Ein König(reich) für den Aubergtunnel

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Sebald König, leitender Baudirektor des Straßenbauamtes in Traunstein.
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Altenmarkt - Der leitende Baudirektor, Sebald König, informierte am Dienstag über den Stand der Dinge in Sachen "Aubergtunnel. Doch viel beeindruckender war der Rückhalt der Altenmarkter:

Schon vor der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend versammelten sich zahlreiche Bürger vor dem Rathaus, um ein Zeichen für den Bau des Aubergtunnels zu setzen. Schon seit Jahren kämpft die Gemeinde dafür, dass Großprojekt endlich anpacken zu können. Doch eine Klage des "Umweltschutzverbandes Alztal und Umgebung e. V." (UVA) lähmt die Planungen. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat jetzt aber wieder Schwung in die Angelegenheit gebracht. In Abstimmung mit der Landesanwaltschaft Bayern hat er kürzlich die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt, dass seit Oktober 2012 beim Bayrischen Verwaltungsgerichtshof ruht.

Nach Ansicht der meisten Bürger, keine Minute zu früh. "Ich wohne direkt an der Bundesstraße und meine beiden Kinder haben Asthma wegen der Abgase", schimpft eine Altenmarkterin. Ein anderer spingt ihr sofort zur Seite und erklärt, die Feinstaubbelastung im Ort sei gesundheitsgefährdend. Selbst der Leitende Baudirektor des Straßenbauamtes in Traunstein, Sebald König, hat erkannt: "Der Leidensdruck der Altenmarkter ist objektiv am höchsten einzuschätzen."

Aubergtunnel: Bürger setzen ein Zeichen

Dass das Verfahren allerdings so lange auf Eis lag, habe seine Gründe gehabt: "In den letzten Jahren ist ein großer Stau bei Verfahren vor dem Bayrischen Verwaltungsgerichtshof entstanden - nicht zuletzt wegen der Klage um den Bau der 3. Start- und Landebahn des Münchner Flughafens." Er werde nun aber alles dafür tun, um die Wiederaufnahme des Verfahrens argumentativ zu unterstützen. Denn erst wenn Rechtssicherheit bestehe und die Klage entschieden sei, könne man mit dem "Kampf um die Finanzierung" beginnen. "Es ist in den letzten Jahre immer gelungen, für Projekte, die Rechtssicherheit haben, auch eine Finanzierung zu bekommen."

Was in der Zwischenzeit geschah

Man sei aber in den vergangenen vier Jahren nicht untätig gewesen: "Der Grundstückserwerb wurde weiter vorangetrieben. Jetzt bleibt nur noch das UVA-Grundstück über, dass außen vor ist." Auch die Grundstücke für ökologische Ausgleichsflächen habe man bereits erworben. "Daran sehen sie, dass wir weiter an die Durchführung des Projekts glauben", so König.

Erste Verbesserungen schon in diesem Jahr

Er betonte anschließend, dass die Dringlichkeit des Tunnels, in den vergangenen vier Jahren, noch zugenommen habe. "Laut unserer Dauerzählstelle am Schneeweiseck rollen über 1600 Fahrzeuge des Schwerlastverkehrs täglich durch den Ort. Das ist eine Zahl, die zum Handeln zwingt." In diesem Jahr wolle man daher an der Strecke zwischen Alzbrücke und Schneeweiseck mit einem Deckenbau eine Verbesserung für die Fußgänger schaffen. 

Er räumte aber auch ein, der Aubergtunnel werde das Problem des Schwerlastverkehrs nicht komplett lösen können. "Der Tunnel ist aber das Herzstück und der erste Schritt, für eine Lösung auf der Nord-Süd-Achse."

Bei der anschließenden Diskussionsrunde bemängelten die Ratsmitglieder den Informationsaustausch über das Gerichtsverfahren. So meinte Wolfgang Erl (FW): "Wir haben erst im November 2014 erfahren, dass das Verfahren ruht. Da ist mein Demokratieverständnis erschüttert." Auch Martin Ober pflichtete dem bei und ergänzte: "Für mich heißt das, dass der Druck einfach nicht nachlassen darf. Wir müssen jetzt den Kessel unter Druck halten." Wolfgang Losert richtete erneut einen Appell an die anwesenden UVA-Mitglieder, ihre Klage zurückzuziehen. "Sie haben heute doch gesehen, wie die Altenmarkter denken."

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