Urkunde an Mittelschulen verliehen

+

Rosenheim - Die Hauptschulen in Prien und Kolbermoor dürfen sich ab sofort offiziell Mittelschule nennen. Die flächendeckende Mittelschule wird allerdings erst zum kommenden Schuljahr eingeführt.

Die Regierungsschulrätin Rita Langheinrich und Landrat Josef Neiderhell überreichten heute (30. November 2010) den Schulleitern Hans-Joachim Reuter und Fritz Sparrer die Ernennungsurkunden. Neiderhell beglückwünschte die beiden Schulen, die als einzige in Stadt und Landkreis schon heuer Mittelschulen werden wollten. Er äußerte generell die Hoffnung, dass sie das gleiche Ansehen in Bayern genießen werden wie die Realschulen und Gymnasien.

Der Leiter der Staatlichen Schulämter in Stadt und Landkreis, Wolfgang Tauber sagte, der Anfang sei gemacht, die Hauptaufgabe stehe aber noch bevor, nämlich die flächendeckende Einführung der Mittelschule in Stadt und Landkreis Rosenheim. Dabei stünden die Hauptschulen vor der großen Herausforderung, allen Schülerinnen und Schülern den Zugang zur Mittelschule zu ermöglichen. Diese zeichne sich durch ein Ganztagesangebot, die Möglichkeit des mittleren Bildungsabschlusses, der Berufsorientierung und des Klassenlehrerprinzips aus, so Tauber.

Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo freute sich über das offizielle Prädikat Bayerische Mittelschule. Er wies aber auch darauf hin, dass Mittelschule dort seit sechs Jahren schon mehr oder weniger praktiziert worden sei. Mit dem neuen Gebäude sei die Schule zum Lebensraum umgestaltet worden. Schülerfirmen, Hauswirtschaftsunterricht, alle diese Orientierungen habe es schon gegeben, sagte Kloo.

Priens zweite Bürgermeisterin Renate Hof sieht in der Mittelschule einen guten Baustein und eine große Chance für die Schüler zur Weiterbildung. Zustimmendes Nicken und Applaus erntete sie für das Zitat: Wer sagt, dass Bildung teuer ist, der weiß nicht, wie viel Dummheit kostet. Den Stellenwert des Mittlere Reife-Abschlusses der M-Züge thematisierte Renate Wendt, die stellvertretend für die Elternbeiräte beider Schulen sprach. Durch unterschiedliche Abschlüsse werde unseren Schülern vermittelt, dass ihr Abschluss nicht so viel wert sei, bedauerte Wendt. Die Elternbeiratsvorsitzende schlug unter anderem vor, die Abschlussprüfungen zumindest in einzelnen Fächern zu vereinheitlichen.

Die Regierungsschulrätin Rita Langheinrich meinte dazu, die allgemeine Anerkennung sei auch ihr starker und intensiver Wunsch. Langheinrich erwartet sich von der Mittelschule vor allem mehr persönliche und berufliche Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Unsere Mittelschüler müssen am Ausbildungsmarkt überzeugen, dann überzeuge auch die Mittelschule, schloss die Regierungsschulrätin. Nach ihren Angaben starteten 92 der 267 Hauptschulen Oberbayerns zu Schuljahresbeginn in 30 Verbünden und 18 Einzelmittelschulen. Nahezu alle anderen planen den Einstieg in die Mittelschule zum Schuljahresbeginn 2011.

Pressemitteilung des Landratsamt Rosenheim

Zurück zur Übersicht: Chiemgau

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser