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ovb24.de stellt die Brauereien in der Region vor

Baderbräu Schnaitsee: Warum das Reinheitsgebot heutzutage „überflüssig“ ist

Baderbräu Schnaitsee
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Das Foto stammt aus der Zeit der Brauereigründung im Jahr 2005 und zeigt den allerersten Versuch Bier zu brauen.
  • Marina Birkhof
    VonMarina Birkhof
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Schnaitsee - Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s - diesen Spruch kennt jeder. Ebenso wie das Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516, ein Garant für süffiges und gutes Bier. Bayern und das bayerische Bier - eine Liebesgeschichte, die seit Jahrhunderten besteht. ovb24.de nimmt die Brauereien in der Region ein bisserl genauer unter die Lupe. Edmund Ernst vom Baderbräu in Schnaitsee steht uns Rede und Antwort:

+++ Hier finden Sie einen Überblick über alle Brauereien der ovb24-PAY-Serie+++

Seit wann gibt es Ihre Brauerei?

Die Baderbräu GmbH & Co. KG wurde 2005 gegrüdet und besteht immer noch aus sechs Freunden, einer davon ist der geschäftsführende Gesellschafter.

Wie sieht die Gründungsgeschichte aus?

Bei der Ideensammlung für die Nutzung eines leer stehenden Gebäudeteils fiel die Entscheidung auf eine Brauerei. Das war dem Eigentümer und heutigen Geschäftsführer lieber als eine Sauna - denn er hatte seine Jugend in einer Brauerei verbracht und war des Bierbrauens mächtig. Sechs Freunde gründeten daraufhin die Baderbräu GbR. Zunächst wurde nur für den Eigenbedarf gebraut, doch das Bier erfreute sich bald großer Beliebtheit, sodass 2007 bereits ein größeres Sudwerk angeschafft wurde, das inzwischen an seine Grenzen angelangt ist, sodass in den kommenden Jahren eine komplett neue Brauerei errichtet wird.

Wie erklärt sich Ihr Brauerei-Logo und das Etikett?

Das Logo zeigt das Brauerzeichen (Maischepfanne mit Gerstenähren und den Brauwerkzeugen), eingerahmt von einem stilisierten steinernen Torbogen. Dieser klassizistische Torbogen aus Sandstein, der ebenfalls das Brauerzeichen im Kapitell trägt und aus einer Wasserburger Brauerei stammt, wurde in den 1980er Jahren aus dem Bauschutt gerettet, eingelagert und in den 1990er Jahren in das Haus am Baderweg 4 in Schnaitsee eingebaut. Vielleicht hat dieser Torbogen auch den Geist des Bierbrauens mit ins Haus gebracht.

Haben Sie einen Werbeslogan?

„Höchster Genuss im Voralpenland“ - denn Schnaitsee ist mit 653 Metern über dem Meeresspiegel der höchst gelegene Ort im Voralpenland.

Gibt es Vereine, Mannschaften, etc., die von Ihnen gesponsert werden?

Dafür sind wir derzeit noch zu klein und die Konkurrenz ist fest im Sattel - aber wir sind offen für Sponsoring.

Wie viele Angestellte gibt es bei Ihnen? Bilden Sie aus - wenn ja, in welchen Bereichen?

Wir haben zwei Angestellte und jede Menge freiwillige Helfer, vor allem unsere Gesellschafter. Wir haben bereits einen Lehrling zum „Brauer und Mälzer“ ausgebildet.

Welche Biere stellen Sie her? 

Der Klassiker, mit dem wir angefangen haben, ist unser Weißbier. Unser Export Hell erfreut sich immer größerer Beliebtheit und hat inzwischen das Weißbier überholt. Saisonal brauen wir ein Märzen und Dunkles, das wir leider aus Kapazitätsgründen nicht ganzjährig brauen können. Einmal im Jahr gibt‘s dann unseren dunklen Doppelbock.

Wie stehen Sie zur Craft-Beer-Bewegung?

Wenn man Craft-Beer als handwerklich gebrautes Bier definiert, dann sind die meisten Brauereien in Bayern seit Jahrhunderten Craft-Beer-Brauereien. Wenn man Craft-Beer als innovatives, kreatives Brauen mit immer neuen Zutaten und Verfahren definiert, dann sind wir das nicht. Wir wollen traditionelle Biere auf hohem Niveau herstellen. Für uns gibt‘s nichts Besseres als unsere bayrischen Biersorten. Trotzdem hat die Craft-Beer-Bewegung auch in Bayern sehr viel bewegt. Sie hat beim Konsumenten das Bewusstsein für die Wertigkeit des Bieres geschaffen und gestärkt: Weg vom Konzernbier, hin zum handwerklichen und regional gebrauten Bier. Das war ein großer Verdienst!

