Saliterau und Pechlerau sollen künftig geschützt werden 

Schutz für Trostberg vor Hochwasser an der Alz: Kostenexplosion

Dass die Alz über in Hochwassersituationen über die Ufer tritt - wie hier an einer Brücke in der Nachbargemeinde Altenmarkt - soll in Trostberg vermieden werden - mit kostspieligen Hochwasserschutzmaßnahmen. 
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Dass die Alz über in Hochwassersituationen über die Ufer tritt - wie hier an einer Brücke in der Nachbargemeinde Altenmarkt im Jahr 2013 - soll in Trostberg vermieden werden - mit kostspieligen Hochwasserschutzmaßnahmen. 

Trostberg - Ein Jahrhunderthochwasser soll künftig vor den Toren der Stadt Halt machen - neue Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Alz sollen diesen Schutz gewährleisten.  Die Umsetzung ist allerdings mit hohen Kosten verbunden: 

Die Planungen für die Saliterau und die Pechlerau reifen. Christian Schieder und Richard Heinz vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein stellten die Planungen in der Sitzung des Stadtrats am 23. Oktober genauer vor. 


Was den Räten sofort sauer aufstieß: Die Kosten für die Schutzmaßnahmen in Form von Mauern und Spundwänden explodieren. "Wir müssen mit einer Steigerung von 50 bis 80 Prozent an Kosten rechnen - eine wahre Kostenexplosion", räumte Heinz zu Beginn der Vorstellung ein. 

3,8 Millionen Euro sind nun insgesamt veranschlagt - vor zwei Jahren war noch die Rede von 2,4 Millionen Euro. Beteiligen müsse sich die Stadt Trostberg mit einem Prozentsatz von 35 an den Kosten, was etwa 1,3 Millionen Euro entspricht. 


Geschuldet sei diese Kostensteigerung Heinz zufolge der aktuellen Marktlage: "Das bringt die Konjunktur unweigerlich mit sich und ist nicht zu ändern. 2015 kostete die Tonne Stahl noch 450 Euro und momentan liegen wir bei 1000 Euro pro Tonne. Das wirkt sich natürlich bei unserer geplanten Spundwand auf die Gesamtkosten aus. Auch die Preise für Beton haben sich verdoppelt. Dafür hatten wir immerhin Glück, dass wir relativ wenig Grunderwerb hatten."

Hochwasserschutz vor Gestaltungselementen

An beiden Seiten der Alz in den Bereichen Saliterau und Pechlerau werden Deiche und Mauern errichtet. Die niedrigste Stelle der Hochwassermauer liegt bei 75 Zentimetern, die höchste bei 2,20 Meter. Die Spundwände sollen begrünt werden, damit sie sich besser an die angrenzende Siedlung anpassen. 

Bei Fällungen bestehenden Baumbestands garantiert das Wasserwirtschaftsamt Nachpflanzungen. Einige Fällungen, darunter in der Nähe der Pechleraustraße seien unvermeidlich, wie Schieder erklärt. Geplant sei außerdem im Naherholungsgebiet an der Alz entsprechende Möglichkeiten zu realisieren, die die Bürger zum Verweilen am Gewässer einladen. Schieder schweben hier beispielsweise Stufen vor, die in Richtung Alz führen. "Natürlich ist der Hochwasserschutz prioritär und die Gestaltungselemente sekundär", betonte er. 

Geplant ist von Seiten des Wasserwirtschaftsamts mit dem jetzigen Entwurf in die Genehmigungsplanung Wasserrecht zu gehen. Baubeginn ist nach der Ausschreibung, in etwa in zwei Jahren angesetzt. Die Planung wurde samt Kostensteigerung mit einer Gegenstimme im Rat verabschiedet. 

mb

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