Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Trostberg

18 Fragen an Karl Schleid (CSU)

Will in Trostberg Bürgermeister bleiben: Karl Schleid (CSU).
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Will in Trostberg Bürgermeister bleiben: Karl Schleid (CSU).

Trostberg - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Trostberg wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Karl Schleid (CSU).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Schleid Karl


2. Partei

CSU

3. Alter

56

4. Wohnort

Trostberg, seit Geburt

5. Geburtsort

Burghausen

6. Familienstand

verwitwet

7. Kinder

4

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Mit ca. 16 Jahren JU-Mitglied, mit 26 Jahren CSU-Mitglied frühere Ämter: Geschäftsführer im CSU-Ortsverband Trostberg, Vorsitzender im CSU Ortsverband Trostberg im Mai 2002 Stadtrat und 2. Bürgermeister in Trostberg, seit Mai 2008 1. Bürgermeister in Trostberg, seit Mai 2002 Kreisrat im Kreistag Traunstein und seit 2014 CSU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Dr. Hans Ehard und Dr. h.c. Alfons Goppel

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Ich war nur 3 Tage nicht in Trostberg gemeldet, die Tage meiner Geburt im Krankenhaus Burghausen. Seitdem ist Trostberg meine Heimatstadt. Hier bin ich aufgewachsen, in den Kindergarten und in die Schule gegangen, bin hier seit klein auf bei den verschiedensten Vereinen und habe meine Familie und Freunde hier. Das besondere an Trostberg ist die Vielfalt der Menschen und gleichzeitig deren Bodenständigkeit und die Verwurzelung mit der Heimat. Hier in Trostberg gibt es alles was einen durch das ganze Leben begleitet, Schule, Arbeit, Freizeit, Kultur, Lernen, Natur und vieles mehr.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Ich habe seit 12 Jahren das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in Trostberg erhalten um Trostberg zu entwickeln und zu gestalten. Trostberg hat sich in meiner Zeit weiterentwickelt, ist den Ansprüchen der heutigen Zeit nachgekommen und hat in den verschiedensten Bereichen positive Schritte gemacht. Ich bin nach wie vor voller Leidenschaft und Ehrgeiz um weiterhin für meine Heimatstadt Trostberg die Zukunft zu gestalten. Ich möchte diesen guten Weg für Trostberg weitergehen.

12. Was haben Sie in ihrer vergangenen Amtszeit erreicht? 

Es wurden 2 neue Wohnbaugebiete und ein Gewerbegebiet ausgewiesen (die alle bereits besetzt sind). Die Wasserversorgung von Trostberg wurde komplett auf neue Füße gestellt, ein neues Wasserschutzgebiet erschlossen und die Erschließung hergestellt. Alle Ortsteile und Weiler Trostberg wurden in meiner Zeit an den Kanal angeschlossen oder es wurden dezentrale Lösungen erarbeitet. Die Grund- und Mittelschule wurde in den größten Teilen saniert und den digitalen Bedürfnissen angepasst. Die Grundschule Heiligkreuz wurde generalsaniert und im Bestand gesichert. In meiner Zeit wurde ein Nahwärmenetz für die Turnhallen (Kreisturnhalle, Alois-Böck-Turnhalle) und Schulen (Grund- und Mittelschule, Realschule, Gymnasium) aufgebaut, das mit einem „Abfallgas“ aus der Papierproduktion eines unserer Industriebetriebe betrieben wird. Es wurde ein BHKW im Freizeitzentrum errichtet (Schwimmbad, Eisstadion), ebenfalls mit diesem Gas aus der Papierherstellung betrieben, das im Sommer die Badebecken heizt und im Winter die Energie für die Eisherstellung sicherstellt. Es wurde ein Energienutzungskonzept erstellt, aus dessen Ergebnissen das Klärwerk entsprechend modernisiert wurde. Viele Maßnahmen aus diesem Konzept sind bereits eingeleitet und/oder umgesetzt. Es ist mir gelungen, den 1. Schulverbund, den Schulverbund mittleres Alztal, im Südostbayerischen Raum zu gründen. Zusammen mit dem Landratsamt wurde der „SozialRaum Trostberg“ geschaffen, der für die Sozialstruktur von großer Bedeutung ist. Im Altstadtbereich konnten einige Sanierung angestoßen und umgesetzt werden. Die Sanierung der Schloßbergwege. Interkommunale Zusammenarbeit im Bereich von Standesamtsübernahmen der Gemeinden Tacherting und Altenmarkt. Verbesserung des ÖPNV insbesondre Bahn und Bus. Verbesserung von Infrastruktur und Schaffung von Wohnraum, und vieles mehr.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Ein allgegenwärtiges Thema ist die Straßenbaumaßnahme B304/299 neu. Dieses Thema begleitet Trostberg seit Jahrzehnten. Hier gilt es die Planungen von Bund und Land im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger zu begleiten. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Bundesstraße aus Trostberg hinausmuss. Sie hemmt uns in der Entwicklung. Auch braucht es Gewissheit, wie die neue Trasse verläuft, denn auch an den geplanten Korridoren sind Planungen stark eingeschränkt. Die Sicherung unserer Industriebetriebe und unseres Mittelstandes stellt im Zeichen des Klimaschutzes besondere Herausforderungen. Finanzierbarer Wohnraum muss geschaffen werden, was wir als Stadt auch in Angriff genommen haben und im kommenden Jahr umsetzen. Eine besondere Herausforderung ist auch die soziale Absicherung unserer Bürgerinnen und Bürger. Hier gehen wir mit dem Landratsamt gemeinsam neue Wege. All das unter dem Gesichtspunkt von Ökologie und Ökonomie.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

