DIE LINKE positioniert sich klar gegen die Verlängerung des Kriegsverbrecher Grabes Jodl auf der Fraueninsel. Eine mögliche Pilgerstätte rechter G ...

Weg mit dem Jodl-Grabstein

Chiemsee - Zu den Mauscheleien des Chiemseer Gemeinderat um eine eventuelle weitere Verlängerung des Nutzungsrechts des Jodlgrabs, erklärt Klaus Rosellen, Direktkandidat für den Bezirkstag der LINKEN. Kreisverband Rosenheim:

Alfred Jodl, ein zurecht verurteilter Hauptangeklagter der Nürnberger Prozesse, erteilte Säuberungsbefehle, die unvorstellbare Greueltaten in der ehemaligen Sowjetunion im 2. Weltkrieg zur Folge hatten. Auch war Jodl an der Deportation von europäischen Juden in die Vernichtungslager mitverantwortlich. Zu seinen Schandtaten gehört sogar der Befehl, die Deportation eines Großteils der norwegischen Bevölkerung zu veranlassen, eine der größten und brutalsten Säuberungsaktionen in der letzten Phase des 2. Weltkrieges.

Jodl wurde bei den Nürnberger Prozessen zurecht als Kriegsverbrecher für Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt und zu Tode verurteilt. Jodls Grabstein steht auf dem historischen Friedhof der Fraueninsel. Einer unserer kulturreichsten und ältesten Punkte im Chiemgau. Dieses Grab ist leer – seine Asche wurde damals von den Alliierten in der Isar verstreut – zu Recht - um keine Kultstätte des Nationalsozialismus zu schaffen.

Diese Grabstätte soll nun verlängert werden. Anstatt diesen Platz endlich auszumerzen wurde allerdings eine Verlängerung der Liegestatt beantragt.

Statt seine leere Grabesstätte auf der Fraueninsel zu pflegen, wäre es verantwortlicher, den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken und nicht einem Massenmörder und Kriegsverbrecher und seinen heutigen Anhängern Raum zum Totenkult zu schaffen. Unverantwortlich von seiner Familie, ein leeres Grab, was keinerlei geschichtliche Bedeutung hat, Raum für Spekulationen zu schaffen. Verantwortlicher wäre ein Gedenkstein, zur Erinnerung an Jodls Opfer und deutlich über sein brutales Sein aufzuklären. Eine besondere Perversion daran ist der Zeitpunkt dieser Diskussion. Am 27. Januar jährte sich die Befreiung von Auschwitz.

Scheinbar ist der Chiemseer Gemeinderat nicht in der Lage, die Augen vor der geschichtlichen Wahrheit zu öffnen und verantwortungsvoll damit umzugehen. Lieber nimmt er in Kauf, zukünftig ein Pilgerort rechter Gesinnungsträger zu werden, ähnlich wie beim Hess-Grab, als sich auf das kulturelle und kunstwertvolle Erbe der Fraueninsel zu besinnen. Lieber schafft er Diskussionsraum für rechte Gedankenträger und deren Fußvolk. Wer sich wie Wolfram Kastner traut, Kunst gegen Nazis zu gestalten, gegen rechte Gesinnungsträger aktiv zu werden, sollte unterstützt werden. Ebenso unterstützt DIE LINKE. KV Rosenheim die Petition des Insulaners Georg Wieland, den Grabstein endgültig zu entfernen. Wir als DIE LINKE fordern, weg mit dem Grabstein, erinnert den Opfern von Jodl und seiner nationalsozialistischen Verbrecherbande. Das Gemauschel der Chiemseer Gemeindevertretung und der Familie ist unerträglich und ein Schlag ins Gesicht jeder noch verbliebenen Opfer Jodls Greueltaten.

Pressemitteilung DIE LINKE. KV Rosenheim

Zurück zur Übersicht: Vereine & Parteien

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweis

Inhalte Drittanbieter
Die in diesem Ressort aufgeführten Artikel und Meldungen stammen nicht von der OVB24-Redaktion, sondern von den Sportvereinen aus der Region. Die Inhalte dieser Pressemeldungen spiegeln nicht die Meinung der Redaktion. Die OVB24-Redaktion übernimmt für die Inhalte der Artikel keine Haftung und behält sich vor, Beiträge zu kürzen oder zu löschen, sollten sie gegen den Pressekodex verstoßen.

Live: Top-Artikel unserer Leser