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Kirche bittet "Ex-Knacki" zum Vortrag

Josef Müller
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Millionen-Betrüger und Bestsellerautor Josef Müller.

Trostberg - Die Christliche Freikirche konnte den verurteilten Betrüger und Bestsellerautor Josef Müller aus Starnberg für einen Vortrag gewinnen. Was hinter der Aktion steckt:

Sex, Drogen, Partys, Mafia-Kontakte und Geld wie Heu – auf Anhieb würde man diese Dinge wohl eher nicht mit dem Beruf des Steuerberaters verbinden. Aber so sah das Leben des Josef Müller aus Starnberg lange aus. Für die Münchner Schickeria war er lange ein Geheimtipp, viele legten ihr Geld bei ihm an – ohne zu ahnen, dass der geniale Steuerberater aus Starnberg ein Betrüger war.

Irgendwann holten ihn seine Gaunereien jedoch ein: 1994 wurde er zum ersten Mal zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Weil der Sohn eines Kriminalbeamten seit seinem 18. Lebensjahr querschnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen ist, bekam er jedoch Haftverschonung – und zockte fleißig weiter. Er flog erneut auf und verbrachte ab 2007 schließlich fünf Jahre in der JVA Landsberg.

Unter dem Titel "Ziemlich bester Schurke" hat Müller eine Autobiographie darüber veröffentlicht, die prompt zum Bestseller wurde. Und nun konnte ihn die Christliche Freikirche aus Trostberg für einen Vortrag gewinnen. Doch warum holt sich die Kirche einen verurteilten Verbrecher ins Haus? "Die Kirche muss sich in der Öffentlichkeit wieder mehr präsentieren. Denn wenn die Leute nicht mehr in die Kirche gehen, dann muss die Kirche eben zu ihnen kommen", erklärte der Öffentlichkeitsbeauftragte der Christlichen Freikirche, Sebastian Schwoshuber. Durch den ungewöhnlichen Vortrag versuche man, die Leute zu ermutigen, wieder in die Kirche zu gehen. Die Idee kam von Thomas Lockfisch, einem Mitglied der Gemeinde. "Er hat Müller vorher schon bei einem Vortrag gehört und uns davon erzählt", so Schwoshuber.

Aber was hat die Kirche nun genau mit dem ehemaligen Betrüger gemein? Schwoshuber: "Müller weiß genau, dass es mehr gibt als Schickeria und Geld. Doch auch er hat das erst lernen müssen und so wieder zu seinem christlichen Glauben zurückgefunden. In seinem Vortrag erzählt er, warum er dieses Leben 2006 mit einem Schlag ändern wollte und konnte."

Die Veranstaltung findet an diesem Freitag, 16. Januar, um 19.30 Uhr im Trostberger Postsaal statt. Der Eintritt ist frei.

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