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Razzien an insgesamt sieben Orten im Landkreis Traunstein

Polizei zerschlägt illegale Prostitution: „Dass es sowas im kleinen Trostberg gibt...“

Razzia am Vormarkt in Trostberg
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Am Vormarkt in Trostberg führten die Beamten am Abend des 16. Juni erfolgreiche Durchsuchungen wegen illegaler Prostitution durch.

Erfolgreicher Einsatz für die Polizei: Am Mittwochabend (16. Juni) gelang ein Schlag gegen das illegale Milieu der Prostitution im Raum Traunstein. In der 12.000-Seelen-Stadt Trostberg wurden die Beamten ebenfalls fündig, was vielerorts doch für Erstaunen sorgt.

Trostberg/Landkreis Traunstein - An insgesamt sieben Orten im Landkreis Traunstein führte die Polizei am frühen Mittwochabend Durchsuchungen in Privatwohnungen als auch Beherbergungsstätten durch - und wurde fündig: Sieben Prostituierte wurden festgenommen, Hintermänner identifiziert, ein Auto sowie Bargeld beschlagnahmt.

Neben einem Betrieb in Siegsdorf, in dem mehrere Damen festgenommen wurden, führte die Polizei unter anderem auch am Vormarkt in Trostberg in der Nähe der Polizeiinspektion zwei Damen ab. Auch wenn die Beamten zunächst über das Rückgebäude eindrangen, wurde der Einsatz von Bewohnern umliegender Häuser beobachtet und von Spaziergängern registriert.

Illegale Prostitution in der Kleinstadt Trostberg? „Schon ungewöhnlich“

„Ich habe den Grund für das Polizeiaufgebot auf den ersten Blick gar nicht nachvollziehen können“, äußert sich beispielsweise ein Passant am Tag danach gegenüber chiemgau24.de. Er habe im erstem Moment gedacht, der Einsatz hätte etwas mit dem Theater, das auf dem Vormarkt zuvor stattfand, zu tun. Erst später habe er erkannt, dass zwei Damen aus einem Hotel abgeführt wurden.

Einem Bewohner einer Penthouse-Wohnung erging es ähnlich. Von seinem Balkon aus habe er einen guten Blick auf das Theater gehabt, als plötzlich der Einsatz begann. Er habe sich jedoch zu keinem Zeitpunkt unwohl gefühlt, sehe das Ganze vielmehr gelassen: „Die Polizei macht ihre Arbeit und wenn es sich dabei um illegale Prostitution handelt, dann ist das eben so.“ Dass das allerdings ein Schlag gegen die illegale Prostitution war, das sei „schon ungewöhnlich“ für die Kleinstadt Trostberg. „Angeblich soll sowas ja schon zum dritten Mal passiert sein, was man so hört“, fügt er verschwörerisch hinzu.

„Von illegaler Prostitution noch nie gehört“

Auch die Mitarbeiterin eines nahe gelegenen Friseursalons zeigte sich erstaunt: „Illegale Prostitution - dass es sowas im kleinen Trostberg gibt... Wir sind doch nicht in München.“ Sie sei zum Zeitpunkt des Einsatzes zwar nicht vor Ort gewesen, habe es aber natürlich tags drauf aus den Medien erfahren. „Das war bestimmt eine Aufruhr und sicherlich nicht alltäglich. Dass in Trostberg die Drogenszene immer wieder mal aufflammt, ist ja bekannt - aber von illegaler Prostitution habe ich noch nie gehört.“

In diesem Bereich am Vormarkt in Trostberg in der Nähe der Polizeiinspektion wurden die Beamten am Abend des 16. Juni fündig und konnten im Rahmen einer Durchsuchung zwei Damen wegen illegaler Prostitution festnehmen.

Illegale Frauen die eine Seite der Ermittlungen, Männer aus Rumänien die andere

Grundsätzlich unterscheidet die Polizei zwischen dem Berufsbild der legalen Prostitution und der illegalen, erklärt Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf Nachfrage von chiemgau24.de. „Es ist uns wichtig, dass diese illegale Szene, in der Frauen an verbotenen Örtlichkeiten ihre Dienste anbieten, aufgedeckt wird und können nun auf einen erfolgreichen Einsatz blicken. Wir sind bereits schon länger in die Ermittlungen eingestiegen und nun ist der Tag des Zugriffs gekommen.“

Die illegalen Frauen seien dabei nur ein Teil der Ermittlungen. Die andere Seite stellen Männer aus Rumänen dar, die im Umfeld der Damen immer wieder auftauchen und sich dann später womöglich als Zuhälter herausstellen. „Hier gilt es herauszufinden, was das für Männer sind und wie sie agieren: Sind es nur Freunde, Lebenspartner oder Verwandte oder aber handelt es sich um Aufpasser, die Zwang ausüben - in welcher Form auch immer?

Razzia wegen illegaler Prostitution: Was bedeutet das für Hotelbetreiber oder private Vermieter?

Der dritte und letzte Teil der Ermittlungen beruft sich auf die Örtlichkeiten, in denen die illegale Szene ausgeübt wurde: „Hat der Betreiber einer Beherbergungsstätte oder der Vermieter einer privaten Wohnung Kenntnis davon, dass in seinen Räumlichkeiten illegale Prostituierte ihre Dienste anbieten und nimmt beispielsweise sogar Geld dafür an, dann begeht auch er eine Straftat: Beihilfe zur illegalen Prostitution. Ahnt der Betreiber indes nichts und vermietet die Räume ohne Hintergrundwissen kann er natürlich nicht belangt werden.“

Im Fall der jüngsten Razzien gebe es jedoch mehrere Verantwortliche eines Beherbergungsbetriebs im Raum Traunstein, bei denen die Polizei fest davon ausgehe, dass sie die Damen und und ihre Tätigkeiten unterstützt und dafür wohl auch Geld erhalten haben, wie Sonntag weiter erläutert: „Gegen jene Personen wird wegen Beihilfe explizit ermittelt. Die anderen aber dürften von den Machenschaften keine Kenntnis gehabt haben - zumal die Damen häufig das Hotel wechseln.“

Die nächsten Ermittlungsschritte der Polizei

Wie geht es jetzt weiter? Auf die Damen, so betont es der Polizeisprecher abschließend, wartet eine Anzeige wegen illegaler Prostitution. Die Identität der Hintermänner sei der Polizei nun bekannt. Hier werde ermittelt, inwiefern sie in Form von Zwangsprostitution möglicherweise Druck auf die Frauen ausgeübt haben könnten.

„Diese und weitere offene Fragen gilt es in den nächsten Wochen zu beantworten - darin eingeschlossen sind die Überprüfungen der Hotelbetreiber, inwieweit sie über die Handlungen in den Zimmern Bescheid wussten“, schließt Sonntag seine Erläuterungen.

mb

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