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Sanierungsprojekt in Trostberg: Eigens gegründeter Verein stellt sich vor

„Wollen den Skatepark über eine Sportanlage hinaus als Treffpunkt etablieren“

Maximilian Seibold und Mirko Holzmüller vom Skateboarding Trostberg e.V. freuen sich bereits auf den neugestalteten Skatepark.
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Maximilian Seibold und Mirko Holzmüller vom Skateboarding Trostberg e.V. freuen sich bereits auf den neugestalteten Skatepark.

Wer steht hinter dem eigens für den Erhalt des Skateplatzes in Trostberg gegründeten Verein? Wir haben uns mit ihnen getroffen und uns erzählen lassen, wie sie daraus über eine Sportanlage hinaus einen Treffpunkt für die Jugend im Ort machen wollen.

Trostberg - „Die große Holzrampe? Das war in zwei Tagen erledigt. Auch die Neugestaltung des Parks insgesamt sollte an und für sich in wenigen Tagen über die Bühne gehen. Zuerst werden die alten Rampen weggebracht, dann der Teer erneuert und zuletzt die neuen Rampen aufgebaut“, berichtet Mirko Holzmüller, vom Skateboarding Trostberg e.V.. Gemeinsam mit Maximilian Seibold, dem 1. Vorsitzenden des Vereins spazieren wir über das Gelände des Skateparks am regnerischen Donnerstagnachmittag. „Normalerweise wäre hier mehr los“; berichtet Seibold, „Aber heute ist eine gute Gelegenheit um zu sehen, warum die Sanierung nötig ist.“ Deutlich kann man sehen, wie das Wasser zu den Seiten hin abfließt und sich in den Randbereichen des Platzes in großen Pfützen sammelt. „Dass das Wasser abfließt ist ja erstmal keine schlechte Sache. Aber daran sieht man, dass das Gefälle hier fürs Skateboarden nicht ganz optimal ist. Das man nach Regen zudem mit diesen Pfützen zu tun hat, ist auch unpraktisch.“

Eine Visualisierung der vorgesehenen Neugestaltung des Skaterplatzes in Trostberg. Von der Neugestaltung betroffen sind alle Teile auf der grau dargestellten Grundfläche. Die auf dem „sandfarbenen“ Untergrund stehende Rampe ist nicht Teil der anstehenden Maßnahme - diese ist bereits vorhanden uns bleibt unverändert bestehen.

Der Trostberger Skatepark hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Für eine umfangreiche Sanierung hatte der Bauausschuss Anfang März beschlossen, den Platz zukunftstauglich herzurichten, statt nur an einzelnen Stellen nachzubessern. Diese soll in den nächsten ein bis zwei Monaten erfolgen. 58.000 Euro werden dafür in den Haushaltsplanungen hinterlegt. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde entschieden den kompletten Untergrund zu erneuern, um eine feinere Oberfläche für ein angenehmeres Fahrerlebnis zu erwirken. Auch ein Großteil der Anlagen soll erneuert werden. „Der über 20 Jahre alte Platz ist in der Skater-Szene schon lange Zeit etabliert und wird von ganzen Generationen an Skateboardfahrern gut angenommen und intensiv genutzt. Skate-Rampen, aber auch sogenannte Scooter oder BMX erfreuen sich großer Beliebtheit“, so Bauamtsleiter Bernhard Unterauer im Gespräch mit chiemgau24.de im Anschluss an die Entscheidung.

Neuer Skatepark für Trostberg - Das ist der Verein dahinter

Gemeinsam mit dem eigens für den Erhalt des Skateplatzes gegründeten Verein sollen die Planungen in geordnete Bahnen gelenkt werden und das Areal attraktiver gemacht werden, sodass es künftig auch mehr Leute anspricht. Mit dem Verein habe die Stadt, der die Fläche gehört, einen kompetenten Ansprechpartner, der mitunter als Planer fungiert und ein Gesamtkonzept für den Skateplatz entwickle. „Die Ausstattung für einen Skateplatz ist mit der Zeit moderner geworden“, erläutert der Bauamtsleiter weiter. „Damals waren Betonelemente der Stand der Technik, mittlerweile gibt es flexiblere Elemente, eigens für wendige Fahrmanöver geeignet. Zusammen mit dem Verein sind wir dran, eine dauerhafte und zukunftsträchtige Basis für die Skateplatz-Szene einzurichten.“

