Justus Pfeifer auch für VRB Bürgermeister-Kandidat

Austellungsversammlung der VRB-Ruhpolding zur Bürgermeisterkandidatur in der Kommunalwahl 2020

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Hermann Hipf, Fraktionssprecher VRB, Justus Pfeifer, Bürgermeisterkandidat VRB/CSU, Henning Wolf Vorsitzender VRB

Ruhpolding - Mit dem gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahlen 2020 will die Vereinigung Ruhpoldinger Bürger (VRB) ein starkes Zeichen setzen und gleichzeitig soll gezeigt werden, dass zwei Drittel im Gemeinderat den Wechsel beim Bürgermeisteramt im Rathaus mit einen jungen Kandidaten wollen, sagte VRB Vorsitzender Henning Wolf.

Bei der Aufstellungsversammlung im Hotel Ortnerhof stimmten von den 33 wahlberechtigten VRB-Mitgliedern 23 für den 29-jährigen Bürgermeisterkandidaten Justus Pfeifer. Neun verweigerten ihm die Zustimmung zur Aufstellung und ein Stimmzettel war ungültig. Der verheiratete Offizier Pfeifer im fliegenden Dienst der Luftwaffe, oder kurz gesagt der Kampfjet-Pilot, wurde bereits im Dezember letzten Jahres von der CSU Ruhpolding als Bürgermeisterkandidat gekürt.

Die Aufstellungsversammlung war gut besucht und neben den 33 VRB Mitgliedern kamen zahlreiche interessierte Unterstützer der VRB. Bevor es zur Abstimmung kam, stellte sich der Bürgermeisterkandidat in spe der Versammlung vor und erläuterte seine Vorhaben, wie mehr Bürgernähe und die Möglichkeit jedem einzelnen Bürger im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten seine individuelle Freiheit zu gewähren, sein eigenes Leben und das seiner Familie attraktiv und lebenswert gestalten zu können, wenn er denn im März nächsten Jahres zum Bürgermeister von Ruhpolding gewählt werden sollte. Die Service-Einstellung der Gemeinde solle verstärkt und die Wirtschaftspolitik so ausgestaltet werden, dass interessierte Unternehmen und Gewerbetreibe unterstützt und ihnen Flächen angeboten werden sollten. Gleichzeitig soll jedoch auch der Tourismus weiter gestärket werden.

Warum er sich auch bei der VRB dem Votum stellt, als Bürgermeisterkandidat aufgestellt zu werden, liegt nach seinen Worten daran, dass er auf kommunaler Ebene als Gemeinderat immer mit anderen Parteien und fraktionsübergreifend das Beste für den Ort bewirken wolle, so Pfeifer. „Ich trete nicht gegen jemanden an, sondern für Ruhpolding!“, sagte Pfeifer. Je mehr er sich mit dem Für und Wider beschäftigte, desto mehr kristallisierte sich ein Punkt heraus um den es im Endeffekt gehe. Und zwar um die Heimat, sagte Pfeifer. Vor der Abstimmung gab es eine rege Diskussion. Der Fraktionsvorsitzende der VRB, Hermann Hipf, ist für den Kandidaten Pfeifer, da er in Pfeifer einen jungen und dynamischen Ortsmanager sehe. Der Bürgermeister sei der Chef des ganzen Schiffs und schwinge dafür den Taktstock wie es in der Gemeinde vorangehen solle. Das fehle aktuell im Rathaus, so Hipf. Er sei der Ansicht, dass in Ruhpolding etwas Neues versucht und man das Schema verlassen müsse, für jede politische Gruppierung einen Kandidaten aufzustellen. Man könne nach jetzigem Stand davon ausgehen, dass zur Kommunalwahl in Ruhpolding im nächsten Jahr fünf Listen aufgestellt würden, sagte Hipf. Er habe die alte Struktur erlebt und darum lasst uns mit dem gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten Pfeifer eine neue Struktur umsetzten, so Hipf.

Das VRB Mitglied Konrad Fegg konnte sich mit der Konstellation nicht anfreunden, dass Pfeifer VRB Bürgermeisterkandidat werden sollte und zugleich der Bürgermeisterkandidat der CSU ist. Er befürchte, dass sich die VRB damit keinen guten Dienst tue. Aus weiteren Diskussionsbeiträgen war zu entnehmen, dass manche VRBler dadurch einen Verlust von einem Gemeinderatsmandat befürchten und dass Pfeifer sich auch um seine Parteikollegen kümmern muss und somit die VRB-Räte ins Hintertreffen geraten könnten. Ein Vorwurf ging in die Richtung, dass die Entscheidung zur Aufstellung von Pfeifer zum Bürgermeisterkandidaten nicht transparent gewesen sei und im Hinterzimmer beschlossen worden sei. Auf den Einwand der mangelnden Transparenz führte Pfeifer an, dass es hier zahlreiche Gespräche mit der Fraktion und der Vorstandschaft gegeben habe und zusätzlich zwei Monatsversammlungen der VRB, die sich mit dem Thema beschäftigten. Der VRB Vorsitzende meinte, die Vorstandschaft und die VRB Fraktion hätten sich im Vorfeld Gedanken gemacht, welche Form gewählt werden solle und sie kamen letztlich zu dem Entschluss, mit dem gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten. Wobei es hierzu insbesondere in der Juni-Monatsversammlung Raum zur Diskussion gegeben habe, so Wolf. Aus der Runde der Diskutanten kam die Ansicht, dass ein eventuell künftiger Bürgermeister Pfeifer durch die gemeinsame Aufstellung der VRB eher mehr verpflichtet sei, als wenn die VRB nur eine Wahlempfehlung geben würde und sich die gemeinsame Kandidatenaufstellung eher positiv für die VRB auswirken würde.

Er, so Ludwig Böddecker, habe es leid, dass im Rathaus immer wieder wenige Gemeinderäte die Themen anschieben müssten und sie nicht vom Bürgermeister kämen. Er erwarte von einem Bürgermeister, dass dieser die Marschrichtung vorgebe. Eingehend auf die Bedenken, dass die VRB ein Mandat im Gemeinderat durch den gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten verlieren könne, fügte Böddecker an, wenn es so sein solle, dann wäre das für die Allgemeinheit. Abschließend sagte Pfeifer, der auch einen akademischen Abschluss als Staatswissenschaftler mit der Spezialisierung auf Staatsrecht und humanitäres Völkerrecht hat, dass nicht mehr auf die vergangenen gegenseitigen Scharmützel oder gar Wunden, die einen vor fünf, zehn oder fünfzehn Jahren zugefügt worden seien, geschaut werden solle, sondern vielmehr auf die Zukunft der Gemeinde und die Heimat, um diese gemeinsam und miteinander zu gestalten und zu formen.

VRB Ruhpolding / Detlef Jost

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