schon so viel für regenerative Energien gemacht wird. Wir sind in einer exponierten Lage und können zur Energiewende beitragen."

Bei der ausgedehnten Diskussion wogte das Für und Wider hin und her. Thomas Irl, Richard Bals und Dr. Theo Danzl votierten klar gegen eine Errichtung und begründeten das mit der in Frage gestellten Effizienz. Aber auch die Verunstaltung der Landschaft mit einem 200 Meter hohem "Ungetüm" gefiel vielen nicht.

Anton Lamprecht als unmittelbarer Anlieger, Thomas Schmidinger und Georg Reiter waren dagegen eindeutig für die Errichtung der Anlage. Dabei kritisierte Lamprecht die angebliche "vorbehaltlose Unterstützung der Energiewende", die in einem von vielen Familien unterzeichneten Brief gegen die Anlage an die Gemeinderatsmitglieder genannt wurde. "Wo ist da die vorbehaltlose Unterstützung. Das geht wohl nach dem 'Sankt-Florians-Prinzip': Energiewende gut, aber nicht bei uns."

Auch Günter Edlmann sprach sich für die Anlage aus. Ihm machten allerdings, so wie mehreren Ratsmitgliedern, die vielen Unterschriften, ein ungutes Gefühl. "Aber wenn wir die vielen Biogasanlagen sehen, die wirklich unser Landschaftsbild verschandeln, kann ich nichts gegen ein Windrad finden."

Am Ende war die Abstimmung offensichtlich von diesem Brief mit den zahlreichen Unterschriften entscheidend beeinflusst. Neun Gemeinderäte waren dagegen und nur sechs stimmten für die Anlage.

ju/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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