Grüne Bürgermeisterkandidatin bei der Kommunalwahl 2020

Nina Boxhammers Ziele: Trostberg künftig "CO2-neutral"?

Nina Boxhammer ist Bürgermeisterkandidatin der Grünen in Trostberg. 
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Nina Boxhammer ist Bürgermeisterkandidatin der Grünen in Trostberg. 

Trostberg - Nina Boxhammer (37) möchte in der Alzstadt Bürgermeisterin der Grünen werden. Die Alzstadt aber sei schon immer "ein Stück Heimat" gewesen für sie, da ihre Großeltern in Trostberg gelebt hätten. Für die Zukunft der Stadt hat sie auch schon konkrete Vorstellungen: 

Boxhammer ist gelernte Automechanikerin. "Im Anschluss besuchte ich die BOS Traunstein und erwarb die allgemeine Hochschulreife. Neben meiner beruflichen Laufbahn besuchte ich Kurse in Soziologie und Philosophie an der Uni in Salzburg, um mein politisches und soziales Interesse mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Methoden zu unterfüttern", erklärt die 37-Jährige. 


Derzeit ist sie Verkäuferin in einem großen Möbelhaus in der Region und arbeitet teilzeit als Teamassistentin beim Grünen Kreisverband Traunstein.

Gesamtkonzept im Auge haben

Politisch interessiert sei sie schon immer gewesen. Boxhammer engagiert sich fürverschiedene Projekte wie zum Beispiel "terre des femmes" oder gegen Rechts. Den Grünen sei sie im Jahr 2007 beigetreten als sich damals der Trostberger Ortsverband gründete - seither gelte ihr Engagement stärker kommunalen Themen: "Unter anderem kämpften wir erfolgreich gegen das damals geplante EBS-Kraftwerk, das durch einen Bürgerentscheid verhindert werden konnte. Um kleine regionale Unternehmen zu fördern gründeten wir einen Regionalmarkt parallel zu den Markt-Sonntagen, den ich lange Jahre organisiere und der seit zehn Jahren erfolgreich läuft. Auch außerparteilich war ich immer wieder aktiv und organisierte zum Beispiel eine Kundgebung zum Thema Seenotrettung, sammelte Spenden für diverse NGOs  - darunter Suibamoond aus Altötting - und leitete die Trostberger Ortsgruppe beim Volksbegehren 'Rettet die Bienen'." 


Besonders freue sich Boxhammer darüber, dass die Jugend so politisch engagiert sei und sich für ihre Zukunft auf verschiedenste Weise einsetze. Das motiviere sie selbst umso mehr, sich in einer Partei zu engagieren, die sich für den Erhalt der Lebensgrundlagen und für soziale Gerechtigkeit einsetze. 

Oberste Prämisse für sie als Bürgermeisterin sei es, bei allen zu treffenden Entscheidungen das Gesamtkonzept im Auge zu haben: "So müssen immer die Aspekte Nachhaltigkeit, Ökologie, Flächenverbrauch und soziale Gerechtigkeit bedacht werden", betont Boxhammer. 

Trostberg zu "fahrradfreundlicher Kommune" entwickeln  

"Wie viele Städte leidet auch Trostberg unter einer hohen Verkehrsbelastung, die zu einem großen Teil aus Ziel- und Quellverkehr besteht, weshalb die geplante Westumfahrung keine spürbare Entlastung bringen wird", ist sich die 37-Jährige sicher. 

Es brauche vielmehr eine grundlegende Verkehrswende, die den Individualverkehr mit dem Auto spürbar reduziere. Um dies zu erreichen wolle sie andere Wege gehen: "Uns ist es ein Anliegen den Stadtbus als kommunale Lösung auszubauen und uns gleichzeitig auf Kreisebene für die Schaffung eines Verkehrsverbundes einzusetzen. Denn nur so kann ein verlässlicher Stundentakt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Traunstein und Mühldorf erreicht werden. Auch den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad wollen wir unterstützen - etwa durch sichere Radwege, Fahrradparkplätze und der Prüfung einer Verkehrsberuhigung im Bereich der Altstadt." 

Mittelfristig wolle Boxhammer Trostberg als "fahrradfreundliche Kommune im Sinne des Aktionsprogramms der Landesregierung" zertifizieren. Mobilität müsse für jeden Bürger - egal ob jung oder alt, finanziell schwach oder körperlich eingeschränkt - gewährleistet werden.

Kommunale Wohnbaugesellschaft? 

"Eine Stadt hat die Verpflichtung, ihren Bürgern Wohnraum zu sichern. Diese Verpflichtung nehmen wir ernst und werden deshalb die Schaffung von neuem Wohnraum innerhalb eines städteplanerischen Gesamtkonzeptes aktiv mitgestalten", betont Boxhammer. 

Denkbar wäre für die Bürgermeisterkandidatin die Gründung einer kommunalen Wohnbaugesellschaft. Beim Wohnraum gelte für sie wie bei der Mobilität: es brauche ein Angebot für den Querschnitt der Bevölkerung, bei dem auch der demografische Wandel einbezogen werden müsse. 

Zudem seien unversiegelte Flächen auf Grund des Klimawandels "enorm wichtig", die Versiegelung von Flächen müsse auf ein Minimum reduziert werden. "Das heißt nicht, dass kein neuer Baugrund mehr ausgewiesen werden soll. Aber bei der Planung von Bauvorhaben werden wir konsequent prüfen, wie viel Flächenverbrauch nötig ist, um ein Vorhaben umzusetzen. So wollen wir einstöckige Flächenbauten vermeiden und - ebenso wie bei Parkflächen - prüfen, ob auch in die Höhe oder Tiefe gebaut werden kann." 

Klima- und Artenschutz 

Essentiell ist für Boxhammer auch das Klima: "Der Klimawandel ist die derzeit größte Herausforderung und Bedrohung für die Menschheit. Eine Kommune hat viele Möglichkeiten, diesem entgegenzuwirken. Diese Möglichkeiten werden wir ergreifen. So wollen wir Trostberg innerhalb der kommenden Legislaturperiode zu einer CO2-neutralen Kommune machen." 

Erreichen wolle man dies durch Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen Gebäuden sowie Prüfung und Förderung einer Genossenschaft für Bürgerenergie - wie die Bürgerenergie Chiemgau eG. Auch die Erklärung des Klimanotstands biete einer Kommune zusätzliche Möglichkeiten zur Umsetzung der Klimaziele. 

Trostberg habe zudem viele landwirtschaftliche Betriebe, die durch das Artenschutzgesetz vor neuen Herausforderungen stehen. "Wir möchten die Bauern bei der Umsetzung begleiten und mit den Möglichkeiten, die einer Stadt zur Verfügung stehen wie kommunale oder Ausgleichsflächen - unterstützen. Zudem werden wir bei der Gemeinschaftsverpflegung in kommunalen Einrichtungen den Absatz regionaler und biologisch erzeugter Lebensmittel fördern", erklärt die Bürgermeisterkandidatin abschließend. 

mb

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