Er galt als gut integriert

"Taliban von Schnaitsee" (21) muss für Jahre ins Gefängnis

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Schnaitsee/München - In seiner Schnaitseer Asylbewerberunterkunft wurde er im Februar 2017 festgenommen - jetzt fiel das Urteil gegen einen Ex-Taliban.

Für vier Jahre und zehn Monate muss Abdol S. wegen versuchten Mordes ins Gefängnis, berichtet heimatzeitung.de. Das Urteil fiel am Oberlandesgericht in München, seit Januar wurde verhandelt. Das Gericht sah es laut heimatzeitung.de als erwiesen an, dass sich der junge Afghane 2013 in einer terroristischen Vereinigung betätigt und an Angriffen gegen afghanische Regierungstruppen und US-amerikanische Soldaten teilgenommen hat.

Fallengelassen wurde dagegen der Mordvorwurf an einem US-Soldaten. Das Verfahren fand unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil Abdol S. zu den Tatzeiten teilweise noch minderjährig war. Heute ist er 21 Jahre alt. Verteidiger Marc Jüdt hält das Urteil für falsch: Das Gericht hätte für die angeblichen versuchten Morde "nicht ansatzweise eine Zeit oder einen Ort" feststellen können, so der Anwalt gegenüber heimatzeitung.de. 

Grundlage für die Anklage waren Abdols eigene Angaben im Asylverfahren. Bei einer Befragung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Deggendorf belastete er sich selbst. In Schnaitsee galt der junge Afghane als gut integriert, war außerdem in mehreren Sportvereinen aktives Mitglied. Auch einen Arbeitsplatz hätte er in Aussicht gehabt, berichtete der Schnaitseer Helferkreis kurz nach der Festnahme von Abdol S. im Februar 2017

xe

Rubriklistenbild: © Fotomontage dpa/Ghulamullah Habibi

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