Großes Vertrauen für Führungsspitze der Feuerwehr

Pietlinger Kommandanten Hans Schild und Christoph Huber wiedergewählt, Tobias Maier dritter Kommandant

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Fridolfing - Vor sechs Jahren wurden sie neu in ihre Ämter gewählt, jetzt schenkten ihnen die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Pietling großes Vertrauen: Hans Schild und Christoph Huber wurden bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Gruber in Pietling ohne Gegenstimmen in schriftlicher Abstimmung als erster bzw. zweiter Kommandant bestätigt. Weil die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde immer umfangreicher werden, wurde Tobias Maier zum neuen dritten Kommandanten gewählt.

Das junge Führungsteam, zu dem auch die 2018 wiedergewählte Kassierin Victoria Hastreiter und Schriftführerin Corinna Jäger zählen, hat nicht nur die immer anspruchsvolleren feuerwehrtechnischen Aufgaben und Herausforderungen bewältigt, sondern auch das 140-jährige Jubiläum 2017 hervorragend organisiert. Vor der Jahreshauptversammlung hatten die Aktiven traditionsgemäß den Vorabendgottesdienst in der St.-Martins-Kirche besucht, um ihrer verstorbenen Kameraden zu gedenken. Das Totengedenken zu Beginn der Versammlung galt besonders den im letzten Jahr verstorben Mitgliedern Josef Krautenbacher und Franz Esterbauer. Der im letzten Jahr neu gewählte Vorstand Andreas Stadler berichtete, dass der Feuerwehrverein 124 Mitglieder zählt. Die Aktiven besuchten die Jubiläumsfeste in Kammer, Waging, Vogling und Palling sowie die Fahrzeugweihe bei den österreichischen Nachbarn in Schneegattern. Im Nachklang zum eigenen Jubiläum 2017 fanden letztes Jahr noch eine Filmvorführung und eine Brauereibesichtigung statt. Weitere Ereignisse waren das erste Maibaumaufstellen in Pietling, der traditionelle Volksfestbesuch und ein Public Viewing bei der Fußball-WM, das aufgrund des Ausscheidens der deutschen Mannschaft keine Fortsetzung fand. Gesellige Ereignisse waren auch die Hochzeit des aktiven Mitglieds Marina Wambach, das Spanferkelessen, der Ausflug nach Linz und die Weihnachtsfeier. Außerdem beteiligte sich die Feuerwehr an den gemeindlichen Meisterschaften und den kirchlichen Festen in der Pfarrei. Weil die Pietlinger Feuerwehr viel Zustimmung und Unterstützung aus der gesamten Bevölkerung erhält, will sie davon auch etwas zurückgeben. Aus dem Erlös des Feuerwehrfestes gingen deshalb Spenden an den Fridolfinger Sozialfonds und die Familie des von einem schweren Schicksalsschlag getroffenen Surberger Feuerwehrkommandanten. Eine weitere Spende soll an ein Waisenhaus in Rumänien gehen. Im fünfstelligen Bereich bewegte sich das Volumen des Kassenberichts von Victoria Hastreiter, die detailliert die Einnahmen und Ausgaben des vergangenen Jahres auflistete. Insbesondere bei den Ausgaben flossen noch Steuern und Abgaben aus dem Feuerwehrfest 2017 in die Abrechnung mit ein. Herbert Jäger hatte zusammen mit Sebastian Huber die Kasse geprüft und bescheinigte Vicky Hastreiter eine ordnungsgemäße Kassenführung. Einstimmig wurde ihr und der gesamten Vorstandschaft die Entlastung erteilt.

„Die ersten sechs Jahre als Kommandant sind schneller vergangen als gedacht“ sagte Kommandant Hans Schild zu Beginn seines Berichts. Abgesehen von den Turbulenzen im Frühjahr sei das Jahr eher ruhig verlaufen, allerdings gab es noch zwei Großbrände vor Weihnachten. Die Feuerwehr Pietling zählt derzeit 93 Aktive, davon 23 weiblich, und 20 Jugendliche, davon eine junge Dame. Das Durchschnittsalter der Aktiven liegt bei 34 Jahren. In seinem Bericht, der den Anwesenden heuer erstmals auch in schriftlicher Form vorlag und wie gewohnt mit einer Powerpoint-Präsentation untermalt wurde, listete Schild die 26 größeren und kleineren Einsätze auf. Dazu gehörten die Hilfeleistung und Verkehrsregelung nach Verkehrsunfällen ebenso wie ein Kellerbrand und Unwettereinsätze. Die größten Einsätze waren das Feuer auf einem Bauernhof in Tengling am 15. Dezember und der Brand des Fridolfinger Sägewerks drei Tage später. In beiden Fällen ging es vor allem auch darum, benachbarte Gebäude vor den Flammen abzuschirmen. Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, wurden 2018 nicht weniger als 78 Übungen abgehalten. Dazu zählten unter anderem Fachgruppenübungen, Modulübungen oder Monatsübungen. Mit anderen Wehren fanden fünf überörtliche Übungen statt, wobei besonders die Großübung auf dem Schiederhof in Pirach hervorgehoben wurde. Neben den großen Industrie- und Handwerksbetrieben liegt der Fokus bei den Übungen auch immer wieder bei den landwirtschaftlichen Anwesen. Das Geübte konnte schließlich bei den Leistungsabzeichen unter Beweis gestellt werden. Elf Kameraden legten das Leistungsabzeichen „Die Gruppe im Löscheinsatz“ und 29 Aktive das Abzeichen „Die Gruppe im Hilfeleistungseinsatz“ ab. Neben der örtlichen Ausbildung spielt für die Feuerwehren auch die überörtliche Ausbildung auf Kreisebene und in den staatlichen Feuerwehrschulen eine wichtige Rolle. Zu den 35 erfolgreich absolvierten Lehrgängen zählen unter anderem Kurse für Atemschutzgeräteträger, Träger von Chemieschutz, Üben in der Brandsimulationsanlage, die Grundlagen beim ABC-Einsatz, Leiter einer Atemschutztruppe oder Ausbilder. Im eigenen Lehrgang „Technische Einsatzleitung“ wurden sechs Pietlinger Aktive und zwei Kameraden aus Kirchheim geschult. Im weiteren Verlauf listete Kommandant Schild den aktuellen Ausbildungsstand auf und betonte, gerade bei den Atemschutzgeräteträgern müsse man „dran bleiben“, denn bei fast allen Einsätzen würden diese benötigt. Abschließend dankte der Kommandant detailliert allen, die ihn unterstützt und ihm den Rücken gestärkt haben und freute sich, dass Bürgermeister, Gemeinderäte und Verwaltung immer ein offenes Ohr für die Belange der Wehr haben.