 Der Bau von 2 neuen Kindergärten zur Kinderbetreuung ist eine der großen Aufgaben für die kommenden Jahre. Ein Erweiterungsbau für die Grund- und Mittelschule ist ebenfalls eine Aufgabe der ich mich in den nächsten Jahren intensiv widmen werde. Die sog. weichen Standortfaktoren werde ich weiter ausbauen, um sowohl den Arbeitgebern als auch den Arbeitnehmern das Ansiedeln und Verbleiben in Trostberg zu erleichtern.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Wie überall, so ist auch bei uns bezahlbarer Wohnraum sehr knapp. Ich habe derzeit eine Umfrage bei Grundstücks- und Immobilienbesitzern laufen, um zu erfahren, was mit freien Grundstücken oder untergenutzten Häusern vorgesehen ist. Die Stadt selbst steigt in den Wohnungsbau ein um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Auch in neuen Bebauungsplänen zur innerstädtischen Verdichtung wird aufgenommen, dass anteilig „sozialer Wohnungsbau“ stattfinden muss. Ich werde alle Möglichkeiten ausschöpfen, um hier möglichst schnell Erleichterungen zu schaffen.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Für mich ist Klimaschutz nicht erst seit kurzem ein Thema. Bereits 2013 habe ich dem Stadtrat ein Klimaschutzkonzept vorgelegt, das wir seitdem nach unseren Möglichkeiten abarbeiten. Verbesserungen im Klärwerk, Eigenverstromung, Biogas-BHKW`s, eine eigen PV-Anlage, sukzessiver Austausch von Leuchtmittel (Straßenbeleuchtung) auf LED-Technik und vieles mehr wird bereits seit Jahren durchgeführt. Auch werden alle Beschlüsse, die dem Stadtrat vorgelegt werden von der Verwaltung auch nach ökologischen Gesichtspunkten begutachtet. Diesen Weg werde ich konsequent weitergehen.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Diese Themen sind sicher vielschichtig zu betrachten. Als Stadt arbeiten wir schon seit Jahren an Blühwiesen und pflegen unsere Flächen entsprechend. Ich finde es nicht gut, dass man die Landwirte als die „bösen Buben“ hinstellt. Die Landwirte pflegen unsere Heimat seit Jahren verantwortungsvoll und auch hingebungsvoll. Sicher muss man Wege finden, der Umwelt gerecht zu werden und gleichzeitig sowohl den konventionellen als auch den biologischen Landwirten eine Existenz zu sichern. Wir verpachten als Stadt unsere landwirtschaftlichen Flächen und halten in den Verträgen fest, wie damit umzugehen ist. Ich mache hier die Erfahrung, dass die Landwirte sehr vernünftig und einsichtig sind. Es geht nur gemeinsam – mit dem Fingern auf vermeintlich Schuldige zu zeigen und gleichzeitig von ihnen verlangen alles anders zu machen ist sicher der falsche Ansatz.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Ich würde mir von Herzen wünschen, dass wir uns alle wieder mehr auf die Werte besinnen, die uns in Bayern zu dem Lebensgefühl „Leben und leben lassen“ geführt haben. Verständnis für den Nachbarn und sich selbst ein kleines bisschen weniger wichtig nehmen. Ich stelle leider immer wieder fest, dass der tägliche Umgang miteinander rauer, unpersönlicher geworden ist. In vielen Gesprächen wird mir das auch von den Bürgerinnen und Bürgern bestätigt. Der Respekt voreinander darf nicht verloren gehen – und daran können wir gemeinsam arbeiten.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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