Brennpunkte: Wohnen, Nahverkehr und Jugend

Kommunalpolitischer Frühschoppen der Linken Trostberg

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von links nach rechts: Nino Haydl und Simon Prechtl aus Trostberg, Gertrud Klapfenberger-Öttl, Agnes Stockinger und Claudia Thieltges aus Traunstein.

Trostberg - Im Mittelpunkt der Diskussion mit Kandidat*innen der Linkspartei für die Kommunalwahlen standen Wohnen, Nahverkehr und Jugend.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Im Mittelpunkt der Diskussion mit Kandidat*innen der Linkspartei für die Kommunalwahlen standen die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum im Landkreis, die Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr besonders für Schüler und Ältere, die Pflege in sozialen Einrichtungen und teils gravierende Mängel in der Jugendarbeit. Simon Prechtl kandidiert für den Kreistag und stellte die anwesenden Bewerber*innen für den Kreistag und den Stadtrat in Traunstein vor. Er beklagte aus eigener Erfahrung die nach wie vor schlechte Taktung der Bus- und Bahnverbindungen besonders für Berufsschüler und zu hohe Fahrkosten im ÖPNV. "Es kann nicht sein, dass z.B. Bahn und Busse teilweise gleichzeitig fahren, aber Berufsschüler am Nachmittag zwei Stunden auf eine Fahrgelegenheit in Traunstein warten müssen. Die Folge: Die Meisten fahren mit dem Auto", so Simon Prechtl. Deshalb fordert die Linke den kostenlosen Nahverkehr für alle im Landkreis, als erste Schritte aber mindestens für Schüler und Bedürftige ein kostenloses Jahresticket.


Diskussionsschwerpunkt war das Thema bezahlbares Wohnen im Landkreis. Alle Besucher waren sich einig, dass der Ausverkauf des Bodens an Investoren gestoppt werden müsse. Claudia Thieltges, prangerte die Praxis der Stadt Traunstein an, Grundstücke z.B. an Greenrock zu veräußern, die dann Wohnungen als Spekulationsobjekte an Vermögende verkaufen würden. "Wir brauchen aber stattdessen endlich Vorgaben der Kommunen, dass genehmigte Neubauten zumindest zu 30 % Sozialwohnungen sein müssten. Bestehende Sozialwohnungen müssen erhalten werden und dürfen nicht verscherbelt werden. In Traunstein können sich Alleinerziehende, Rentner und kinderreiche Familien überhaupt keine Wohnungen mehr leisten. Alternative Wohnformen müssten zusätzlich gefördert werden", so die Kreisvorsitzende der Linken, die auf Platz drei für den Kreistag kandidiert. "Die Zahl der Wohnungslosen und von Obdachlosigkeit bedrohten Menschen in Traunstein steigt laut Diakonie stetig, bereits auf über vierzig. Jedoch werden diese von der Kommune nicht ausreichend versorgt. In der Notunterkunft sind aktuell weniger als fünf Personen - eine große Diskrepanz", berichtete Gertrud Klapfenberger-Öttl“, die für den Stadtrat in Traunstein kandidiert.

Kreistagsbewerber Nino Haydl forderte, die Kommunen dürften nicht länger verfügbaren Grund nur für Gewerbegebiete statt für Wohnungsbau vergeben, nur weil sie auf mehr Gewerbesteuer-einnahmen spekulieren "Städte und Gemeinden haben eine soziale Verantwortung für ihre Bürger. Die CSU fördert nur Eigentumsbildung in ihren Kommunalprogrammen, Wohnen ist aber ein Grundrecht des Menschen".


Ein Diskussionsredner wies darauf hin, dass die Kirchen zu den größten Grundbesitzern gehören. "Warum werden die nicht an ihre christliche Verantwortung erinnert, z.B. Baugrund für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen?"

"Die Pflegekräfte in den Kliniken sind überlastet und arbeiten am Limit", kritisierte Agnes Stockinger, Bewerberin für den Kreistag und den Stadtrat in Traunstein, besonders. Die Förderung offener Jugendarbeit sei gerade in Traunstein jahrelang verhindert worden. Die Empfehlungen des Jugendbeirats habe die CSU-Mehrheit ignoriert.

Simon Prechtl kritisierte die Preise für das Mittagsessen an den Schulen. "Sie sind teilweise höher als die in Hartz IV festgelegten Sätze für den Tagesbedarf eines Jugendlichen. Kinder von ALG II Empfängern dürfen also am Tag weniger essen als eine Schulmahlzeit. Das ist ein Skandal". Die Linke fordert deshalb gesündere Verpflegung und mehr Zuschüsse des Landkreises für das Schulessen.

Pressemitteilung Die Linke Kreisverband Traunstein

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