Sohn gestand Tötung von seit September vermisster Altenmarkterin

Leichenfund bei Schnaitsee: Verhaftung mit großem Polizeiaufgebot in Altenmarkt

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Schnaitsee - Am Mittwochnachmittag wurde in einem Waldstück bei Schnaitsee eine Frauenleiche gefunden. Die Polizei nahm noch in der Nacht die Ermittlungen auf, die zur Festnahme eines 20-Jährigen führten. Bei der Toten handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine 53-Jährige, die seit September vermisst wurde.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Spielende Kinder fanden am Mittwochnachmittag eine Leiche in einem Waldstück zwischen Kienberg und Harpfing.
  • Der Leichnam soll halb vergraben gewesen sein.
  • Die Polizei fand rasch Indizien, die auf ein Gewaltverbrechen hindeuteten.
  • Es deutet alles darauf hin, dass es sich bei der Leiche um eine seit September vermisste 53-Jährige aus Altenmarkt handelt.
  • Eine gerichtsmedizinische Untersuchung soll die Identität noch eindeutig klären.
  • Die Polizei hat in Altenmarkt einen jungen Mann festgenommen, der bereits gestanden hat, seine Mutter getötet zu haben.
  • Weder das Motiv für die Tat, noch wie die Frau zu Tode kam, ist bisher bekannt.
  • Ebenso ist noch unbekannt, wie die Ermittler dem mutmaßlichen Täter auf die Spur kamen.
  • Die Polizei will, um kein Täterwissen bekannt zu machen, vorerst keine weiteren Details mitteilen.
  • Am Freitag will die Polizei den Stand der Ermittlungen mitteilen.
  • Ein Bekannter beschreibt den mutmaßlichen Täter als "zurückhaltend" und "wahnsinning schlau".

Update, 7.20 Uhr: Verhaftung "mit großem Aufwand"

Um kein Täterwissen bekannt zu geben, hält sich die Polizei weiterhin zu Details des Falls bedeckt, wie Andreas Guske, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf Nachfrage von chiemgau24.de mitteilte. "Das Motiv des mutmaßlichen Täters und wie die Frau zu Tode kam, ist derzeit noch Gegenstand laufender Ermittlungen", so Guske.

Wie er weiter erklärte, sei die Verhaftung des Verdächtigen in Altenmarkt am Donnerstag mit einem großem Aufgebot geschehen. Auch dazu, wie die Ermittler ihm so rasch auf die Spur kamen, könne noch nichts mitgeteilt werden.

Es sei unterdessen noch nicht absehbar, wie lange die eindeutige Identifizierung des Leichnams dauern wird. Dies könne, falls es nur durch einen DNA-Abgleich möglich sein sollte, sehr zeitaufwändig sein.

Voraussichlich am späten Freitagvormittag will die Polizei die Öffentlichkeit über den Stand der Ermittlungen informieren.

Update, 6.50 Uhr: Landwirt sah Hand aus dem Boden ragen

"Ich hab das den Kindern erst gar nicht geglaubt", schilderte der Vater der Kinder, die den Leichnam am Mittwoch entdeckten, gegenüber der Passauer Neuen Presse (PNP). Wenig später habe er eine aus dem Waldboden herausragende Hand gesehen. Wie er der PNP schilderte, sei die Hand relativ sauber gewesen, habe aber rötlich-orange Verfärbungen gehabt. Außerdem sei zumindest ein Nagel der nach innen gekrümmten Finger mit einem weißen Lack überzogen gewesen.

Update, Freitag 5.15 Uhr: Monatelange Suche

Die Tat liegt möglicherweise schon zwei Monate zurück. Die 53-Jährige, die höchstwahrscheinlich tot aufgefunden wurde, war zuletzt am Mittag des 14. Septembers gesehen worden. Angehörige, Freunde und Bekannte konnten zu ihrem Aufenthaltsort keine Angaben machen, wie die Polizei damals berichtete. 

Am 19. September musste die Trostberger Polizei dann mitteilen, dass alle Suchansätze abgearbeitet worden sind. Das Gebiet rund um den Wohnort der Frau war mit Suchhunden, einem Hubschrauber und Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Wasserwacht abgesucht worden.

Monatelang gab es dann keine Spur der Frau. Die Polizei ging von einem reinen Vermisstenfall aus. Denn es gab keine Anhaltspunkte, wonach die Altemarkterin Opfer eines Verbrechens geworden sein könnte.

Wie das Oberbayerische Volksblatt (OVB) am Freitag berichtet, sollen es die fünf Kinder eines Landwirts gewesen sein, welche beim Spielen am Mittwochnachmittag den Leichnam fanden. Sie teilten dies ihrem Vater mit, der dann die Polizei verständigte. Gegenüber dem OVB bestätigte zudem Schnaitsees Bürgermeister Thomas Schmidinger, dass der Fundort der Leiche auf Schnaitseer Gemeindegebiet liegt.

