Pittenhart: Wer schießt die Rehe ab?

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Pittenhart - Seit Monaten treibt ein Wilderer sein Unwesen in den Wäldern bei Pittenhart. Doch warum ist er so schwer zu fassen? Wir haben bei der Polizei nachgefragt:

Der zuständige Jagdpächter brachte das Geschehen erstmals im August diesen Jahres zur Anzeige: Damals hatte der Wilderer unerlaubt ein Reh mit einem Gewehr geschossen. Doch nicht zum ersten Mal. Nach Angaben des Jagdpächters habe es vorher bereits vier weitere Fälle von Wilderei in dem Waldstück gegeben. Nur dieses Mal konnte endlich ein Anhaltspunkt auf den Täter gefunden werden: Zwei Männer wurden dabei beobachtet, wie sie mit der Beute in einem grünen Pkw, vermutlich ein Renault Twingo älteren Baujahrs, flüchteten.

Die Fälle von Wilderei in dem Wald gingen trotzdem weiter. Ende September wurde ein Rehkitz von einem Hochsitz aus erlegt. Doch statt das geschossene Kitz mitzunehmen, schnitt der Wildschütze im Bereich der linken Schulter ein großes Stück Wildbret heraus. Noch martialischer war das Vorgehen beim jüngsten Fall. Nachdem der Täter einen Rehbock im sogenannten Kirchenwegholz erlegt hatte, trennte er den Kopf des Tieres ab und hinterließ ihn auf einem Grundstück im Gewerbegebiet.

Kurt Baumann von der Polizeiinspektion Trostberg ist der ermittelnde Beamte in dem Fall. Er weiß, dass es sich bei Wilderei längst nicht um einen Kavaliersdelikt handelt: "Das wird mit einer Freiheitsstrafe geahndet." Allerdings sei es überaus schwierig, jemandem die Tat nachzuweisen. "Man muss einen Wilderer fast auf frischer Tat ertappen."

Was den Wilderer antreibt, ist für den Polizisten derweil ein Rätsel. "Vermutlich ist es der Jagdtrieb. Aber wir können uns darauf auch keinen Reim machen." Dass aber immer der gleiche Täter am Werk ist, hält der Beamte für ziemlich wahrscheinlich: "Dafür spricht, dass so beharrlich immer im gleichen Gebiet gejagd wird." Doch obwohl das bevorzugte Territorium des Wildschützen bekannt ist, bleibt es ein schwieriger Fall für die Ermittler. Man habe schlichtweg zu wenig Leute und nicht die Zeit, das Gebiet zu überwachen. "Wir wissen nicht, wo wir da ansätzen sollen", so Baumann.

Falls Sie nützliche Informationen für die Polizei zu diesem Fall haben, dann wenden Sie sich bitte an die Polizeiinspektion Trostberg unter der Telefonnummer 08621 / 98420.

ps/red

Rubriklistenbild: © dpa

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