Bürgerversammlung in Trostberg

Diese zwei Themen sorgten ganz besonders für Debatten

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Trostberg - Auch wenn nur 85 Trostberger zur Bürgerversammlung kamen, Diskussionsstoff gab es genug: Vor allem die Zukunft des Rosengartens und der Leerstand in der Altstadt wurde debattiert.

"Der Rosengarten ist ein Kleinod und ein Juwel. Warum will die Stadt ihn einfach hergeben?", bohrte vor allem Gisa Pauli immer wieder bei Bürgermeister Karl Schleid nach. Die Diskussionen bei der Bürgerversammlung im Postsaal am Dienstagabend war vor allem geprägt von der ungewissen Zukunft des Trostberger Rosengartens

Fakt ist: Seit Längerem befindet sich die Stadt in Verkaufsverhandlungen für Schloß Schedling und den Rosengarten. Über 350 verschiedene Rosensorten erblühen dort, ein Förderverein mit 80 Mitgliedern kümmert sich um das Areal. Viele von ihnen befürchten, nach einem Verkauf nicht nur Gestaltungshoheit über das Areal, sondern auch den öffentlichen Zugang zu verlieren

Viele Fragezeichen zur Zukunft des Rosengartens

"Die Stadt gibt zu den Verhandlungen keine Auskunft weil persönliche Belange und der Datenschutz betroffen sind", so Schleid. Doch er machte auch klar: "Der Rosengarten wird nicht verschwinden. Vielleicht gibt es eine Umgestaltung oder andere Zufahrten, aber wir wollen den Rosengarten nicht aufs Spiel setzen." Bei einem Verkauf solle auch die Grunddienstbarkeit verhandelt werden, heißt: Der neue Eigentümer solle den Garten nicht zerstören dürfen.

Die Diskussionen zwischen Gisa Pauli und Karl Schleid gipfelten darin, dass die Demokratie in Trostberg angezweifelt wurde: "Frau Pauli, das ist eine unterschwellige Unterstellung. Ich muss sagen, dieser Angriff hat mir weh getan", reagierte der Bürgermeister. Eine befürchtete Verlegung des Rosengartens, beispielsweise an den Friedhof, konnte aber auch Schleid nicht völlig ausschließen. 

Schleid zum Leerstand: "Nicht nur ich stehe so hilflos da"

Bürgermeister Karl Schleid.

Viel Ratlosigkeit herrschte beim zweiten zentralen Thema des Abends: der Leerstand in der Altstadt. "Wie schafft man's, die Eigentümer dazu zu bringen, ihre Häuser zu sanieren? Das ist ein gordischer Knoten", so Karl Schleid auf die Forderung von Peter Wagner, einen Ausschuss für die Weiterentwicklung der Innenstadt einzurichten: "Dort sollte man sich leidenschaftlich dem Thema widmen. Bisher wird einfach nichts angepackt", so Wagner. 

Jahrhundertealte Häuser mit (zu) kleinen Geschäftsflächen, Denkmalschutzvorschriften und hohe Sanierungskosten zeigen sich immer wieder als Problem für neues Leben in der Altstadt. Nun versucht die Stadt eine Kooperation mit Wörgl in Tirol - "die haben auch keine Ahnung, wie sie das Problem lösen können", so der Bürgermeister offen. Er stünde nicht alleine "so hilflos" da, auch in Wasserburg oder Burghausen gäbe es die gleichen Probleme. 

Erweiterung des Gewerbegebiets Waltersham?

Schleid mahnte auch die Einzelhändler selbst an, von denen er "keine oder kaum Aktivität" spüre, die Altstadt zu beleben. Gleichzeitig verwies er auf Fördergelder für sanierungsbereite Hauseigentümer oder Auflagen für das neue Gewerbegebiet in Waltersham: Einzelhändler mit innenstadtrelevanten Artikeln dürften sich dort nicht ansiedeln. Außerdem stellte der Bürgermeister eine mögliche Erweiterung des Gewerbegebiets in Aussicht. 

xe

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