Gemeinsames Windprojekt mit Traunreut angedacht 

Windräder im Siebeneicherforst? Trostberg wagt ersten Schritt - Palling vertagt Entscheidung

Trostberg - Drehen sich bald Rotorblätter von Windrädern im Siebeneicherforst? Wenn es nach der Stadt Trostberg geht, könnte diese Vorstellung durchaus Realität werden. Die Bewerbung der Alzstadt für ein gemeinsames Windprojekt im Verbund Trostberg/Palling/Traunreut geht demnächst raus. Unschlüssig sind sich derweil noch die beiden übrigen Kommunen. 

Update: Noch keine Entscheidung aus Palling

Palling hat in seiner jüngsten Sitzung des Gemeinderats eine Entscheidung zum gemeinsamen Windprojekt im Verbund Trostberg/Palling/Traunreut vertagt. Das erklärt der Geschäftsleiter der Gemeinde, Florian Langer, auf Nachfrage von chiemgau24.de. Man wolle bis zur kommenden Sitzung am 20. August weitere Informationen einholen und erst dann entscheiden. Wann sich die dritte Kommune im Bunde, Traunreut, entscheidet ist noch nicht bekannt. 


Erstmeldung: Trostberg gibt grünes Licht für Windprojekt

Einstimmig beschloss der Trostberger Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung am 22. Juli, sich bei einem gemeinsamen Windprojekt im Siebeneichenforst bewerben zu wollen. Bürgermeister Karl Schleid befürwortete dieses positive Signal der Räte in Bezug auf den Beschluss, mit dem die Stadt seinen Teil für eine erfolgreiche Energiewende beitragen wolle. 

Mit ihm Boot sind die Nachbarkommunen Traunreut und Palling. "Wir können dieses Projekt nur zu dritt realisieren. Springt einer ab, ist Schluss. Wir können auch jederzeit aussteigen aus dem Verbund", betonte der Bürgermeister. Ob die anderen beiden Kommunen wirklich mitmachen ist noch nicht bekannt. Palling debattiert in ihrer Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 23. Juli, über das gemeinsame Windprojekt, in Traunreut steht noch kein Termin zur Diskussion fest. 


Eure Meinung zu dem Windradprojekt von Trostberg, Palling und Traunreut: 

Trostberg bewirbt sich nun als Erstes um die kostenfreie Unterstützung zur Realisierung eines Windprojektes in Form von einer oder mehrerer Windenergieanlagen mitten im Siebeneichenforst, wo sich die Gemeindegrenze Palling, Traunreut und Trostberg treffen

Die 10-H-Regelung (Windkraftanlagen müssen einen Mindestabstand vom zehnfachen ihrer Höhe zu Wohngebäuden in Gebieten mit Bebauungsplänen, innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile und im Geltungsbereich von Satzungen nach Paragraph 35 Absatz 6 des Baugesetzbuches einhalten) besagt, dass alle drei Kommunen gleichermaßen betroffen sind. Details - wie viele Windräder es werden, wie schnell sie sich drehen und welche Auswirkungen sie mit sich bringen - stehen noch nicht fest. 

Zum Hintergrund der Bewerbung zum Windprojekt im Verbund Trostberg/Palling/Traunreut:

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) möchte dem Ausbau der Windenergie in Bayern neuen Schwung verleihen und die Realisierung von konkreten Windprojekten aktiv anstoßen. Daher beauftragt das StMWi in den sieben bayerischen Regierungsbezirken jeweils einen "Regionalen Windkümmerer". Diese werden ausgewählte Kommunen bei der Initiierung ihres realisierbaren Windprojekts beraten und unterstützen.

Nach Eingang der Bewerbung trifft das StMWi die Entscheidung, welche Kommunen diese Unterstützung erhalten. Favorisiert werden Kommunen (auch Kooperationen), die ein Windprojekt mit guten Erfolgsaussichten umsetzen wollen. Die Potentialanalyse aus 2013 zeigt unter anderem einen geeigneten Standort für Windkraft im Siebeneichenforst, der insgesamt drei Gemeindebereiche betrifft. Sollten sich neben Trostberg auch Palling und Traunreut für eine Realisierung einsetzen, wären Ernsthaftigkeit und damit gute Erfolgsaussichten, gegeben. 

Zur Initiierung eines Windprojektes braucht es einen festen Ansprechpartner gegenüber dem StMWi und Unterstützung durch die drei Kommunen. Die Realisierung könnte mit Bürgerbeteiligung geschehen. Bewerbungsfrist für die Kommunen ist der 8. September 2020.

mb

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