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Trostberger Kinderarzt klärt wichtigste Fragen

Corona-Impfung ab fünf Jahren: Soll ich mein Kind impfen lassen?

Kann ich mein Kind bereits jetzt gegen Corona impfen lassen? Soll ich mein Kind überhaupt impfen lassen? Zu welchen Nebenwirkungen kann es kommen? Kinderarzt Andreas Blüml klärt die wichtigsten Fragen.

Trostberg/Region - Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Corona-Impfung für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren zugelassen - mit dem Kinderimpfstoff von BionTech und Pfizer. In Deutschland soll gegen Ende Dezember mit den Impfungen gestartet werden. Die Kinderärzte in der Region bereiten sich bereits auf die Impfungen vor, erklärt Andreas Blüml, Kinder- und Jugendarzt in Trostberg sowie Obmann für Oberbayern im Bayerischen Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Doch im Moment seien die Ärzte durch die vielen Infekte zeitlich eingeschränkt. „Wir überlegen noch, wie wir dies organisieren können.“ Außerdem sei die Zulässigkeit der Impfung mit dem aktuellen Impfstoff von BionTech und Pfizer noch unklar.

Ärzte bereiten sich vor: Corona-Impfung für Kinder

Denn die Kinderimpfung ist zwar der gleiche Impfstoff wie ihn die Erwachsenen gespritzt bekommen - doch Kinder bekommen nur ein Drittel der Erwachsenendosis. Dies sei schwerer abzumessen, so Blüml. Und: „Die Nutzung des aktuellen Impfstoffes ist zwar möglich, jedoch „off-label“, da sich die Zulassung auf den Kinderimpfstoff bezieht. „Off-Label“ würde bedeuten, dass der Arzt die Dosis aus einer Ampulle des Erwachsenenimpfstoffes zieht.

Ich möchte mein Kind schon jetzt impfen - geht das?

Möchten Eltern ihr Kind schon jetzt impfen, ist dies nach Aufklärung möglich, erklärt Blüml. „Aber aktiv empfehlen werden es die Kinderärzte in der Regel noch nicht.“ Auch bei den Kleinen werden zwei Corona-Impfungen notwendig sein, im Abstand von drei bis sechs Wochen. „Ob ein Booster in 6 Monaten nötig wird, ist noch nicht geklärt“, so Blüml.

Welche Nebenwirkungen haben Kinder bei der Corona-Impfung?

Auch bei Kindern kann es zu Impfreaktionen kommen. Die bisher aufgefallenen Nebenwirkungen seien die üblichen, so Blüml, also Schmerzen an der Einstichstelle und grippeähnliche Symptome, etwa Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit. Bei älteren Kindern ab zwölf Jahren habe ein Großteil der Kinder Schmerzen im Arm und etwa 60 Prozent „grippeähnliche Symptome im weiteren Sinne“, so Blüml. Bei den kleineren Kindern wird es vermutlich ähnlich sein.

Ob seltene Nebenwirkungen wie Herzmuskelentzündungen auftreten, ist noch unbekannt, so der Arzt. „Bei gesunden Kindern ist das Risikoverhältnis von Krankheit zu Impfung so nicht abschätzbar. Kinder mit erhöhtem Risiko profitieren höchstwahrscheinlich von der Impfung.“

Was sollen Eltern vor und nach der Impfung beachten?

„Die Kinder sollten zum impfen fit sein. Das heißt, sie sollten keinen - das Immunsystem belastenden - Infekt haben“, so Blüml. Ein einfacher Schnupfen mache jedoch nichts aus. Nach der Impfung solle sich das Kind schonen können, sofern es Nebenwirkungen zeigt. „Treten bekannte oder unbekannte Symptome auf, sollte dies dem Kinderarzt mitgeteilt werden.“

Auch bei der Kinderimpfung werde es wieder keine Einzeldosen geben, sondern Mehrfachampullen. Auch hier werde man also in Gruppen impfen müssen, so der Kinderarzt.

Abwägungssache: Corona-Impfung für Kinder

Blüml empfiehlt Eltern gesunder Kinder ohne Risiko oder Vorerkrankung, „abzuwarten, bis eine Risiko-Nutzen-Abwägung getroffen werden kann.“ Bei Kindern mit für Covid19 „risikoerhöhenden Vorerkrankungen“ mache die Corona-Impfung jedoch bereits jetzt Sinn, etwa bei Diabetes, schwerem Asthma, Mehrfachbehinderungen oder Gendefekten wie dem Downsyndrom.

StiKo-Empfehlung noch im Dezember

Ab dem 20. Dezember sollen Deutschland 2,4 Millionen Dosen des Impfstoffes für Kinder zur Verfügung stehen. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit. Bis dahin rechnen Experten auch mit einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (StiKo). Viele Kinderärzte orientieren sich an den Aussagen der StiKo. Einige Experten rechnen zunächst mit einer StiKo-Empfehlung für Kinder mit Vorerkrankungen und schwer kranken Angehörigen und nicht mit einer generellen Empfehlung. Corona-Impfungen für andere Kinder sind nach einer ärztlichen Aufklärung dennoch möglich.

In den USA und Israel werden Kinder ab fünf Jahren bereits gegen Corona geimpft. Auch in Österreich wird der Corona-Impfstoff für Kinder bereits eingesetzt.

ce

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP | David Zalubowski (Symbolbild)

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