Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Umstände lassen keine andere Entscheidung zu“

Alzchem schließt sechzig Parzellen umfassende Schrebergartensiedlung

Ein Bodengutachten zwingt die Alzchem zu einer Entscheidung über die künftige Nutzung ihres Schrebergartengeländes südlich der Hauptverwaltung: Das Unternehmen wird in klimaneutralen Strom und damit in eine umweltfreundlichere Zukunft sowie die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen investieren.  

Die Meldung im Wortlaut:

Trostberg – Anlass der Schließung der sechzig Parzellen umfassenden Schrebergartensiedlung auf dem Werksgelände der Alzchem südlich der Hauptverwaltung ist das Ergebnis einer Bodenuntersuchung: Danach ist der Boden über die zulässigen Grenzwerte hinaus mit Schadstoffen belastet – insbesondere mit Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKs). Das Ergebnis ist Folge einer routinemäßigen Untersuchung der im Altlastenkataster registrierten Flächen. 

In den 1940er und 1950er Jahren wurde die Fläche zur Ablagerung von Hausmüll, Industrieabfällen sowie Kalk aus der Kalkstickstoffverarbeitung genutzt. Anschließend wurden etwa 50 cm Mutterboden zur Rekultivierung aufgetragen und ein großer Teil der Fläche Alzchem Mitarbeitern als Schrebergartenparzellen zur Verfügung gestellt: eine willkommene Unterstützung in schwierigen Zeiten. In den 1980er Jahren wurden die Altablagerungen bei der behördlichen Erfassung von Altdeponien gemeldet. 

Um die Schrebergärten künftig uneingeschränkt nutzen zu können, wäre ein kompletter Austausch des Bodens auf der gesamten Fläche bis in 60 cm Tiefe notwendig; bei einem – regelmäßig zu kontrollierenden – Verbot des Nutzpflanzenanbaus wäre der Boden noch immer bis in 35 cm Tiefe zu erneuern. Beides würde eine vollständige Räumung des Geländes samt Rückbau der Gartenhäuschen und -lauben erfordern und Kosten in Millionenhöhe verursachen.  

Auf der anderen Seite stehen die wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen der Alzchem: Das Unternehmen will und muss gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Ein wichtiges Ziel in diesem Zusammenhang ist die Transformation hin zur Klimaneutralität, ein anderes der Erhalt sicherer Arbeitsplätze in der Region. Ein großer Anteil des zukünftig erforderlichen klimaneutralen Stroms muss lokal erzeugt werden, da der überregionale  Stromnetzausbau viel zu langsam erfolgt. Die aktuelle Vervielfachung der Energiepreise – insbesondere beim Strom – verschärft nun die Situation zusätzlich. Ausgaben in Millionenhöhe für den Erhalt der Schrebergärten sind angesichts dieser enormen Herausforderungen weder leistbar noch verhältnismäßig.  

Photovoltaik-Anlage kommt

Daher plant die Alzchem eine Investition in die Zukunft des Unternehmens und der Region: Auf dem Gelände wird eine Photovoltaik-Anlage entstehen, die einen nachhaltigen Beitrag zur Versorgung des Unternehmens mit klimaneutralem Strom liefert. Für diese Art der gewerblich industriellen Nutzung ist kein großflächiger Bodenaustausch notwendig und die Kosten bewegen sich etwa im selben Rahmen wie die sonst erforderliche Bodensanierung, darin ist der Bau eines Mitarbeiterparkplatzes unter den Solarpaneelen bereits eingeschlossen.  

„Wissen um die Emotionalität des Themas“

„Dieser Schritt fällt uns nicht leicht“, betont Alzchem-Vorstand Klaus Englmaier. „Wir wissen um die Emotionalität des Themas. Viele von uns sind mit diesen Schrebergärten aufgewachsen und auch heute noch sind einige Kolleginnen und Kollegen der Alzchem unter den Gärtnern, die ihre Parzellen liebevoll pflegen und sich gerne dort erholen. Doch die Umstände lassen keine andere Entscheidung zu: Es wäre angesichts der großen Herausforderungen, die vor uns liegen, unverantwortlich, nicht alles zu tun, um die Zukunft der Alzchem zu sichern.“ 

Pressemitteilung alzchem group

Rubriklistenbild: © M. Guyt/Imago

Kommentare