Kommt trotzdem wieder Bewegung ins Spiel?

Streit um Grundhochwasser: Bürger-Forderungen abgelehnt

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Links Konrad Grundner von der Interessengemeinschaft, rechts Tachertings Bürgermeister Johann Hellmeier. 
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Tacherting - Die vom Grundhochwasser geplagten Tachertinger erkämpften sich im Februar bereits eine eigene Bürgerversammlung - jetzt musste sich der Gemeinderat nochmals offiziell mit ihren Forderungen auseinandersetzen. 

Mit breiter Mehrheit verabschiedete die Tachertinger Bürgerversammlung zur Grundhochwasser-Problematik im Februar ihre Empfehlungen, wie der Gemeinderat künftig vorgehen sollte. Am Dienstag wurden die Anliegen im Gremium schließlich behandelt - die Alzkanal-Anwohner und ihre Interessengemeinschaft dürfte das Ergebnis nicht freuen.

Empfehlungen abgelehnt

"Alle Empfehlungen aus der Bürgerversammlung wurden vom Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt", so Bürgermeister Johann Hellmeier im Gespräch mit chiemgau24.de. Auch 35 Betroffene schauten den Gemeinderat am Dienstag über die Schulter: "Es wurde sehr konstruktiv und sachlich beraten", so Hellmeier. 

Abstimmung mit den Füßen: Durch Aufstehen oder Sitzenbleiben wurde im Februar entschieden, ob die Forderungen auf der Bürgerversammlung eine Mehrheit finden und an den Gemeinderat weitergereicht werden sollen. 

Die Bürgerversammlung im Februar forderte unter anderem, dass die Gemeinde verwaltungsgerichtlich prüfen lassen sollte, ob der Freistaat Bayern zur Kostenübernahme beim Grundhochwasserschutz herangezogen werden kann und ob die "Alzkraftwerke Heider" ihren Verpflichtungen aus den wasserrechtlichen Bescheiden zum Betrieb ihrer Kraftwerke nachkommt. Außerdem wurde eine Entwurf für eine Lösung in den Bereichen Tacherting-Ost, Wajon und Galgenpoint gefordert

Trotzdem neue Aufträge an die Verwaltung

Hier wird deutlich, wie beispielsweise der Ortsteil Wajon von Alz und Alzkanal "eingekeilt" ist.

"Trotz der Ablehnung hat der Gemeinderat die Tür jetzt nicht zugeschmissen", so Bürgermeister Hellmeier: Die Gemeindeverwaltung wurde beauftragt, das Wasserwirtschaftsamt prüfen zu lassen, ob es bei Hochwasser im Katastrophenfall Möglichkeiten gibt, den Alzkanal anderweitig zu entlasten. Außerdem wird der Gemeinderat einen Arbeitskreis zur Grundhochwasser-Problematik bilden - "vorausgesetzt, es ergeben sich neue Aspekte", so Hellmeier.

Außerdem erging ein Auftrag an die Gemeindeverwaltung, die wasserrechtlichen Bescheide der Fachbehörden nochmal prüfen zu lassen: "Vielleicht ergibt sich dann etwas neues und wir kommen so nochmal mit der IG ins Gespräch" - auch das war nämlich eine Forderung der Bürgerversammlung: Die Gemeinde solle die Gespräche mit der Interessengemeinschaft wieder aufnehmen. Doch nach jetzigem Stand ist auch das nicht geplant.

Rund 800 Betroffene

Die Alz muss noch nicht mal Hochwasser führen: Auch bei extremen Niederschlägen steigt das Grundwasser im Tachertinger Osten dermaßen, dass es in die Häuser dringt und an die Oberflächen kommt - vor allem in Wajon und Galgenpoint hatte man damit zuletzt 2013 wieder zu kämpfen. Rund 800 Betroffene gibt es in der Gemeinde.

xe

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