Maximal zwei Händler - Wo liegen die Gründe?

Trauriger Anblick: "Der Wochenmarkt ist kaputt"

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Das gewohnte Bild auch am vergangenen Samstag: Nur zwei Fieranten auf dem Trostberger Wochenmarkt.
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Trostberg - Der Wochenmarkt jeden Samstag gibt kein erfreuliches Bild ab: Höchstens zwei Händler kommen regelmäßig. Der Stadtrat sucht jetzt nach den Gründen und Lösungen. *Mit Voting*

Drei Jahre ist es her, dass man in Trostberg ein neues Konzept für den Wochenmarkt umsetzte: Als immer weniger Fieranten auf das Parkdeck über der Tiefgarage kamen wurde der Markt im September 2013 auf den Vormarkt verlegt - anfangs ging der Plan auf, doch inzwischen herrscht auch dort weitgehende Leere. Von derzeit "maximal zwei Händlern" berichtete Bürgermeister Schleid auf der jüngsten Stadtratssitzung

Auf Wochenmarkt verzichten?

"Die Bemühungen, den Markt zu verlegen, haben wohl nichts gebracht", so Karl Schleid. Frage man die Händler, bekomme man zwei Gründe für die Flaute: Zum einen hätten viele Fieranten aus Altersgründen aufgehört und finden wohl keine Nachfolger mehr, zum anderen wäre der Samstag der falsche Tag. "Es stellt sich die Frage, ob man nicht auf den Wochenmarkt verzichten kann. Wir müssen davon ausgehen, dass es nicht besser wird", so Schleid.

Andere Stadträte wie Hans Stalleicher warnten, den Wochenmarkt "vorschnell zu begraben": In Traunreut oder Traunstein würden die Märkte doch auch funktionieren. Franz Xaver Obermayer sprach sich dagegen wieder für den alten Standort über der Tiefgarage aus und befand: "Der Markt ist kaputt!"

Umfrage unter Händlern soll klareres Bild bringen

"Die Mentalität in Trostberg ist einfach anders als zum Beispiel in Traunreut. Die Russland- und Rumänendeutschen dort gehen einfach regelmäßiger auf den Markt", so Luise Bernauer. Auch sie sah den alten Standort über der Tiefgarage skeptisch, dort habe es ebenfalls schon ein "langsames Sterben" gegeben, bevor der Markt verlegt wurde. 

Nun soll die Deutsche Marktgilde, die den Wochenmarkt organisiert, eine Umfrage durchführen, welche Händler an einem anderen Wochentag zum Markt nach Trostberg kommen würden. Auch am vergangenen Samstag waren wieder nur zwei Fieranten, jeweils aus Niederbayern, am Vormarkt: Einer für Obst und Gemüse, ein anderer mit Fleischprodukten. Auch bei der Bürgerbeteiligung zum Stadtentwicklungskonzept ISEK wurde der schwächelnde Wochenmarkt von den Trostbergern kritisiert.

Die Verwaltung will nun die Umfrageergebnisse der Deutschen Marktgilde abwarten, erst dann soll eine Entscheidung des Stadtrates fallen.

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xe

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