Ehrung eines Massenmörders

Offener Brief an die Gemeinde Chiemsee

Chieming - Der Bürgermeister der Gemeinde Chiemsee, Georg Huber, will weiter an der Ehrung eines Massenmörders festhalten und den Streit ums leere JODL-Grab aussitzen, wie man am Donnerstag, im BR-Fernsehen, in der Sendung quer sehen konnte. Wir haben uns deshalb entschlossen, an den Bürgermeister und seinen Gemeinderat einen offenen Brief zu schreiben.

Hier, der Brief im Wortlaut: Offener Brief 
an Herrn Bürgermeister Georg Huber und an den Gemeinderat der Gemeinde Chiemsee, 
in Kopie an die Presse

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
 sehr geehrte Gemeinderäte, seit geraumer Zeit haben Sie ein Ärgernis auf dem Friedhof der Fraueninsel. Dort steht ein Gedenkkreuz aus Stein für Alfred Jodl, der dort gar nicht begraben liegt. Wie Sie sicher wissen, war Jodl einer der Hauptkriegsverbrecher des zweiten Weltkriegs, der als Chef des Wehrmachtsführungsstabes die schlimmsten Wehrmachtsverbrechen mit zu verantworten hatte. Er unterschrieb zum Beispiel den Befehl Hitlers, die eingekesselten Bewohner Leningrads hunderttausendfach verhungern zu lassen. Jodl wurde in den Kriegsverbrecherprozessen zum Tode verurteilt, seine Asche in die Isar verstreut.

Zwar soll 2018 das Grab und wohl auch der Gedenkstein aufgelöst werden, trotzdem stehen Sie und Ihre Gemeinde als Eigentümer der Grabstelle Jodl in der Pflicht und Verantwortung, für die Entfernung des Gedenksteins zu sorgen und ggf. auf die verbrecherische Verantwortung Jodls und die historische Wahrheit an dieser Stelle hinzuweisen. Sie können jederzeit die Nutzung dieser Grabstelle kündigen bzw. Änderungen der Nutzung verfügen.

Wir fordern Sie und den Gemeinderat hiermit auf, darauf hinzuwirken, dass dieser „Stein des Anstoßes“ sobald als möglich beseitigt wird anstatt diesen Skandal auf dem Friedhof der Fraueninsel in Interviews zu verteidigen. Sie können unserer Meinung nach nicht länger dulden, dass der Friedhof und die wunderschöne Fraueninsel ein Wallfahrtsort von Neonazis ist. Weiteren Schaden für den Fremdenverkehr auf die Fraueninsel hätten Sie zu verantworten.

Wir erwarten Ihre Antwort und verbleiben mit freundlichen Grüssen Ludwig Knapp, Geschäftsführender Vorsitzender Werner Eckl
, Sprecher

Pressemitteilung DIE LINKE. Traunstein

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