In Trostberg von 7. bis 24. Mai 2021

Galerie in der ganzen Stadt: So geht die Kunstmeile trotz Corona über die Bühne

Exponate aus der Kunstmeile Trostberg 2021
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Zwei der Exponate aus der Kunstmeile Trostberg 2021: Sommer, Eduard Black, Cello (links) und von Siemens, Susanne Gewand

Auch wenn Corona das Kunst- und Kulturprogramm ordentlich durcheinander wirbelt - der Kunstmeile in Trostberg tut das keinen Abbruch. Sie geht wie geplant im Mai über die Bühne. Natürlich nicht wie gewohnt, doch es gibt durchaus Möglichkeiten auch in Pandemiezeiten die Kunst an den Mann und an die Frau zu bringen, weiß Trostbergs Kulturamtsleiterin Dr. Johanna Steiner.

Trostberg - „Viele Dinge finden sogar so statt wie sie ursprünglich auch vorgesehen waren“, freut sich Dr. Steiner im Gespräch mit chiemgau24.de. Denn ein großer Teil der Werke werde im Außenbereich aufgestellt und könne so unabhängig von Corona-Regeln jederzeit betrachtet werden. Für den anderen Teil in Postsaal und Atrium, die derzeit nicht zugänglich seien, werde gleichzeitig eine virtuelle Ausstellung allen Interessierten zur Verfügung stehen, die auf der Homepage zu finden ist.

80 Künstler aus Deutschland, Österreich und Italien präsentieren auf Südbayerns größter Kunstschau zweieinhalb Wochen lang eine Auswahl ihrer Werke. „Damit auch alle stilgerecht zur Schau gestellt werden können, haben wir parallel zur virtuellen eine reale Ausstellung ins Leben gerufen. Dafür dienen sowohl leer stehende als auch vermietete Schaufenster in der Stadt. Bei einem Spaziergang durch Trostberg können die Werke so in Ruhe begutachtet werden“, erzählt Dr. Steiner. Das Stadtkino, das wegen Corona ohnehin geschlossen hat, stelle ebenso wie der Postsaal Glasfronten zur Verfügung.

Kuhnlein Andreas, Ikarus, Eiche

Vernissage wird am 6. Mai im Fernsehen übertragen

Die Vernissage könne natürlich wegen Corona nicht wie gewohnt stattfinden, werde daher am Donnerstag, 6. Mai, im Regionalfernsehen Oberbayern (RFO) übertragen. Tags drauf startet die Ausstellung wie geplant von Freitag, 7. Mai, bis Pfingstmontag, 24. Mai. Die Kunstmeile Trostberg findet in diesem Jahr bereits zum neunten Mal in der Altstadt statt.

Initiator Werner Pink, Kulturamtsleiterin Dr. Steiner und das Kunstmeilenteam haben seit Spätherbst 2020 in zahlreichen Präsenz- und Onlinetreffen Künstler und Werke ausgewählt, den Ausstellungskatalog und das Rahmenprogramm zusammengestellt, Sponsoren und Kooperationspartner gewonnen, Ausstellungsräume und den Schulwettbewerb organisiert sowie an Hygienekonzepten und Abläufen für jedes erdenkliche Szenario gefeilt.

„Wichtig, ein Zeichen zu setzen, dass es weiter geht“

„Wir haben uns Gedanken gemacht für unsere Künstler, damit die insgesamt 200 Werke auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können“, erläutert Dr. Steiner weiter. „Die Künstler stehen voll und ganz hinter unserem Konzept, sind dankbar. Uns war es wichtig, ein Zeichen zu setzen, dass es weiter geht, dass Kunst präsent ist. Daher haben wir heuer eine Galerie über die ganze Stadt verteilt. Eine Ausstellung bleibt es trotzdem.“ Als Ergänzung können Besucher oder Spaziergänger den Kunstmeile-Katalog erwerben, in dem ergänzende Infos über die Künstler und ihre Werke zu finden sind.

Neustifter, Joseph Michael Camerata

Die Pandemie-Lage und der Lockdown lassen die Kunstszene wenig frohlocken: „An einen normalen Spielbetrieb sowohl im Postsaal als auch im Museum ist nicht zu denken. Alles ruht seit Monaten. Aber wir schauen nach vorne, in unserer Arbeit herrscht kein kompletter Stillstand“, zeigt sich Dr. Steiner abschließend kämpferisch. Lange habe man Hoffnungen gehegt, dass immerhin ein bisserl was gehen könnte mit Terminvergabe oder nur einer bestimmten Anzahl an Besuchern - umsonst.

„Mit der Kunstmeile haben wir jetzt Nägel mit Köpfen gemacht. Auch für Herbst ist unser Kulturprogramm im Postsaal komplett durchgeplant. Jeder ist weiterhin vorsichtig und verhalten, hält sich an alle Vorgaben und Hygienemaßnahmen. Aber wir sehen durchaus eine Tendenz, dass es bald wieder bergauf geht.“

mb

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