Naturwelt Chiemsee präsentierte einen ganz besonderen Saiten-Künstler

Patrick Zeoli war in Esbaum

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Patrick Zeoli auf dem Samstagsbrettl der Naturwelt Chiemsee

Seeon-Seebruck - Ein Tischler ist Vater der heutigen Gitarre. Antonio de Torres vervollkommnete in der Zeit von 1836 – 1842 das Instrument und gilt deshalb heute als Vater der heutigen Gitarre.

Am letzten Samstag (27.04.2019) hatte die Naturwelt Chiemsee einen ganz besonderen Gast auf der kleinen Bühne eingeladen. Die Atmosphäre glich einem gemütlichen Wohnzimmer. Es knisterte. Und als der gebürtige Argentinier Patrice Zeoli mit seinem irischen Dialekt sein Gitarrenspiel mit einer Szenenbeschreibung aus der Zeit des Antonio de Torres (1817-1892) irgendwo in Sevilla einleitete, da klappten die Wohnzimmerwände zur Seite und man fühlte sich zusammen mit Zeoli in diese andere Zeit versetzt. In das Spanien im Zeitalter der Romantik. In eine Zeit, als die Gitarre in ihrer heutige Form gerade erst geboren und noch unbekannt war.

Der Wahl-Berliner Zeoli konnte über die Geschichte der Gitarre viel erzählen. Urahn mag die Laute sein, die während der arabischen Expansion im Frühmittelalter über Ägypten und Nordafrika bis nach Spanien und den Rest Europas kam. Mit der Zeit entstand die Guitarra und schließlich die Gitarre in ihrer heutigen Form. Antonio de Torres vervollkommnete in der Zeit von 1836 – 1842 das Instrument und gilt deshalb heute als Vater der heutigen Gitarre. Eine Gitarre, die Zeoli beherrscht wie kein anderer. Fast scheint es, als wär die Gitarre ein Körperteil, so wie ein Arm oder Bein.

So begann Zeoli also sein Konzert mit einem Stück von Mauro Giuliani, der von 1781 bis 1829 gelebt hat. Das Publikum war nicht nur Zuhörer, sondern direkt dabei und man fürchtete fast, Zeoli und sein Instrument würden jeden Moment von der Bühne in das alte Spanien verschwinden. Doch dann begann er eine Reise durch die Zeit bis heute und durch die Welt. Von Spanien ging es nach Irland, wo er aufgewachsen ist und schließlich nach Südamerika. Von Chile bis Bolivien, wo er schließlich die Gitarre gegen „El Charango“ tauscht. Patrice Zeoli erklärte nun mit verschiedenen Musikstücken, dass Boliviens Musik sich nicht nur an den Himmelsrichtungen orientiert, sondern es auch einen Unterschied macht, ob das urige Instrument in 4000 m oder 2000 m Höhe gespielt wird. Lieder von der Liebe und vom Abschied wechselten ab mit Stücken aus dem Karneval, den man schließlich mit einer musikalischen Amazonasreise miterleben konnte.

Ein fesselnder Abend war es, den Zeoli dem Publikum bot. Und auch er war begeistert. Begeistert vom Publikum und von der Lebensart im Chiemgau. So hat er auch versprochen, wieder nach Esbaum in die Naturwelt Chiemsee zu kommen.

Patrick Zeoli ist ein echter Internationaler. Er mag es, wenn viele Nationalitäten um ihn herum sind. Die Mutter war Irin, der Vater Argentinier. Er kam 1953 in Argentinien zur Welt, wuchs in Irland auf, übte in Frankreich und studierte in den Niederlanden. Er kam 1973 der Liebe wegen nach Deutschland, ging dann nochmal nach Südamerika. 1992 ging es wieder nach Berlin. Hier wie da ist er kein Unbekannter. Der virtuose Konzertgitarrist lehrte schon an der Hanns-Eisler-Musikhochschule zu Berlin und war auch in Estland an der Universität Tartu. Patrick Zeoli ist immer noch kein Ruheständler. Er unterrichtet seine Kunst noch an der Leo-Kerstenberg-Musikschule in Berlin-Tempelhof. Und er ist Mitbegründer der alljährlich stattfindenen Berliner Gitarrentage. Bei den Tango-Tagen wird er im Mai 2019 in Berlin auch dabei sein. Derzeit ist Zeoli auf Deutschland-Tournee. Christoph Rollfinke aus Peterskirchen begleitet ihn dabei. Aber nicht auf der Bühne. Rollfinke, Chiemgau-Autor und selbst gelernter Gitarrist ist seit langem ein Fan von Zeoli und bewundert seine Fingerfertigkeit.

Pressemitteilung Naturwelt Chiemsee - PON

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