Innerstädtische Verdichtung in Trostberg geplant

Neue Wohnbebauung in der Hedwigstraße: UVA prangert Baumfällungen an 

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In der Hedwigstraße in Trostberg wurden Baumfällungen vorgenommen. An dieser Stelle ist langfristig eine Wohnbebauung geplant - einen konkreten Bebauungsplan gibt es aktuell nicht.  

Trostberg - Im Bereich "Heiligkreuz-Wimm" ist eine innerstädtische Verdichtung vorgesehen. Wie die Pläne jedoch konkret aussehen, das steht aktuell noch in den Sternen. Mahnungen von Seiten Umwelt- und Baumschützer gibt es bereits jetzt. 

"Noch bevor die Stadt Trostberg die beantragte bauliche Verdichtung durch eine detaillierte Planung vorgenommen hatte, wurde ein Großteil der alten Bäume beseitigt - damit sind vollendete Tatsachen geschaffen worden. Leider war der innerörtlich sehr bedeutende und biotopartige Baumbestand weder durch den rechtskräftigen Bebauungsplan, noch durch eine Baumschutzverordnung geschützt." 


So lautet ein Auszug aus der schriftlichen Stellungnahme des Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V. (UVA), der die Stadt einmal mehr auffordert, die vorhandenen innerörtlichen Grünstrukturen mit ihren Großbäumen unbedingt zu erhalten

Der UVA zielt auf die Durchführung einer "sehr sorgfältigen städtebaulichen und vor allem landschaftsplanerischen Bestandsaufnahme, mit der einerseits die erhaltenswerten grünordnerischen und ökologischen Strukturen sowie andererseits die Möglichkeiten einer städtebaulichen Verdichtung und Strukturierung festgestellt werden und hieraus ein planerisches Konzept entwickelt" werden solle.


"Baumfällung legitim"

Bernhard Unterauer vom Stadtbauamt erklärt auf Nachfrage der Redaktion, dass die Baumfällungen von Seiten der Eigentümer des Grundstücks vor Weihnachten legitim im Zeitraum zwischen Oktober und März stattgefunden hätten. Darüber hinaus habe man nicht gegen die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes verstoßen, eine Baumschutzverordnung gebe es in Trostberg nicht. "Die künftige Grünordnung wird sich im Bebauungsplan wiederfinden - es werden sicher Nachpflanzungen geschehen", versichert Unterauer. 

Ein aktuell konkreter Bebauungsplan zu dem Wohnprojekt liege derzeitig nicht vor. Wie die Planung aussehe sei noch unklar, Unterauer aber geht eher von einer Einzelhausbebauung als von Geschossbau aus. "Es war einmal die Rede von mehreren Doppelhaushälften mit Tiefgarage, die scheint aber inzwischen passé zu sein." 

Keine konkreten Planungen bisher 

Er schätzt, dass es Mitte des Jahres in der geplanten Bebauung in der Hedwigstraße voran gehen könnte. Die Änderung des Bebauungsplans werde dann den gängigen Weg der Verwaltung einschlagen und in einer der künftigen Sitzungen des Bauausschusses thematisiert, bevor es ins Öffentlichkeitsverfahren gehe, in dessen Rahmen Stellungnahmen, Anregungen und Bedenken von Seiten der Bürgerschaft geäußert werden können.  

"Natürlich ist diese Wohnbebauung unbestritten ein Interessenkonflikt", betont Unterauer abschließend. "Wir wollen eine maßvolle Verdichtung, die sich der Umgehungsbebauung anpasst und ich denke, wir sind auch in der Hedwigstraße auf einem guten Weg." 

mb

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