Gefahren durch das Eschentriebsterben

"Bedrückend": Trostberg muss reihenweise Bäume fällen

  • schließen

Trostberg - Das Eschentriebsterben in der Stadt schreitet weiter voran: "Die Bäume schauen pumperlgsund und fallen plötzlich um", so Bürgermeister Schleid. Vorsichtshalber muss weiter abgeholzt werden.

Das Eschentriebsterben schwächt die Bäume, dann kommen Wurzelfäule und Pilze, die Rinde fällt ab und binnen kürzester Zeit kippen die Bäume um "ohne Vorwarnung, von außen ist das kaum erkennbar", brachte Bürgermeister Karl Schleid das Problem in der Stadtratssitzung am Mittwoch auf den Punkt. "Es ist bedrückend, wenn man das sieht", so beispielsweise auch Luise Bernauer. Einstimmig sprach man sich dafür aus, die Waldbewirtschaftung weiter zu intensivieren.

Gefahr für Straßenverkehr, Gebäude und Grundstücke

Es geht nicht nur um Gefahren für den Straßenverkehr, auch die Anlieger haben zunehmend Angst um Gebäude, Grundstücke und Anbauten. In den vergangenen Jahren wurden bereits in einem Sicherheitsstreifen von 20 Metern Breite zu den Häusern die Bäume gefällt. So wird man auch weiterhin vorgehen, doch in Einzelfällen soll nun auch im Abstand von 30 Metern abgeholzt werden.

Im "günstigeren" Fall wird ein Baum nach dem Eschentriebsterben auch vom Hallimasch-Pilz befallen - dann ist die Gefahr für die Förster schneller ersichtlich.

Eine Fläche von 1,5 Hektar Wald, etwa zwei Fußballfelder, wurde so bisher schon bewirtschaftet. Weitere zwei Hektar könnten - je nach weiterer Entwicklung - noch folgen. "An langen Leitenabschnitten verbliebe dann lediglich am oberen Rand ein Rest an Baumbestand", so die Stadtverwaltung. So weit will man es aber nicht kommen lassen: "Sonst haben wir bald gar keinen Wald mehr", so Schleid.

Folgen auch für die Wege im Auwald

Weil natürlich auch nachgepflanzt wird, kommen auf die Stadt in den nächsten drei bis vier Jahren bis zu 160.000 Euro an Kosten zu. Betroffen sind auch kleinere Nebenwege im Auwald: Durch das unkontrollierte Baumsterben können die Förster nur noch die Hauptwege sichern. Wilde Trampelpfade sollen durch die Förster künftig mit Ast- und Stammablagerungen "abgesperrt" werden. 

Das Eschentriebsterben ist natürlich nicht allein ein Trostberger Problem: Entlang der A8 musste vor kurzem für Rodungsarbeiten nahe Piding auch schon eine Fahrspur gesperrt werden. 150 Bäume wurden im Dezember auch entlang von Alz, Traun und Tiroler Ache gefällt, Städte wie Traunreut, Bad Reichenhall oder Traunstein wurden in jüngster Zeit ebenfalls schon tätig.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / Klaus-Dietmar

Zurück zur Übersicht: Trostberg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser