Trotz Skepsis einiger Stadträte

Trostberg entscheidet sich für Sicherheitswacht

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Trostberg - Die Entscheidung ist gefallen: Auch in Trostberg sollen Bürger als Sicherheitswacht für die Polizei Streife gehen. Nicht bei allen konnten die Bedenken dagegen ausgeräumt werden.

Bei vier Gegenstimmen fiel die Entscheidung des Stadtrates am Mittwoch eindeutig aus: der Polizei wird grünes Licht gegeben, eine Sicherheitswacht aufzustellen. "Erst heute habe ich nochmal mit dem stellvertretenden Trostberger Polizeichef telefoniert. Die wären sehr froh, wenn eine Sicherheitswacht zustande kommt - also sollten wir es auch ermöglichen", so Bürgermeister Karl Schleid.

"Streetworker wären besser"

Die Sicherheitswacht wird aus einheitlich uniformierten Bürgern gebildet, die für die Polizei Streife gehen. Sie dürfen Platzverweise erteilen, renitente Personen festhalten oder Ausweise verlangen und stehen in Funkkontakt mit den Beamten.Eine Sicherheitswachtlerin aus Burghausen berichtete in der März-Stadtratssitzung jüngst von ihren positiven Erfahrungen - kritische oder gefährliche Situationen habe sie nie erlebt.

"Das ist ein negativer Schritt. Wieder wird der Polizei eine Aufgabe weggenommen. Wir werden in Trostberg in Kürze noch weniger Polizei haben oder zumindest keinen Zuwachs bekommen", befürchtete Karl Heinz Boxhammer. Außerdem hätten die Beamten durch die Sicherheitswacht auch zusätzliche Arbeit: Koordination, Dienspläne, Einweisungen, Ausbildung, Personalsuche für die Sicherheitswacht. Auch Marianne Penn meinte: "Streetworker wären besser." Die Gegenstimmen kamen aus den Reihen von SPD und Grünen.

Wen die Polizei jetzt sucht

Nun wird die Polizei mindestens acht Sicherheitswachtler suchen - Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 62 Jahre. Unterwegs ist man immer paarweise, zehn bis 15 Stunden im Monat. Ein Wohnsitz in Trostberg und die deutsche Staatsangehörigkeit sind keine Voraussetzung, dafür ein gutes Führungszeugnis. Vor Beginn bekommen die Sicherheitswachtler noch eine vierzigstündige Ausbildung von der Polizei. Die Mitglieder erhalten eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde.

Nicht immer tut sich die Polizei so einfach, neue Sicherheitswachten zu gründen. In Traunstein scheiterte ein erster Anlauf an geeigneten Bewerbern. In Waging sucht man beispielsweise schon seit Ende 2016 nach Interessenten, auch in Mühldorf und Laufen ist eine Sicherheitswacht - trotz grünem Licht der Stadträte - noch nicht zusammengekommen.

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xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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