Bürgermeister-Aktion von Mühldorf bis Traunstein

"Region abgehängt": Bahnlinie soll endlich verstärkt werden

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Trostberg - Die Bahnlinie zwischen Mühldorf und Traunstein fristet noch immer ein "kümmerliches Dasein" - jetzt könnten die Bürgermeister aller Anliegerkommunen eine große Aktion starten.

Zu wenige Verbindungen, kein durchgängiger Takt: Die Bahnlinie zwischen Mühldorf und Traunstein wird seit Jahren als Problemfall angesehen - vor allem im Vergleich zu anderen Linien im ländlichen Raum (Mühldorf-Passau, Wasserburg-Ebersberg, Mühldorf-Burghausen) fristet sie ein "kümmerliches Dasein", wie es Trostbergs Bürgermeister Karl Schleid in der Stadtratssitzung am Mittwoch bezeichnete.


Alle Bürgermeister der Region an einem Strang

Schleid trommelte im Sommer die Bürgermeister aller Kommunen der Traun-Alz-Linie sowie die Abgeordneten im Trostberger Rathaus zusammen - das große Ziel: ein Stundentakt zwischen Mühldorf und Traunstein an sieben Tagen in der Woche. Vor allem die größeren Städte wie München, Passau, Salzburg oder Regensburg sollen schneller erreichbar werden.

Trostbergs Bürgermeister Karl Schleid.

In Trostberg sprach sich der Stadtrat geschlossen für die Stundentakt aus, auch der Gemeinderat von Unterneukirchen legte bereits vor. Als nächste Kommune wird der Tachertinger Gemeinderat am Donnerstag das Thema behandeln. So soll auf die Landratsämter in Traunstein, Altötting und Mühldorf Druck ausgeübt werden, bei der Bayrischen Eisenbahngesellschaft den Stundentakt zu fordern. "Die Südostbayernbahn unterstützt uns auch schon", so Schleid.


"Trostberg ist abgeschnitten"

"Trostberg ist direkt abgeschnitten. Am Samstag kommt man mit dem Bus nicht mal nach Mühldorf", so Ernst Schilder - und Franz-Xaver Obermayer pflichtete ihm bei: "Wenn man abends von München mit dem Zug kommt und über Traunstein fährt, ist in Traunreut Schluss. Wenn man über Mühldorf fährt, ist in Garching Schluss." Überhaupt geriet die Querverbindung nach Traunreut wieder ins Kreuzfeuer der Kritik: "Muss dort wirklich so oft gefahren werden?", fragte Bürgermeister Schleid und auch für Hannspeter Fenis war der Ausbau nach Traunreut "sinnlos".

Bezüglich einer stärkeren Traun-Alz-Linie ist Karl Schleid ist jetzt aber optimistisch: "Zum ersten Mal treten wir in drei Landkreisen gebündelt auf. Alles andere hat bisher ja nichts gebracht."

xe

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