"Ortsbildprägendes Gebäude" in Trostberg

Sanierung des Jugendzentrums: Mängel lassen Kosten in die Höhe schnellen  

Das Gebäude in der Traunsteiner Straße 15 in Trostberg, in dem auch das Jugendzentrum untergebracht ist, ist dringend sanierungsbedürftig. 
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Das Gebäude in der Traunsteiner Straße 15 in Trostberg, in dem auch das Jugendzentrum untergebracht ist, ist dringend sanierungsbedürftig. 

Trostberg - Das marode Anwesen samt Jugendzentrum in der Traunsteiner Straße 15 soll saniert werden. Allerdings hat sich der Umfang der Maßnahmen inzwischen vergrößert und so auch die Kosten in die Höhe getrieben - was einigen Stadtratsmitgliedern sauer aufstößt. 

Die vorhergesehenen Maßnahmen zum Erhalt der Wohnung im Gebäude der Traunsteiner Straße (Förderzentrum) umfassen die Sanierung der Fassade, die Erneuerung der Abwasserleitungen sowie die Instandsetzung der bestehenden Wohnungen samt Dachstuhl. Ursprünglich angedacht war die Sanierung in einem Umfang, der die Bewohner nicht aus ihrer Wohnungen zwinge. 


Inzwischen gehe man davon aus, dass die durch die Baustelle entstehenden Einschränkungen für die Mieter allerdings "nicht zumutbar" seien, erklärte Bürgermeister Karl Schleid in der Stadtratssitzung am 22. Juli. Ein Konzept für die Anwohner, wo sie derweil untergebracht werden können, gebe es noch nicht. 

Sanierung in der Traunsteiner Straße 15: Kostensteigerung um gut 76.000 Euro 

Die angesetzten Baukosten liegen bei insgesamt 390.000 Euro. Die von der Stadtkämmerei einkalkulierten Haushaltsmittel in Höhe von 313.380 Euro werden damit aufgrund der genaueren Betrachtung des Bestandes durch den Planer um etwa 76.620 Euro überschritten. Dies missfiel einigen Stadträten, darunter Markus Fröschl (CSU): "In Anbetracht der Haushaltslage, die uns coronabedingt etwas kürzer treten lässt, tun mir die Kosten weh. Dass hier saniert werden muss steht außer Frage aber ich möchte schon wissen, wieso die Kosten jetzt soweit von der ursprünglichen Planung abweichen." 


Ein Mitarbeiter der Bauverwaltung erklärte daraufhin, man habe weder den maroden Dachstuhl noch die Abwasserleitung, die einen Wasserschaden verursacht hätten, bei der vorherigen Planung auf dem Schirm gehabt. Im gesamten Bereich müssten die Entwässerungsleitungen hergerichtet werden. 

Mieterhöhungen nach Instandsetzung des Gebäudes?  

Stadtkämmerer Armin Goiß unterstrich auf die Nachfrage des Bürgermeister, wie die Stadt mit dieser Kostensteigerung umgehen soll, dass die Alternative zur Nicht-Sanierung nur der Verfall des Gebäudes sei. Eine Wohnung mit derartigen Mängeln sei nicht mehr vermietbar: "Die jetzigen Mieter nehmen die Situation hin, aber sie wissen auch, dass sich etwas ändern muss."

Die Städtebauförderung sehe das Anwesen als"ortsbildprägendes Gebäude" an und sichere der Stadt eine Förderung zum Erhalt zu. In welcher Höhe die Förderung ausfallen wird, sei laut Goiß noch nicht bekannt.  Ob die Miete nach Abschluss der Sanierung erhöht werden müsse, sei noch völlig offen. 

Ihre Meinung ist gefragt: 

Fröschls Fraktionskollegin Irmgard Leineweber sprach sich indes für die Durchführung der Sanierung aus und verwies auf das Stichwort Wohnraumverdichtung im Innenbereich: "Für uns ist das ein sehr wertvolles Haus mitten im Zentrum. Ich halte es für sinnvoll vorhandenen Wohnraum wiederzubeleben." Am Ende ging der Beschluss die Sanierungsmaßnahmen in Angriff zu nehmen, einstimmig über die Bühne. 

mb

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