Jugendwartin Lisa Prams berichtete über die Arbeit mit den beiden Jugendgruppen, die langsam an den aktiven Feuerwehrdienst herangeführt werden. Zusammen mit dem Ausbildungsteam wurden einige Übungen abgehalten und das Können beim Kreisjugendfeuerwehrtag unter Beweis gestellt. Dabei kam aber auch der Spaß nicht zu kurz. Obligatorische Ereignisse waren der Wissenstest, die Aktion Friedenslicht und zum zweiten Mal das Einsammeln der Christbäume. Die Kameradschaft wurde beim Grillen und Kartfahren gepflegt. Nach den Neuwahlen unter der Leitung von Bürgermeister Johann Schild sagte dieser in seinem Grußwort, er habe höchsten Respekt vor der Arbeit der Pietlinger Feuerwehr. Er freute sich über die vielen Aktiven und die stete Nachwuchsarbeit. Angesichts der vielschichtigen und großen Betriebe in der Gemeinde sei hier viel Wissen notwendig, um im Ernstfall schnell und effektiv Hilfe leisten zu können. Der Bürgermeister lobte den Zusammenhalt innerhalb der Wehr und freute sich, dass sie sich auch an den Veranstaltungen und Festen im Gemeindeleben beteiligt.

Anschließend wurden verdiente Aktive bzw. Vereinsmitglieder von der Gemeinde und auch vom Feuerwehrverein geehrt. Die Fridolfinger Ehrennadel in Bronze bekamen für 15 Jahre aktiven Dienst Vicky Hastreiter, Sebastian Huber, Susi Huber, Corinna Jäger, Daniela Jäger und Hans Jäger sowie Florian Obermayer. Bereits auf 30 Jahre aktiven Dienst zurückblicken können Thomas Dandl und Thomas Lebacher, die dafür mit der Fridolfinger Ehrennadel in Silber ausgezeichnet wurden. Die Fridolfinger Ehrennadel in Gold bekamen Josef Hastreiter und Georg Mörtl für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. Dem Feuerwehrverein gehören seit zehn Jahren Michael Schnurpfeil an und bereits seit 30 Jahren Martin Dandl, Sebastian Gruber und Alfred Stöckl. Ehrenmitglied Georg Schuster ist bereits seit 50 Jahren bei der Pietlinger Feuerwehr und Hans Prams seit 60 Jahren. Neu in die Feuerwehr eingetreten sind im letzten Jahr Maria und Sebastian Schmidt, Florian Graßl und Daniel Lechner. Volljährig geworden sind 2018 Paula Brüderl, Antonia Berger, Fabian Fischer und Evi Dandl, die damit von der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst gewechselt haben. Ausgeschieden sind dagegen Maxi Prodöhl und Andreas Wörndl.

Kreisbrandmeister Hans Heinrich stellte in seinem Grußwort die Bedeutung einer ausreichenden Zahl von Atemschutzträgern heraus, lobte den Aufbau der neuen Leistungsprüfungen und ging noch einmal auf den „K-Fall“ nach den starken Schneefällen im südlichen Landkreis im Januar ein. Er war hocherfreut über die Einsatzbereitschaft aus Nah und Fern. Weitere Stichworte waren der Jugend-Anwerbetag und die Brandschutzerziehung an den Schulen. „Ohne eure Hilfe wären wir aufgeschmissen, bitte unterstützt uns weiter“ lobte Erwin Wimmer, Polizeihauptkommissar von der Polizeiinspektion Laufen. Er lud die Feuerwehr zur Besichtigung des neuen Inspektionsgebäudes ein. Mit dem Hinweis, dass sich die Gemeinde Siegsdorf und die Familie Wimmer mit Spenden für die Hilfe der Feuerwehr bedankt hätten, schloss Vorstand Stadler die Versammlung. Weitere Gäste neben den bereits Erwähnten waren Pfarrer Kaspar Müller, Dritte Bürgermeisterin Monika Fuchs, einige Gemeinderäte und der leitende Notarzt Dr. Ulrich Rehme sowie Ehrenkommandant Franz Jäger und die Ehrenmitglieder Adi Maier, Georg Schuster und Alois Maier.

Pressemitteilung Feuerwehr Pietling

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