Erste Details zum geplanten Umbau in Trostberg

Traunsteiner Straße 4 bis 10 soll in neuem Glanz erstrahlen 

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Die Planungen für den Umbau und die Sanierung der maroden Häuserzeile in der Traunsteiner Straße 4 bis 10 laufen an. Es gibt erst Details, die dem Stadtrat nun vorgestellt werden. 
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Trostberg - Dass die marode Häuserzeile in der Traunsteiner Straße 4 bis 10 im Bestand saniert wird, ist seit rund einem halben Jahr beschlossene Sache. Nun wurden dem Stadtrat erste Planungsdetails vorgestellt. 

Ulrich Hatz vom gleichnamigen Architekturbüro stellte am Mittwochabend des 24. Juli 2019 die ersten groben Planungsdetails im Stadtrat vor. 

Bei allen vier Gebäuden handle es sich jeweils um in der Denkmalliste eingetragene Einzeldenkmäler, wie Bernhard Unterauer vom Trostberger Bauamt in der Sitzung betonte. Für jedes Gebäude liege in Abstimmung mit dem Traunsteiner Landratsamt ein einzelner Bauantrag vor, die abgestimmt seien auf die Ansprüche der künftigen Nutzer der Einrichtung "SozialRaum" Trostberg. 

Der Haupteingang werde laut dem Architekten bei Haus Nummer 8 liegen. Im Erdgeschoss soll die Verbindung der beiden Häuser 8 und 10 ermöglicht werden. Ansonsten würden alle vier Häuser separat betrachtet, auch die Obergeschosse, in denen überwiegend Büroräume entstehen sollen, seien jeweils voneinander abgetrennt.

In Haus 10 sei ein Gruppenraum geplant, der entweder als Großes Ganzes genutzt oder aber auch in kleinere Räume abgetrennt werden könne. Haus 6 soll das "Haus der Jugend" werden. 

Die Nordansicht der künftigen Häuserzeile in der Traunsteiner Straße 4 bis 10. 

Stadtrat Obermayer nach wie vor gegen Sanierung 

Franz-Xaver Obermayer (Freie Wähler) wetterte im Anschluss an die Vorstellung der Pläne nicht zum ersten Mal gegen das Projekt: "Meine Einstellung hat sich nicht geändert, ich werde dieser Planung nicht zustimmen."

Er sehe vor allen Dingen Probleme mit der Parkplatz-Situation und der "hohen Immissionsbelastung" in diesem Bereich der Traunsteiner Straße, in der ohnehin schon Tempo 30 gelte. "Meiner Meinung nach haben diese alten Bruchbuden keine Berechtigung in den Denkmalschutz aufgenommen zu werden. Wir hätten genug Möglichkeiten im Altstadtbereich Häuser aufzuwerten, die wirklich das Adjektiv denkmalgeschützt verdienen und sonst nur leer stehen." 

Bürgermeister Karl Schleid betonte in Hinblick auf die Parkplatz-Situation, der Volksfest-Parkplatz befinde sich direkt ums Eck und zudem müsse man sich "eben daran gewöhnen, dass man künftig nicht immer einen Stellplatz vor der Tür haben" werde. Hans-Michael Weisky (SPD) betonte im Namen der Partei, man werde das Projekt unterstützen und teilte die Meinung des Bürgermeisters in punkto Parkplatz-Suche. "Die Leute sollen einfach ein paar Meter gehen." 

Ganz anderer Meinung als Obermayer war Marianne Penn (Grüne Stadtratsfraktion). Sie brach eine Lanze für die Sanierung: "Ich finde es großartig, dass dieser Schandfleck jetzt endlich und rasch angegangen wird und auch dass er dieser sozialen Nutzung zugeführt wird. Es gibt keine andere Möglichkeit als zu sanieren." 

Penns Fraktionskollege Peter Kirchgeorg sprach sich dafür aus, man solle doch an die Flora und Fauna denken und nach Möglichkeit Nistnischen für Mauersegler oder Schwalben in die Planung einbeziehen. "Da werden sechstellige Beträge ausgegeben und da bitte ich wirklich darum, an die Vögel zu denken. Ich finde sowieso, an jedem öffentlichen Gebäude sollen Nistmöglichkeiten angebracht werden." 

Die Rückansicht der Häuserzeile 4 bis 10 in der Traunsteiner Straße.  

Architekt Hatz betonte am Ende der Debatte, man werde die Anliegen der Räte aufnehmen und bearbeiten: "Die Pläne gehen jetzt erst in die Tiefe, wir schauen im Rahmen unserer Möglichkeiten, was alles realisiert werden kann. "Laut  Bürgermeister Schleid soll der Spatenstich zur Sanierung noch 2019 erfolgen. 

Mit zwei Gegenstimmen - unter anderem der von Obermayer nahm der Trostberger Rat die Bauanträge für die Gebäude an der Traunsteiner Straße 4 bis 10 zur Kenntnis und stimmte der beabsichtigten Renovierung, den Umbaumaßnahmen und Nutzungsänderung zur Einrichtung des "Sozialraums Trostberg" zu. 

Hintergrund zum Beschluss der umstrittenen Sanierung 

Die marode Häuserzeile in der Traunsteiner Straße 4 bis 10 sticht am Ortseingang von Trostberg sofort ins Auge. 

Am 12. Dezember 2018 fällten die Stadtratsmitglieder die Entscheidung, die maroden aber denkmalgeschützten Gebäude der Traunsteiner Straße 4 bis 10 umbauen und modernisieren zu lassen. Kostenpunkt: Rund 3 Millionen Euro. Bereits im Jahr 2017 stand eine Sanierung im Raum. 

Viele Bürger haben kein Verständnis für den Erhalt der maroden Gebäude und machten ihrem Ärger bereits auf der Bürgerversammlung im Februar 2019 Luft. Langfristig soll in der Gebäudezeile die Räumlichkeiten des "SozialRaum Trostberg", einem neuen sozialen Beratungs- und Begegnungszentrum, das aktuell am Vormarkt 2a bis 4 zu finden ist, einziehen.

mb

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