Wäre auch ein Abriss möglich?

Zu teuer! Trostberg lässt erstmal die Finger von der Sanierung des Bahnhofs

Der Trostberger Stadtrat nimmt von der Sanierung des Bahnhofs Abstand.
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Der Trostberger Stadtrat nimmt von der Sanierung des Bahnhofs Abstand.

Trostberg - Ein neuer Durchgangsbereich zu den Gleisen und frisch sanierte Wohnungen - das war fürs Bahnhofsgebäude geplant, doch die Sache wird dem Stadtrat nun zu teuer.

„Wir würden fast eine halbe Million Euro in die Hand nehmen. Ist‘s uns das wert?“, fragte Trostbergs Bürgermeister Karl Schleid in der Stadtratssitzung am Mittwoch, 30. September in die Runde - und bekam skeptische Reaktionen zurück. Geplant war die Sanierung des Durchgangsbereichs zu den Gleisen, der Fassade sowie der beiden Wohnungen samt Abwasserleitungen und Heizung. Die veranschlagten Kosten: 421.000 Euro.


Sanierung des Trostberger Bahnhofs aufgeschoben

So viel Geld in eine Teilsanierung des Trostberger Bahnhofs zu stecken, das könne man der Bevölkerung nicht verkaufen, war sich Marcus Illguth (CSU) sicher. „Außerdem wissen wir jetzt, dass wir nur 18.000 Euro an Städtebauförderung bekommen würden.“ Auch in Nina Boxhammers Augen sei der Aufwand für das „halbe Herrichten“ hoch. „Und eine Komplettsanierung würde wohl weit mehr als das Doppelte kosten“, so die Grünen-Stadträtin. Ein „Schandfleck“ dürfe der Bahnhof aber trotzdem nicht werden.


Wie also weiter? Einstimmig wurde beschlossen, von der Sanierung Abstand zu nehmen und sich mit der Deutschen Bahn kurzuschließen, wie sie sich eine künftige Nutzung vorstellt. Nach Stadtrat Illguth sollte auch geprüft werden, ob das Gebäude abgerissen werden könnte. Auch Franz-Xaver Obermayer (Freie Wähler) will in die Sanierung des Bahnhofs „keine Mark investieren“, sondern das gesamte Areal westlich der Bahnstrecke überplanen lassen. Rund um den Trostberger Bahnhof wird sich baulich ohnehin einiges verändern.

Ursprünglich waren im Haushalt für die Sanierung des Bahnhofs „nur“ 350.000 Euro vorgesehen. Nach der genaueren Betrachtung des Gebäudes durch die Planer wurde dieser Ansatz nun ohnehin weit überschritten. Die beiden Wohnungen im Gebäude haben eine Wohnfläche von insgesamt 300 Quadratmetern.

xe

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