Jogger, Jäger und Bauern beschweren sich

Trostbergs Hunde-Problem: "Wir sind im Prinzip hilflos"

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Trostberg - Die Stadt erreichen immer mehr Beschwerden über frei laufende Vierbeiner und Hundehalter, die die Hinterlassenschaften liegen lassen - viele sind ratlos, wie man dem Problem Herr wird.

Die Probleme häufen sich: Jogger, die ohne Pfefferspray nicht mehr an die Alz gehen. Jäger, die sich um gewilderte Rehe sorgen. Landwirte, deren Wiesen voll mit Hundekot sind. In der Stadtratssitzung entwickelte sich am Mittwoch eine lange Diskussion, wie man den Problemen am besten begegnet. 

"Hunde haben halt kein Nummerntaferl"

Der Vorschlag der Stadtverwaltung: Schilder mit der Aufschrift "Hunde bitte an die Leine". Aber reicht das? Hundetoiletten mit griffbereiten Tüten und Mülleimer gibt es in der Stadt schon viele - und Hundekot auf Freiflächen und öffentlichen Grundstücken liegen zu lassen, ist ohnehin verboten, genauso das Verunreinigen von landwirtschaftlichen Flächen und ihr Betreten während der Nutzzeit. 

Eine Hundehaltungsverordnung mit geregelten Bereichen, wo der Hund an die Leine muss und wo nicht, gibt es in der Stadt nämlich nicht. Einzelfälle können über das bayerische Landesstraf- und Verordnungsgesetz (LStVG) geahndet werden: "Aber das zu überprüfen ist schwierig, weil Hunde kein Nummerntaferl haben und die Halter bei Problemen oft keine Auskunft geben, wer sie sind", so Bürgermeister Schleid.

Hundetoiletten Teil der Lösung oder des Problems?

Auch die Jäger dürften im Härtefall schießen: "Aber das wollen sie ja eigentlich nicht, daher kamen sie ja mit der Bitte an die Stadt. Wir wollen bewusst nicht in den Sanktionierungsbereich, aber hoffen, dass unser Appell etwas hilft", so der Bürgermeister. Natürlich ist auch ihm und dem Stadtrat der wichtige soziale Aspekt von Hunden für viele Menschen bewusst - aber auch von eigenen negativen Erfahrungen konnten viele berichten

Die Diskussion der Stadträte ging hin und her: Manche schlossen sich dem Vorschlag der Verwaltung an, mehr Schilder aufzustellen, andere sahen eh schon eine "Reizüberflutung an Schildern" oder forderten mehr Anzeigen. Manche forderten mehr Hundeklos, andere sehen die Sackerl als großes Problem, weil sie gefüllt in die Landschaft geworfen werden. "Die vollen Tüten stecken dann bei mir immer im Gartenzaun", so Stadtrat Fenis.

"Diskussion hat gezeigt, dass wir im Prinzip hilflos sind"

Ein anderer, wie Robert Liedl, berichtete von über 15 gezählten Hundehaufen auf 75 Meter entlang der Alz: "Auch mehr Sackerl bringen da nichts mehr", so Liedl und Bürgermeister Schleid merkte an, dass das Befüllen der Hundetoiletten und Entsorgen der Tüten für den Bauhof jetzt schon eine große Aufgabe sei. 

Mit einer Mehrheit von 15:4 Stimmen entschied sich der Stadtrat schließlich für das Aufstellen von mehr Hinweisschildern an die Hundehalter. "Eigentlich finde ich es traurig, Taferl aufzustellen für Dinge, die eigentlich eh verboten sind und die zum gesunden Menschenverstand gehören. Aber die Diskussion hat gezeigt, dass wir im Prinzip hilflos sind", schloss der Bürgermeister.

xe

Rubriklistenbild: © Fotomontage dpa

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