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Kreisklinik Trostberg: Neues Hernienzentrum erfolgreich angelaufen

Spezialisten mit geballter Kompetenz für Leisten- und andere Weichteilbrüche

v.l. Dr. Joachim Deuble und Dr. Andreas König verantworten das zertifizierte Kompetenzzentrum Hernienchirurgie.
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v.l. Dr. Joachim Deuble und Dr. Andreas König verantworten das zertifizierte Kompetenzzentrum Hernienchirurgie.

Mit rund 250.000 Operationen ist die Leistenhernie, umgangssprachlich Leistenbruch genannt, bei Männern in Deutschland der häufigste Grund für einen Eingriff. „Am Klinikum Traunstein werden pro Jahr rund 300 Hernien operiert, an der Kreisklinik Trostberg führen wir jährlich bis zu 450 Hernien-Operationen durch“, so Dr. Joachim Deuble, Chefarzt der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Kreisklinik Trostberg.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Trostberg - Um diese Kompetenzen im Verbund der Kliniken Südostbayern zu bündeln und den Patienten noch mehr Behandlungsqualität zu bieten, haben er und Dr. Andreas König, Oberarzt in der Allgemeinchirurgie und Viszeral- und Minimalinvasiven Chirurgie am Klinikum Traunstein, das Hernienzentrum an der Kreisklinik Trostberg gegründet. Denn Hernien generell und Leistenbrüche insbesondere sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Diese Weichteilbrüche, bei denen hauptsächlich aus dem Innenraum des Bauches Gewebe nach außen drückt, müssen operativ versorgt werden, bevor es zu Komplikationen kommen kann. Leistenbrüche sind die weitaus häufigste Form von Hernien, es gibt aber auch Narbenhernien, Nabelhernien, Schenkelhernien, Zwerchfellhernien oder auch Bauchwandbrüche.

„Wir sind mit unserem Hernienzentrum im Sommer vergangenen Jahres gestartet und haben bis zum operativen Shutdown, also dem Einstellen verschiebbarer Eingriffe wegen der vierten Coronawelle, bis Mitte November schon rund 250 Patienten mit einer Hernie behandelt“, erklärt Dr. Deuble. Der Chirurg und Viszeral-Chirurg erinnert sich noch gut, dass er und Dr. Andreas König fast zeitgleich die Idee zur Gründung eines Hernienzentrums hatten. Die beiden erfahrenen Hernien-Operateure waren sich schnell einig, dass die vom Verbund der Kliniken Südostbayern im Interesse einer exzellenten medizinischen Versorgung der Menschen in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land erfolgreiche Etablierung von fachspezifischen Zentren mit ihrer gebündelten Expertise künftig um ein Hernienzentrum in der Kreisklinik Trostberg - mit dem Angebot von Spezialsprechstunden sowohl in Traunstein als auch in Trostberg - bereichert werden sollte.

So vielfältig wie das Spektrum erworbener oder auch angeborener Hernien, ihrer Lage, Größe oder Ausprägung und deren Behandlung sind nämlich auch die qualitativen Vorteile eines Hernienzentrums für die Patienten. Denn um das „DHG-Siegels Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ zu erwerben, müssen interessierte Kliniken oder Praxen bestimmte Vorgaben erfüllen. Zu diesen zählt naturgemäß die Anzahl der Eingriffe, denn mit jeder Operation steigen Erfahrung und damit Wissen, wächst der routinierte Umgang mit den Krankheitsbildern. Um den Blick auch für die Operationsergebnisse über den sonst üblichen Zeitraum eines Jahres hinaus zu schärfen, müssen die Hernienzentren zudem an der bundesweiten Qualitätssicherungsstudie der gemeinnützigen Gesellschaft Herniamed unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Allgemein.-und Viszeralchirurgie teilnehmen.

In dieser seit 2009 aktiven Registerstudie werden mit dem Einverständnis der wegen Hernien operierten Patienten - unter Beachtung strengster Datenschutzrichtlinien - alle relevanten Zahlen und Fakten dokumentiert. „Ziel der Studie ist es, den üblichen Beobachtungszeitraum nach einem Eingriff zu vergrößern und so die Nachbehandlung besser zu durchleuchten, etwa um zum Beispiel einen gründlichen Aufschluss über Rückfälle zu bekommen“, sagt Dr. Joachim Deuble. Darüber hinaus ermögliche die Registerstudie den Teilnehmenden dank langer Laufzeit und hoher Fallzahlen einen objektiven Qualitätsvergleich mit anderen Einrichtungen und liefere so eine Fülle wertvolle Erkenntnisse zur eigenen Arbeit.

Hilfreich seien zudem aus der Registerstudie ersichtliche praktische Erfahrungen der Teilnehmenden zu operativen Verfahren oder Hilfsmitteln wie beispielsweise den sowohl bei konventionellen wie minimalinvasiven Eingriffen verwendeten Kunststoffnetzen. Von der praxisnahen Transparenz der Versorgungsrealität in einem Register profitieren die Patientinnen und Patienten, denn die Registerteilnehmer können sich dank ihrer Vernetzung nicht nur vergleichen, sondern auch austauschen und voneinander lernen. Lernen, Wissensweitergabe und Weiterbildung sind nicht nur im Zusammenhang mit der vom Trostberger Hernienzentrum angestrebten Zertifizierung wichtige Themen. „Im nächsten Jahr werden wir im Rahmen der Hernientage der Universität Salzburg Hospitationsklinik sein“, freut sich Dr. Deuble, der auch Ärztlicher Leiter der Kreisklinik Trostberg ist.

„In zwei Operationssälen werden Kongressteilnehmer bei jeweils fünf Hernieneingriffen zuschauen, wie wir es machen.“ Wer sich so öffnet, muss natürlich auch mit konstruktiver Kritik rechnen, dessen ist sich der engagierte Mediziner bewusst. Er schätzt diesen kollegialen Austausch. Denn dieser trägt ebenso zur Verbesserung der medizinischen Arbeit und damit dem Wohl der Patienten bei wie das Erfüllen der vielfältigen Kriterien für das begehrte Qualitätssiegel „Zertifiziertes Kompetenzzentrum Hernienchirurgie“.

Pressemitteilung Ina Berwanger

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