Stadt Trostberg verabschiedet Haushalt 2020 

Neue Schulden durch Wohnungsbau: "Ein Schmarrn diese Möglichkeit nicht zu nutzen" 

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Bürgermeister Karl Schleid verabschiedete gemeinsam mit dem Stadtrat einen soliden Haushalt 2020 für die Stadt Trostberg. 
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Trostberg - Die Stadt investiert kräftig - und das fast schuldenfrei. Einstimmig wurde die Finanzplanung für das kommende Jahr von den Stadtratsmitgliedern am Mittwoch, 27. November, verabschiedet. 

Stadtkämmerer Armin Gois hat die Eckdaten zum Volumen des Haushalts 2020 für die Stadt Trostberg

  • Gesamthaushalt: 34.157.200 Millionen Euro
  • Verwaltungshaushalt: 27.482.250 Millionen Euro
  • Vermögenshaushalt 6.674.950 Millionen Euro 

Die Zahlen seien im Vergleich zum Jahr 2019 etwas gestiegen, was Gois mit vorgesehenen Investitionstätigkeiten in Trostberg begründen kann. "Wir brauchen für den Haushalt auf der einen Seite eine Rücklagenentnahme zum Ausgleich von 2,1 Millionen Euro und auf der anderen Seite eine Kreditaufnahme von 978.200 Euro", erklärt der Kämmerer. 

Wohnungsbau geht mit Neuverschuldung einher 

Bürgermeister Karl Schleid ist zufrieden mit dem Haushalt 2020, wie er im Gespräch mit chiemgau24.de offenbart: "Wir können fast schuldenfrei arbeiten, haben dieses Mal jedoch eine Neuverschuldung mit drin. Die beruht darauf, dass wir im Wohnungsbau Kredite mit Null Prozent Zinsen aufnehmen kann und das wäre fast leichtsinnig, wenn wir das nicht machen würden. Es handelt sich hier um eine rentable Verschuldung und es wäre ein Schmarrn würden wir diese Möglichkeiten nicht nutzen." 

Denn das Thema Wohnbauprojekte wird groß geschrieben: Trostberg steige Schleid zufolge ein in einen kommunalen Wohnungsbau, einen "sehr zukunftsträchtigen Bereich", für den die Räte einen Maßnahmenbeschluss für rund 3 Millionen Euro vorgesehen hätten. 

Schleid weiter: "Wir haben einen stabilen Haushalt verabschiedet, in dem einige größere Investitionen abgebildet sind." Schleid stellt im Rahmen der Investitionen 2020 den Umbau der maroden Häuserzeile in der Traunsteiner Straße 4 bis 10 in den Fokus, für die der Startschuss der Sanierungsarbeiten in Form des obligatorischen Spatenstichs Anfang November erfolgte, als "großer Posten im Investitionsbereich" dar: "Der Umbau der vier denkmalgeschützten Häuser für den Sozialraum freut uns alle sehr."

Kinderbetreuung im Vordergrund

Weitere wesentliche Punkte in der Finanzplanung seien die Planungen für den Neubau zweier Kindergärten - einmal an der Kreisklinik und einmal in der Heinrich-Braun-Straße. "Dazu kommen die Planungen für zusätzliche Unterrichtsräume an der Heinrich-Braun-Grundschule, weil wir hier dringend einen Bedarf sehen", erläutert der Bürgermeister die Bedeutung der Kinderbetreuung in der Alzstadt. 

Am Herzen liege dem Bürgermeister die Fertigstellung des Feuerwehrhauses in Heiligkreuz, in dem auch ein Gemeinschaftsraum für das Dorfleben integriert sei. 

Des Weiteren gehe es in Trostberg auch mit dem Breitbandausbau im Außenbereich voran. Freilich treibe man Schleid zufolge auch den Ausbau und die Sanierung einiger maroden Straßen voran: "Da schmerzt natürlich, dass es die Straßenausbaubeitragssatzung nicht mehr gibt. Das belastet die Haushalte schon und schmerzt, zumal der Freistaat hier kaum finanziell unter die Arme greift." 

Einstimmiger Beschluss 

Am Ende stimmten die Mitglieder des Stadtrates einstimmig für den Haushaltsplan 2020. "Ich glaube mit den wesentlichen Themen konnte sich jede Fraktion wiederfinden im Haushalt 2020", erläutert der Bürgermeister abschließend.

Übrigens: Schleid zufolge sei die Diskussion "sehr sachlich und auf das Wesentliche bezogen" über die Bühne gegangen. Der Kommnalwahlkampf sei komplett aus der Debatte herausgehalten worden, worüber der Bürgermeister "sehr dankbar" gewesen sei. 

mb

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