58-Jähriger hat Blutkrebs: „Bisher lief alles positiv“

Spender gefunden – so geht es dem Leukämie-Patienten aus Schnaitsee

Matthias Dörringer aus Schnaitsee hat Leukämie. Zum Glück hat er passenden Spender gefunden und befindet sich derzeit auf dem Weg der Besserung.
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Matthias Dörringer aus Schnaitsee hat Leukämie. Zum Glück hat er einen passenden Spender gefunden und befindet sich derzeit auf dem Weg der Besserung.

Schnaitsee – Matthias Dörringer (58) aus Schnaitsee ist an Blutkrebs erkrankt. Zum Glück hat sich ein passender Spender gefunden. Wir haben mit ihm über seinen Gesundheitsstatus gesprochen. 

An das Gefühl bei der Diagnose Blutkrebs kann sich Matthias Dörringer noch gut erinnern: „Das war als ob mir jemand mit einem Brett einen Schlag auf den Kopf verpasst hätte. Ich wusste gar nicht, was ich darüber denken soll. Man steht einfach nur da und das Leben wird völlig umgekrempelt“, so der 58-Jährige gegenüber chiemgau24.de


Spender für Leukämie-Patient aus Schnaitsee gefunden - bisher positiver Krankheitsverlauf


Am 4. Juni begann seine stationäre Behandlung am Klinikum rechts der Isar, am 12. Juni erfolgte dann die Stammzellentransplantation. „Bisher lief alles positiv und ich hoffe es bleibt auch so“, berichtet Dörringer. Eigentlich wäre dessen Bruder als Spender vorgesehen. Dieser war damals im Urlaub in Thailand. Trotz Corona hat er es nach Hause geschafft. „Es stellte sich jedoch heraus, dass mein Bruder nicht als Spender in Frage kommt. Erst dann wurde intensiv nach einem passenden Spender gesucht“, berichtet der Bankangestellte.


Zum Glück konnte jemand aus Deutschland gefunden werden. Denn Corona erschwerte die ganze Situation – so standen Spender aus manchen Ländern nicht mehr zur Verfügung. Normalerweise wird das Spenderblut relativ zeitnah verabreicht. Das Blut musste jedoch eingefroren werden. Das zusätzliche Mittel, das hierfür benötigt wird, verursacht Nebenwirkungen. „Das Blut wurde sehr schnell verabreicht. In großen Mengen wurde mir das gespritzt. Bei mir hat es sich in Übelkeit ausgewirkt und körperlich ist das schon belastend. Das war nicht lustig“, schildert der 58-Jährige.

Dörringer: „Arbeit der DKMS rettet Leben“

Den Spender kennt er nicht. Erst nach zwei Jahren kann er Kontakt aufnehmen, sofern es der Spender will. „Das will ich unbedingt machen. Ich bin ihm auf jeden Fall sehr dankbar“, so Dörringer. In diesem Zusammenhang betont er nochmal die Wichtigkeit einer Typisierung. Ein Aktionstag für ihn, um einen geeigneten Spender zu finden, fiel leider aufgrund der Corona-Pandemie aus.

Doch die Menschen aus der Region hat das nicht davon abgehalten, zu unterstützen. Über 10.000 Euro sind auf dem Spendenkonto der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) eingegangen. Dadurch konnten fast 300 Registrierungen von neuen potenziellen Stammzellspendern finanziert werden. Sein Dank gilt der Arbeit der DKMS, durch deren Typisierungsaktionen er erst einen Fremdspender gefunden hat. „Durch die Typisierung und/oder einer Spende wird nicht nur die Arbeit der DKMS unterstützt, sondern es kann auch wie in meinem Fall ein Leben geretttet werden“, betont Dörringer die Wichtigkeit.

Schwaches Immunsystem - „Voll gepumpt mit Medikamenten“

Sein Immunsystem ist derzeit noch geschwächt. Laut Aussagen der Ärzte könne es bis zu ein Jahr dauern bis es wieder voll arbeitet. „Die ersten 100 Tage sind die kritischsten. Daher werde ich auch regelmäßig ein Mal die Woche untersucht“, erklärt der Leukämie-Patient. Das Risiko, dass die neuen Stammzellen gegen seinen eigenen Körper arbeiten, besteht momentan immer noch.

Aus diesem Grund gehört Dörringer aktuell auch noch zur Risikogruppe. Eine Grippe oder eine Corona-Infektion könnte für das geschwächte Abwehrsystem fatale Folgen haben. Deshalb muss er auch einige Medikamente einnehmen. „Zig Antiobiotika, Anti-Pilz-, oder Anti-Viren-Mittel – ich bin quasi voll gepumpt mit Medikamenten“, schildert der 58-Jährige. Auch auf seine Ernährung muss der 58-Jährige derzeit achten. Diese soll keimarm sein. „Frische Sachen wie Obst, Gewürze oder Salate soll ich meiden. Auch rohe Nahrung wie beispielsweise Salami darf ich nur erhitzt auf einer Pizza zu mir nehmen“, erklärt Dörringer.

Corona-Pandemie bietet auch Vorteile

Durch die aktuellen Bestimmungen der Corona-Pandemie fällt er selbst zumindest nicht auf. Denn Handhygiene, vermeiden von Händeschütteln, Tragen einer FFP3-Maske außer Haus - vor allem bei Arztbesuchen - und das Meiden größerer Menschenansammlungen gehören bei ihm derzeit zum Alltag wie bei vielen anderen auch. „Das ist sicher ein Vorteil, dass durch Corona eine andere Situation vorherrscht“, so der Bankangestellte aus Schnaitsee.

Beim Aufruf zur Typisierung äußerte Dörringer den Wunsch, dass er gerne bei der Eröffnung des Sportheims, die bald stattfinden wird, dabei sein will. Auch weil seine Kinder im Sportverein sehr aktiv sind. Den aktuellen Baufortschritt begutachtet Dörringer bei seinen Fahrten zum Arzt. „Ich soll zwar große Menschenansammlungen meiden, doch aufgrund von Corona wird es dabei sowieso ein Hygienekonzept geben und so könnte es für mich vielleicht auch kein Problem sein, dort hinzugehen“, so der 58-Jährige.

Derzeit ist er noch krank geschrieben bis das Immunsystem wieder voll funktionsfähig ist. Ende September geht es für ihn auf eine dreiwöchige Reha. Auch der ganze Impfkatalog muss aufgefrischt werden. Seine Hoffnung ist derzeit, dass er im ersten Quartal des kommenden Jahres wieder fit ist und sich bis dahin auch die Corona-Sitaution entschärft hat. „Ich kann momentan nicht klagen. Die Versorgung ist super, die Ärzte sind wirklich spitze. Ich bin in guten Händen“, so Dörringer abschließend.

jz

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