Ist das Reinheitsgebot noch zeitgemäß?

Obwohl wir unsere Biere ausschließlich mit den drei Zutaten nach dem Reinheitsgebot brauen ist das Reinheitsgebot, welches eigentlich „vorläufiges Biersteuergesetz von 1993“ heißt, in unseren Augen überflüssig und sollte besser heute als morgen den Gesetzescharakter verlieren. Die Begründung dafür ist so umfangreich, dass sie den Rahmen hier sprengt.

Woher beziehen Sie Ihre Rohstoffe für die Herstellung Ihrer Biere?

Die Hauptmalzsorten stammen aus der Mälzerei Schweiger in Markt Schwaben, die ihre Gerste und Weizen von Landwirten aus dem Landkreis Ebersberg und Erding bezieht. Spezielle Malze kommen aus dem Fränkischen. Der Hauptteil des Hopfens kommt aus der Hallertau, eine Sorte kommt vom Hopfenbauern Bentele aus Tettnang am Bodensee.

Stichwort Einzugsgebiet: Wo kann Ihr Bier überall erworben werden?

Wir beliefern circa 30 Getränkemärkte, alle im Umkreis von rund 50 Kilometern. Die weit entferntesten sind in München, Bad Feilnbach, Laufen und Kaufbeuren.

Auf welchen Festen sind Sie vertreten und welche Wirtschaften werden beliefert/stehen bei Ihnen unter Vertrag?

Eigene Veranstaltungen sind das jährliche Brauereifest, Herbstfest, Silvesterfest, Faschingsparty und Starkbierfest. Vertreten sind wir auf der Sonnwendfeier und Burschenfest, Veranstaltungen des Theater- und Musikvereins Schnaitsee, Inndammfest Wasserburg, Wasserburg leuchtet, Christkindlmarkt Wasserburg, Märkte in Obing, Prien, Trostberg, Seeon und bei den Genusstagen im Bauernhausmuseum in Amerang. Unser Bier gibt es in zwölf Gaststätten.

Wie viel Liter Bier werden pro Jahr bei Ihnen abgefüllt?

Circa 1000 Hektoliter.

Wie geht es Ihnen in der Corona-Pandemie aktuell und wie blicken Sie in die Zukunft?

Ein Jahr nur mit Flaschenbierverkauf zu überstehen war eine gewisse Herausforderung. Aber die haben wir auch dank der staatlichen Hilfen mit einem „blauen Auge“ überstanden. Voll Optimismus sehen wir in die Zukunft!

Rückblick auf die letzten 10 Jahre: Was ist da besonderes passiert? Gab es ein besonderes Jubiläum?

2013 war unser erstes großes Brauereifest. 2014 war die Einführung der Biersorten Export Hell, Dunkel und Märzen. Im Jahr 2015 feierten wir unseren zehnten Geburtstag und erweiterten unseren Gärkeller. 2016 stellten wir einen Braumeister und einen Lehrling an und kauften den Pschorrhof in Schnaitsee zur Erweiterung der Brauerei und der Gastronomie an. 2021 steht der Start der Machbarkeitsstudie zum Ausbau des Pschorrhofs an.

Ausblick: Stellen Sie in Zukunft besondere Aktionen in Aussicht?

Bei konstanter Inzidenz gibt‘s im Sommer 2021 Veranstaltungen im Pschorrhof unter dem Motto „Baderbräu‘s Kulturbiergarten“-.

Abschließend ein Satz über Sie: Was zeichnet Ihre Brauerei aus?

Besonders macht unsere Brauerei, dass wir so klein sind, einfach tolle Biere herstellen, ein wunderschönes kleines Bräustüberl mit Biergarten haben und tolle Feste veranstalten können. Den Geschäftsführer zeichnet Humor, Gelassenheit, Hartnäckigkeit und das Hinterfragen auch von selbstverständlichen Dingen aus. Von hohem Wiedererkennungswert war die Ein-Liter-Bierflasche mit Bügelverschluss, aber die gibt es leider nicht mehr. Dafür ist unser Logo einfach und klar und hebt sich von anderen Brauereien ab.

mb

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