Verkaufserlös für eigene soziale Werke

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Im Frühjahr haben die Barmherzigen Schwestern das Krankenhaus Vinzentinum in Ruhpolding in kommunale Trägerschaft übertragen.

Pittenhart – 2011 ist ein einschneidendes Jahr für die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul, in dem mehrere schwierige Entscheidungen zu treffen waren:

Bereits im Frühjahr war bekannt gegeben worden, dass sie das Krankenhaus Vinzentinum in Ruhpolding in kommunale Trägerschaft übertragen werden. Vor kurzem kündigten sie an, dass sie sich von drei Erholungshäusern in Unterwössen trennen werden. Jetzt folgt eine weitere Bekanntgabe: Die Ordensgemeinschaft will den Katharinenhof im Pittenharter Ortsteil Fachendorf in andere Hände geben. Der Hof ist einer von drei landwirtschaftlichen Betrieben der Kongregation. Die beiden anderen sind der Primushof in Bad Adelholzen und der Marxhof in Unterhaching.

Landwirtschaft und Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln haben im Lauf der 179-jährigen Geschichte der Kongregation eine große Rolle gespielt. Bei vielen Häusern der Schwestern war es üblich, dass eine Landwirtschaft angeschlossen war. In Kriegs- und Notzeiten konnten sie damit die Versorgung der ihnen anvertrauten Menschen aufrechterhalten. Heute noch werden die Einrichtungen der Schwestern zum Teil mit eigenen Nahrungsmitteln versorgt, die aus Achtung vor Gottes Schöpfung so naturnah wie möglich produziert werden.

Auf dem Katharinenhof wird vorwiegend eine personalintensive Milchwirtschaft betrieben. Seit längerem schon übersteigen aber die anfallenden Kosten die Erlöse. Die Generalleitung der Ordensgemeinschaft hat deshalb beschlossen, den Katharinenhof zu verkaufen. Gleichzeitig geht das langjährige Verwalterehepaar Waltraud und Anton Liesch in den Ruhestand.

Der Verkaufserlös wird in die sozialen Werke der Schwestern fließen; Geld wird aber auch für die Altersversorgung der Schwestern benötigt, von denen sich nur noch wenige im aktiven Dienst befinden. Um den Marktwert des Katharinenhofs zu ermitteln, wurde ein vereidigter Sachverständiger eingeschaltet.

Die Barmherzigen Schwestern legen Wert darauf, dass der neue Eigentümer des Katharinenhofs ebenfalls eine ökologische Zielrichtung verfolgt. Sie haben einen Interessenten gefunden, der eine nachhaltige Bewirtschaftung beabsichtigt und den Hof als bäuerlichen Milchviehbetrieb weiterführen will. Der Eigentümerwechsel ist für Anfang nächsten Jahres geplant.

Die Barmherzigen Schwestern haben in den vergangenen 20 Jahren bereits mehrere landwirtschaftliche Betriebe verkauft. Die Trennung vom Katharinenhof solle aber der Schlusspunkt dieser Entwicklung sein, erklärte Generaloberin Schwester M. Theodolinde Mehltretter. "Der Primushof und der Marxhof stehen nicht zur Disposition. Diese werden wir als landwirtschaftliche Betriebe der Kongregation weiterführen."

re/Chiemgau-Zeitung

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