Neues Stadtentwicklungskonzept gibt Richtung vor

Der Zehn-Jahres-Plan für Trostberg steht

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Trostberg - Die Grundsätze für die künftige Stadtentwicklung sind gelegt, jetzt soll Schritt für Schritt an die Arbeit gegangen werden: manche Ideen liegen nur in groben Zügen vor, anderes ist konkreter.

Gut zwei Jahre hat es nun gedauert, das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" (ISEK) zusammen mit Bürgern und Stadtplanern auszuarbeiten, am Mittwoch wurde es im Stadtrat ohne Gegenstimme angenommen. Es gilt als Grundlage für die Entwicklung Trostbergs in den kommenden zehn Jahren. Und: Es ist Voraussetzung, dass die Stadt für ihre Projekte auch künftig Fördergelder erhalten kann.

Wo liegen die Stärken und Schwachen der Stadt und wo soll konkret angepackt werden?

Stadtbild und Baukultur

Über kommunale Förderprogramme, die es teils auch schon gibt, soll möglichst das Wohnen und der Einzelhandel in der Altstadt erweitert werden. Klar: Der Leerstand von Wohnungen und Läden ist hier eines der größten Probleme. Für die Gastronomie an der Hauptstraße sollen außerdem Außenbereiche geschaffen werden, die Parkplätze könnten neu geordnet und Verkehrsschilder abgebaut werden. 

Das Konzept hat außerdem den Postsaal eng im Blick: Vor allem das Umfeld des Veranstaltungszentrums soll attraktiver werden, zum Beispiel durch einen Rückbau der Garagengebäude, um den Bereich hin zur Traunsteiner Straße zu öffnen.

Südlich der Bundesstraße stehen vor allem Bahnhofstraße, Caroplatz und Gabelsberger Straße im Fokus: von einer attraktiveren Gestaltung hin zu einer "lebendigen städtischen Einkaufs- und Geschäftsstraße" ist die Rede. Die Gabelsberger Straße könnte zum verkehrsberuhigten Bereich werden. 

Welchen Wohnraum braucht es?

Trostberg schrumpft und wird älter, so eine der Bestandsaufnahmen im ISEK - daran muss sich der Wohnbau anpassen. Vorschläge: werden Einfamilienhäuser frei, sollen sie möglichst zu Mehrparteienhäusern umgebaut werden. Auch leere Läden in der Altstadt sollen als Erdgeschoßwohnungen in Frage kommen. 

"Während die Bevölkerungszahl zurück geht, wächst das Angebot an Wohnungen und Wohnraum weiter an", wird im Stadtentwicklungskonzept festgestellt. Ein Trend zum Bau von Einfamilienhäusern sei zu erkennen - obwohl bereits jetzt schon viele Einfamilienhäuser oder größere Wohnungen nur von einzelnen Personen bewohnt werden: ein "Risikofaktor einer zunehmend ineffizienten Wohnraumnutzung", heißt es dazu.

Vorerst keine weiteren Gewerbegebiete?

Neue Gewerbegebiete werden in absehbarer Zeit wohl nicht ausgewiesen. Jedoch empfiehlt das ISEK, kleine bis mittlere Gewerbeflächen (bis zu 4000 Quadratmetern) freizuhalten. Auch vom Ausbau des Gewerbegebietes an der Altöttinger Straße für kleinere Unternehmen ist die Rede. 

Trostberg beheimatet bedeutende Gewerbe- und Industriebetriebe, liegt im Chemiedreieck - aber die Beschäftigtenentwicklung ist im Vergleich in der Region unterdurchschnittlich, auch die Zahl der Beschäftigten in der Produktion sinkt.

Die Alz als "Erlebnisraum"

Beim Thema Sport und Freizeit steht die Alz im Mittelpunkt: Es soll mehr Aufenthaltsbereiche und Zugänge zu Schotterbänken und Wasser geben. Auch von einem Wassersport-Angebot am Fluss ist die Rede. 

Ansonsten wird dem Freizeitangebot in der Stadt schon jetzt ein gutes Zeugnis ausgestellt (Schwimmbad, Postsaal, Eisstadion, Kino, Sportplätze, Reitanlage, Stadtmuseum, Minigolf). Konkret wird zum Beispiel vorgeschlagen, das Open Air Kino in der Altstadt auszubauen. 

Zur Umsetzung des Entwicklungskonzeptes soll, wie schon bei der Erstellung, wieder die Öffentlichkeit miteinbezogen werden: Bürgermeister Schleid denkt an einen "Umsetzungsbeirat, mit möglichst vielen Leuten außerhalb der Politik", der als Beratungsgremium fungieren soll. 

Die Finanzierung soll laut Stadtentwicklungskonzept je zur Hälfte von privatem Kapital (Banken, Gewerbetreibende, Werbegemeinschaften) und öffentlichem Kapital (Städtebauförderung und eigene Mittel der Stadt) geleistet werden. 

xe

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