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Zweite Bürgermeisterin schockiert über Razzien im Raum Traunstein

Illegale Prostitution in Trostberg: „Je näher so ein Elend rückt, umso schlimmer ist es auszuhalten“

Vormarkt in Traunstein und Marianne Penn aus dem Grünen-Stadtrat
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Die Grünen-Politikerin und zweite Bürgermeisterin Marianne Penn zeigt sich über die illegale Prostitution in Trostberg am Vormarkt in der Nähe der Polizeiinspektion bestürzt.

Illegale Prostitution in der Kleinstadt Trostberg und in umliegenden Gemeinden - eine Tatsache, die bei vielen Entsetzen hervorruft. chiemgau24.de hat sich mit der Stadt in Verbindung gesetzt, was der von der Polizei zerschlagene Prostituierten-Ring nun für ein Licht auf Trostberg und die Umgebung wirft.

Trostberg - Marianne Penn ist zweite Bürgermeisterin und übernimmt Karl Schleids Urlaubsvertretung bis Ende Juni. Nach den jüngsten Vorkommnissen im Raum Traunstein zeigt sie sich bestürzt und schockiert: „Grundsätzlich erschrickt man, wenn man sowas hört oder liest. Es ist ein wahres Elend, wie mit den Frauen umgegangen wird, sie haben mein vollstes Mitgefühl. Einfach unvorstellbar, in welcher menschenunwürdigen Art und Weise mit ihnen umgesprungen wird und Frauen zur Ware degradiert werden.“

Der Zwang zur Prostitution, unterstreicht die Grünen-Politikerin, sei „ein Skandal“. In ihren Augen gehören die gesetzlichen Grundlagen dahingehend geändert, dass es härtere Strafen gebe und diesem „schmutzigen Geschäft“ so Einhalt geboten werde: „Es ist bekannt, dass sowas in unserer Gesellschaft vorkommt und gerade darum ist es umso wichtiger, dass den Hintermännern und Zuhältern das Handwerk gelegt wird.“ Dies habe für sie oberste Priorität.

„Dass da niemand etwas mitbekommen hat - unvorstellbar“

Grundsätzlich sei jeder Verstoß gegen die Achtung des Menschen schwer auszuhalten: „Einzelne Schicksale gehen mir persönlich sehr nahe. Umso mehr erstaunt es, wie nahe so etwas sein kann. Je näher so ein Elend rückt, umso schlimmer ist es auszuhalten. Und dass illegale Prostitution neben den kleineren Gemeinden wie Traunwalchen und Siegsdorf auch bei uns in der Kleinstadt möglich ist, ist sehr traurig. Wir wünschen uns natürlich alle, dass sowas nicht vorkommt.“

Sonst lande jedes noch so kleine Thema auf dem Tisch der Stadträte und in der Verwaltung, doch solch „riesen Skandale“ blieben bis zuletzt unentdeckt. „Dass da niemand etwas mitbekommen hat - gerade in den kleineren Gemeinden - unvorstellbar“, drückt Penn ihr Entsetzen aus. „Das das in unmittelbarer Nähe geschieht macht sprachlos und erschüttert.“

Eine festgenommene Frau wird zur Polizeiinspektion gebracht.

Penn besuchte - wie auch Anwohner gegenüber chiemgau24.de berichteten - am frühen Mittwochabend (16. Juni) das Freilufttheater am Vormarkt, als der Polizeieinsatz begann: „Wir saßen bei bester Stimmung in diesem wunderschönen Ambiente der Altstadt als mit einem Mal die Polizei kam. Ich bin ein positiver Mensch und dachte zuerst an eine Übung. Doch mir wurde schnell klar, dass das keine Übung mehr sein kann, als die Handschellen klickten. Wirklich unfassbar, wie nah Freud und Leid beieinander liegen. Ich kann es noch immer nicht fassen.“

„Da muss die ganze Härte des Gesetzes greifen“

Die Polizei hat indes mit den Ermittlungen nach den Festnahmen und der Aufnahme der Identitäten begonnen. Welche Strafen erwartet werden, muss die Staatsanwaltschaft klären. Staatsanwalt Björn Pfeiffer vom Landgericht Traunstein kann sich bezüglich drohendem Strafmaß und Anklagepunkten noch nicht äußern: „Wir müssen jetzt zunächst die gesammelten Beweise in der Zusammenschau bewerten.“

Penn setzt alle Hoffnung in die Gesetzgebung, dass die Verbrecher auch ihre gerechte Strafe bekommen: „Ich bin eine Verfechterin des Paragraph 1 des Grundgesetzes, der Unantastbarkeit der Menschenwürde. Die zählt für mich immer und ist auch in dem Fall ausschlaggebend. Da muss die ganze Härte des Gesetzes greifen. Es kann nicht sein, dass die Würde dieser Frauen mit Füßen getreten wird. Ich hoffe jetzt wirklich, dass Ruhe einkehrt, sowohl bei uns als auch in den Nachbargemeinden.“

mb

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