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Trostberger JuZ-Leiter über positive Auswirkungen der Pandemie

Digital oder real: „Echtes Leben“ bei den Jugendlichen wieder mehr im Trend?

Jugendliche digitale vs. reale Welt
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Jugendliche nutzen sowohl digitale Angebote, schätzen aber seit der Pandemie auch wieder mehr die reale Welt.

Schreiben über WhatsApp, liken auf Instagram, zocken auf der Playstation - die jungen Erwachsenen heutzutage wachsen mit der digitalen Technik auf und beherrschen sie aus dem Stegreif. Doch seit der Pandemie fällt auf: Immer mehr Jugendliche schätzen auch wieder das „echte Leben“.

Trostberg - Am Mittwoch (26. Januar) stellte Dietmar Spitzera, der Leiter des Jugendzentrums (JuZ) in Trostberg, dem Stadtrat seinen alljährlichen Bericht vom Jugendzentrum vor. Neben der besorgniserregenden Nachricht, dass der Cannabis-Konsum bereits bei Jugendlichen ab zwölf Jahren massiv steige, hatte Spitzera auch erfreuliche Bekanntgaben im Gepäck.

Mangelnde Kontaktmöglichkeiten durch Pandemie-Regeln

Was seit der Pandemie auffällt: Viele ziehen inzwischen das reale Leben dem digitalen vor. Eine Hauptaufgabe der offenen Jugendarbeit sei es, eine Alternative zu dem konsumorientierten und oft virtuellen Freizeitverhalten anzubieten.

„Die Pandemie mit all ihren Einschränkungen aber sorgte dafür, dass die Zeit, die Jugendliche am Computer oder Handy verbringen, noch einmal zum Teil enorm gestiegen ist. Auch die Kommunikation untereinander litt sehr unter den mangelnden Kontaktmöglichkeiten und verlagerte sich so bei vielen nochmal mehr in die sozialen Plattformen“, weiß Spitzera.

Viele erkannten Vorteile des realen Lebens

Umso erfreulicher für den JuZ-Leiter, dass nach dem Lockdown im Sommer mit Wiederaufnahme des Juz-Betriebs fast alle Jugendlichen - bis auf ein paar „Hardcorezocker“ - erkannt hätten, wie spannend das reale Leben doch sei. Da sei die virtuelle Welt auf einmal kein Ersatz mehr gewesen.

In Sachen Sozialverhalten und Kommunikation aber seien die Folgen stark zu spüren: „Vor allem bei den neuen Besuchern weist ein ungewöhnlich hoher Anteil teils gewaltige Defizite in diesen Bereichen auf, wodurch das Üben gruppentauglichen Verhaltens- und Kommunikationsformen eine Herausforderung für unser Personal darstellt.“

„Schon in normalen Zeiten ist die persönliche Beratung ein Arbeitsschwerpunkt im Trostberger Jugendzentrum. In Zeiten von Corona kam dem jedoch nochmal eine größere Bedeutung zu: Gerade während der Schließzeiten des JuZ fragten immer mehr nach Beratungsgesprächen, da sie mit der Situation daheim, in der Schule oder auch mit den Kontakteinschränkungen im Freundeskreis überfordert waren“, erinnert sich Spitzera.

„Durch möglichst viele Treffen im JuZ oder auch Besuche zu Hause gelang es immerhin oft, ein bisschen belastenden Druck zu nehmen, zu Hause zu vermitteln und teils auch mit Eltern gemeinsam Strategien für die schwierige Zeit zu entwickeln. Auch die neu hinzugekommenen Jugendlichen nehmen dieses Angebot gerne an, kommen erstaunlich schnell mit ihren Sorgen, Ängsten und sonstigen Themen, um sich Rat und Unterstützung beim Personal zu holen.“

Kontakt über soziale Netzwerke behält weiter seine Bedeutung

Trotz allen Vorteilen, die das reale Leben abseits von Corona zu bieten hat: Gerade für die jüngere Generation sei der Kontakt über soziale Plattformen wie WhatsApp und Instagram eine „sehr wichtige Möglichkeit in Kontakt zu bleiben“. Schon allein Nachfragen, wie es denn gerade läuft daheim, habe in der schwierigen Zeit laut Spitzera oftmals für einen regen Austausch gesorgt und den Gesprächsbedarf bei den Besuchern gedeckt.

Noch im Mai sei die „Notversorgung“ für Jugendliche durch Einzelgespräche aufrechterhalten geblieben. Mit Start der warmen Sommermonate und bei schönem Wetter hätten immer mehr Besucher das Außengelände aufgesucht, um zumindest einigermaßen Kontakt zum JuZ-Personal aufrechtzuerhalten. Als im Oktober auch noch die Disco wieder öffnen durfte sei diese Zahl nochmals angestiegen und Spitzera freute sich über tägliche Besucherzahlen von 60 bis 70 Leuten.

mb

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