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Werke von Günther Uecker in Trostberg

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Günther Uecker, Prägedruck mit Nagelköpfen von 1997.

Trostberg - Mit einem echten Paukenschlag wartet die Galerie der schönen Künste in Trostberg bei ihrer dritten Ausstellung in diesem Jahr auf:

Von 12. November bis 27. Dezember sind in den Räumen am Vormarkt 17 Werke des international bekannten deutschen Künstlers Günther Uecker zu sehen. Als Mitglied der Ende der 50er-Jahre gegründeten Künstlergruppe ZERO wirkten die Arbeiten des "Nagel-Künstlers", der von 1974 bis 1995 auch als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie unterrichtete, stilbildend auf die deutsche Kunst.


Die Werke des heute 89-Jährigen werden ergänzt durch Arbeiten von Tamar Klar und Frieda Martha. Bei der Vernissage am Samstag, 9. November um 14 Uhr wird die Künstlerin Frieda Martha anwesend sein. Galerist Dr. Aloys Wilmsen wird als Leihgeber seine Galerie vorstellen und über die Begegnung mit Günther Uecker sprechen.

Galeristin Marianne Augustin bezeichnet es als "echten Glücksfall", dass sie in ihren erst im Frühjahr eröffneten Ausstellungsräumen bereits jetzt Werke eines Künstlers von internationalem Rang zeigen kann. Über ihren 2006 verstorbenen Lebenspartner und Künstler Engelbert Staudacher, dessen Werknachlass sie verwaltet, ist die Wahl-Trostbergerin gut vertraut mit den Werken von Uecker und der Gruppe ZERO. Durch Kontakte vor einigen Jahren auf der Kunstmesse ARTMUC in München zur Galerie von Dr. Aloys Wilmsen, der Günther Uecker vertritt, gelang der Brückenschlag.


Wilmsen studierte Theologie und Medizin, bevor er über Umwege zur Geschäftsführung eines Betriebs für landwirtschaftliche Maschinen fand und dabei auch den Künstler Joseph Beuys kennenlernte. Der suchte seinerzeit einen Experten für seine legendäre Honigpumpe auf der Documenta von 1977. Im Jahr 2010 verwirklichte Wilmsen sich zusammen mit seiner Ehefrau Helga Frieda Martha einen Traum und eröffnete nahe dem Bodensee eine Wohnungsgalerie, in der zahlreiche museumswürdige Meisterwerke von Künstlern der Moderne zu sehen sind. Sie residiert seit 2015 in einem denkmalgeschützten Gebäude im schweizerischen Rheineck.

Die Ausstellung in Trostberg bietet die Möglichkeit, den Facettenreichtum von Uecker kennenzulernen. Sein Markenzeichen ist der Nagel, den er gleichermaßen als Pinsel und Werkstoff für seine skulpturalen Werke einsetzt.In seinen Prägegrafiken mit ihren faszinierenden weißen Reliefs überträgt er das dynamische Wechselspiel von Licht und Schatten durch die unterschiedliche Ausrichtung der Nägel in die Druckgrafik. Sie lassen wirbelnde Strukturen einer Spirale entstehen oder weben Linien eines dichten Feldes. In Aquarellen schafft er ergänzend Schriftbilder und poetische Partituren. Im Ringen mit dem Leid und um Frieden zielt Uecker auf eine Harmonie, die er dem ewigen Scheitern der Menschheit entgegensetzt.

Faszinierende Kontraste zum Werk von Günther Uecker setzt die Künstlerin Tamar Klar aus Wangen im Allgäu in ihren Werken, die sich dem Themenfeld Gedanken und der Lebendigkeit des Lichts auf immer neue Weise nähern.Ihre Arbeiten aus Acrylglas und Edelstahl fangen den nichtstofflichen Charakter von Gedankenbildern ein. Sprechblasen werden zum Symbol für Information und Kommunikation. Ebenso wird deutlich, warum man sich vor manchen Informationen besser schützen sollte.

Die Leuchtkraft der Farben und besonderen haptischen Wirkungen von Seidenpapier, das sie zu zarten wie kraftvollen Reliefs anordnet, ist stilprägend für die Werke der Künstlerin Frieda Martha aus Rheineck. Im Spiel mit den Lichtwirkungen verbindet sich ihre Arbeit mit der der beiden anderen Künstler, die in der Galerie der schönen Künste in Trostberg ausstellen. In den Freude oder Ruhe ausstrahlenden Kunstwerken sieht Frieda Martha Sinnbilder für das Leben und die Emotionen sowie "eine bewusste Abkehr von den vielen Negationen unserer Zeit". Öffnungszeiten der Ausstellung sind Dienstag bis Samstag von 12 bis 19 Uhr. Am 14. Dezember um 14 Uhr gibt es eine Finissage zum Abschluss.

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