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Stadtrat Trostberg uneins über Einführung eines neuen Amts

Hilfe für die Ältesten: „Brauchen Pflegekräfte, keine Schreibtischtäter“

Den Senioren ein Ansprechpartner in allen Belangen sein und ein Auge auf ihr Wohlbefinden haben - diese Aufgabe könnte in Trostberg ein sogenannter „Quartiersmanager“ übernehmen. Doch um die Einführung eines solchen Amts gab es Unstimmigkeiten im Stadtrat.

Trostberg - Seniorenbeauftragte Verena Penn-Helminger (Bündnis90/Die Grünen) sprach sich dafür aus, dem „Quartiersmanager“ eine Chance zu geben.

„Gerade einen Ansprechpartner für die Senioren zu haben, die noch keinen Pflegegrad haben und durchs Raster fallen, ist wichtig. Wir können uns freilich nicht um jeden einzelnen Senior kümmern aber ein Manager ist in der Lage Hinweisen nachzugehen und zu handeln, bevor Senioren womöglich vereinsamen.“

Expertenrunde Pro „Quartiersmanager“

Nicht zuletzt habe die Expertenrunde, die im November an einen runden Tisch zusammengekommen sei und sich über ihre tägliche ehrenamtliche oder hauptberufliche Arbeit mit Senioren ausgetauscht haben, betont, sie wünschen sich einen Koordinator, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Nina Boxhammer (Bündnis90/Die Grünen) sagte, ein „Quartiersmanager“ wäre eine „deutliche Entlastung“ für die Ehrenamtlichen.

Auch Franz Sedlmeier (SPD) befürwortete die Idee: „Wir tun unheimlich viel für die Jugend, doch die älteren Bürger in Trostberg, die bald 30 Prozent der städtischen Bevölkerungsdichte ausmachen, bleiben auf der Strecke.“ Fraktionskollege Hans-Michael Weisky appellierte zudem an die Räte, ausreichend an die älteren Menschen in der Stadt zu denken.

Theorie und Praxis zu weit auseinander?

Die CSU-Fraktion war indes der Meinung, sie sehen für ein solches Amt keinen Bedarf. Theorie und Praxis würden „zu weit auseinanderliegen“, lautete beispielsweise die Argumentation von Marcus Illguth: „Wir haben in Trostberg viele soziale Angebote und sind gut organisiert. Die Frage, was ein Manager alles machen soll, bereitet uns Bauchweh.“

Fraktionskollegin Irmgard Leineweber berichtete aus eigener Erfahrung aus ihrer Familie: „Wenn Not am Mann ist, blasen alle Heime, ambulanten Pflegedienste und Krankenhäuser ins gleiche Rohr: Es fehlt an Ressourcen, um den Bedarf zu stemmen. Da hilft auch kein ‚Quartiersmanager‘.“

„Wir brauchen Pflegekräfte und keine Schreibtischtäter“, pflichtete Hannspeter Fenis (CSU) bei. Er war darüber hinaus der Überzeugung, dass spätestens mit dem Umzug des „SozialRaums“ in die modernisierten Räume an der Traunsteiner Straße 4 bis 10, etwaige Stellschrauben besser gedreht werden könne, wenn sich alles an einem Ort zentriere.

Enge Entscheidung im Rat

Franz Xaver Obermayer (Freie Wähler) ließ kurz und knapp verlauten, er werde gegen den Antrag stimmen, da er darin nur einen „zusätzlichen Verwaltungsamt“ sehe. Schließlich sei die Stelle des neuen Mitarbeiters auf mindestens 20 Wochenstunden ausgelegt.

Am Ende war es ein knappes Rennen: Ein entsprechender Antrag auf Fördermittel für das Amt eines „Quartiersmanager“ in Trostberg wird nicht gestellt. Das beschloss der Stadtrat mit einer hauchdünnen Mehrheit von 12:11 Stimmen.

mb

Rubriklistenbild: © Thomas Warnack

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