Mirko Holzmüller und Maximilian Seibold sind unterdessen ebenfalls voll des Lobes über die Zusammenarbeit mit der Stadt. „Das ist wirklich toll, dass die Entscheidung über die Neugestaltung des Platzes nach Rücksprache mit den Leuten geschieht, die ihn auch nutzen“, so Seobold. „Die mit der Sanierung beauftragte Firma ist außerdem ein Unternehmen, hinter dem Leute stehen die selbst Skateboard fahren.“ Von diesem stamme bereits die große Holzrampe. „Das sind Experten, die genau wissen, was sie tun und eine Anlage abliefern werden, die den Ansprüchen und Bedürfnissen der Benutzer dann auch entsprechen werden.“

Der Skatepark von Trostberg ist in die Jahre gekommen.

Seibold und Holzmüller sind beide dem Skateboarden verbunden, seit sie Teenager waren. „Ich hatte Videos von Leuten, die Tricks mit ihren Boards machen gesehen und wollte das selbst angehen“, erinnert sich der 23-jährige Seibold, „Ich wohnte damals relativ in der Nähe und habe dann eines Tages beim Skatepark vorbeigeschaut. Da waren gerade ein paar Leute zugange und ich wurde sofort freundlich aufgenommen und mir bei meinen ersten Fahrversuchen geholfen. So etwas ist doch toll und das will ich auch an neue Generationen von Kindern und Jugendlichen weitergeben können!“ Holzmüller wiederum stammt ursprünglich aus Hof an der Saale. Vor seinem beruflich bedingten Umzug in die Region war er viel in der Münchner Skater-Szene aktiv und ist bis heute ein Mitglied des Münchner Skateboarding Vereins und diesem weiter verbunden. „So etwas wie in München würde ich nun gerne auch hier vor Ort aufzubauen helfen.“

Grundsanierter Skatepark in Trostberg soll dann mehr als eine Sportanlage sein

Momentan hat der Trostberger Verein erst acht Mitglieder, doch das ist absichtlich so. „Wir wollen erst richtig loslegen, wenn die Sanierung des Skateparks abgeschlossen ist“, erklärt Vereinsvorstand Seibold. „Dann kann man beitreten und wir wollen ein umfangreiches Programm mit Kursen für Kinder und Jugendliche und einer Vielzahl von Veranstaltungen bieten.“ Einen ersten und erfolgreichen Testlauf habe es bereits im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt im vergangenen Sommer gegeben. „Da konnten wir bereits erste Kurse anbieten, die auch gut angenommen wurden.“ Es habe auch bereits Wettbewerbe gegeben. „Die Anlage hier ist auch über die Region hinweg bekannt.“

Der Skatepark von Trostberg hat in den letzten Jahren sowohl mit Vandalismus als auch altersbedingten Schäden zu kämpfen gehabt.

Neben Wettbewerben solle es auch Veranstaltungen geben, die über rein sportliches hinausgehen. „Beispielsweise kleine Feiern oder auch Musikveranstaltungen“, berichtet Seibold. „Wir wollen den Skatepark über eine Sportanlage hinaus als Treffpunkt etablieren.“ Dies beträfe auch die negativen Seiten der Beliebtheit der Anlage bei Jugendlichen. „Während Corona gab‘s ja leider kaum sonst was zu tun. Das war grundsätzlich dann toll, da hier mehr los war, aber es gab auch Vermüllung und Leute haben ungefragt alles mit Graffiti zugemalt.“ Der Plan sei, ein höheres Verantwortungsbewusstsein für den Ort zu wecken. „Wir haben ja nicht mal grundsätzlich was gegen Graffiti!“, schließt Seibold, „Wir wollen dafür aber halt ausgewiesene Flächen bereitstellen, wo sich junge Künstler dann unter Anleitung verwirklichen können ohne das es Probleme gibt.“

hs

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