Update, 18.40 Uhr: Pressemitteilung der Polizei

Am Mittwochnachmittag, gegen 16 Uhr, wurde die Polizei über den Fund einer Leiche in einem Waldstück bei Schnaitsee informiert. Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Trostberg bestätigten bei ihrer Überprüfung den Fund, sperrten das Gelände weitläufig ab und sicherten dieses. 

Unterstützt wurden sie dabei von Beamtinnen und Beamten der Bayerischen Bereitschaftspolizei und den Operativen Ergänzungsdiensten Traunstein. Noch am Abend (Mittwoch, 22. Nov.) nahm die Kriminalpolizeiinspektion Traunstein, unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, vor Ort erste Ermittlungen auf. Bei Tagesanbruch am Donnerstagmorgen, 23. November, wurden die Ermittlungen und insbesondere die Spurensicherung vor Ort intensiviert und stark ausgeweitet. 

Hierbei stießen die Ermittler auf Indizien, die auf ein Gewaltdelikt und die gewaltsame Tötung der weiblichen Person hindeuteten. Einer gerichtsfesten Identitätsfeststellung vorgreifend, handelt es sich bei der toten Person mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine 53-jährige Frau aus Altenmarkt. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen verdichteten sich Hinweise auf den 20- jährigen Sohn der Frau als möglichen Tatverdächtigen für diese Gewalttat. Bereits am Nachmittag gelang es Einsatzkräften der Zivilen Einsatzgruppe Rosenheim, den jungen Mann festzunehmen. 

Dieser hat mittlerweile eingeräumt, die Frau umgebracht zu haben. Zur Motivlage, den Hintergründen der Tat sowie die Art der Tötung können derzeit noch keine Angaben gemacht werden. Die Staatsanwaltschaft Traunstein wird gegen den jungen Mann einen Haftbefehl beantragen.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Update, 17.45 Uhr:

Laut unserem Mitarbeiter vor Ort befindet sich die Fundstelle in einem Waldstück. Sie sei von der  nahe gelegenen Straße aus nicht gut einsehbar. 

Vor Ort gibt es unterdessen das Gerücht, dass es sich um die Leiche einer Frau handle. Konkret sei es die seit September vermisste 53-Jährige aus Altenmarkt. "Wir können dies weder bestätigen noch dementieren", erklärte Andreas Guske, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf Nachfrage von chiemgau24.de. Dies sei aus ermittlungstaktischen Gründen weiterhin nicht möglich.

Update, 16.55 Uhr:

Wie unser Mitarbeiter von vor Ort mitteilt, ist der Einsatz der Polizei inzwischen abgeschlossen. Rund um den Fundort befindet sich keine Absperrung mehr, nur noch die Markierungen der Spurensicherung seien um eine Art Grube herum zu sehen. Wie er weiterhin von Anwohnern erfuhr, sollen es Kinder eines Anwohners gewesen sein, welche den Leichnam fanden. 

Update, 15.10 Uhr:

"Wir können zu diesem Fall weiterhin aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen", betonte Andreas Guske, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf Nachfrage von chiemgau24.de. "Mögliche Täter oder Tatbeteiligte sollen nicht den Stand der Ermittlungen erfahren", erläuterte er weiter. Er teilte mit, der Polizeieinsatz vor Ort würde weiterhin fortgesetzt.

Update, 13.50 Uhr: Leiche soll halb vergraben gewesen sein

Nach Informationen der Passauer Neuen Presse (PNP) soll die Leiche am Mittwochnachmittag halb vergraben von Spaziergängern gefunden worden sein. Dies könnte auf ein Gewaltverbrechen hindeuten, so der Bayerische Rundfunk (BR). Die Polizei ist am Donnerstagmittag immer noch vor Ort, um Spuren zu sichern.

Unklar ist weiterhin, ob es sich um eine weibliche oder männliche Leiche handelt. Die Fundstelle ist weiterhin abgeriegelt und Beamte der Kriminalpolizei und die Spurensicherung sind vor Ort.

Der Fundort der Leiche.

 

Bilder und Video vom Fundort der Leiche

Bilder: Polizeieinsatz bei Schnaitsee

Update, 11.50 Uhr: Leiche entdeckt

Hintergrund des Polizeieinsatzes ist offenbar ein Leichenfund. Genauere Informationen zur Identität, Todesursache oder Liegedauer liegen nicht vor. Die Polizei möchte den Einsatz aus ermittlungstaktischen Gründen nicht kommentieren, so Polizei-Pressesprecher Andreas Guske auf Nachfrage von chiemgau24.de. 

Erstmeldung

Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gegenüber chiemgau24.de erklärte, kam es aufgrund eines "Fundes" zu dem polizeilichen Großeinsatz. Leser berichteten unserer Redaktion, dass die Polizei immer noch vor Ort ist.

Weitere Informationen oder Details zu dem Fund wollte die Polizei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht bekannt geben. Eine Pressemitteilung folge, sobald gesicherte Erkenntnisse zu dem Fall vorliegen, so die Polizei.

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