Auf der Suche nach einem „Göd“ fündig geworden

Freiwillige Feuerwehr Pietling zum Patenbitten bei der Kirchheimer Wehr

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Der Festausschuss mit Kommandanten und Vorstand, Bräu Hubert Strobl (grünes Hemd) und Bürgermeister Johann Schild beim Scheitlknien.

Fridolfing - So ein Glück aber auch für die Freiwillige Feuerwehr Pietling, dass sie ihre wichtige Versammlung zur Vorbesprechung zum 140-jährigen Jubiläum im August am Samstag im Gasthaus Gruber abhielt, wo sich just am selben Abend auch die Nachbarfeuerwehr aus Kirchheim zum Übungsabend traf. So fragten die Pietlinger die Kirchheimer, ob sie denn den „Göd“ zu diesem wichtigen Ereignis machen würden. Die Kirchheimer ließen sich aber lange bitten und sagten erst nach vielen Gastgeschenken, der Zusage von viel Freibier und dem obligatorischen Scheitlknien des Pietlinger Festausschusses samt Bürgermeister zu.

Die Kirchheimer („Wir halten unseren Übungsabend bei euch ab, weil unser Wirt immer so bald zusperrt“) mit ihrem Vorstand Josef Jäger zeigten sich etwas verwundert, dass die Pietlinger ihre Versammlung mit der Blaskapelle Fridolfing abhielten, aber der Pietlinger Kommandant Hans Schild erklärte, das mache man immer so. Die Kapelle mit Kapellmeister Georg Reitinger spielte flott auf, sodass sich zumindest die Frage nach der Festkapelle schnell erledigt hatte. Geklärt haben die Pietlinger auch bereits die Verpflegung mit Speis und Trank, was durch die Anwesenheit von Braumeister Hubert Strobl vom Hofbräuhaus Traunstein unterstrichen wurde. „Und bei uns gibt’s auch Brezen, unser Bäcker hat auf“, meinte Hans Schild schmunzelnd an die Adresse des in Kay wohnenden Tittmoninger Bürgermeisters Konrad Schupfner gerichtet, wo bei einem Fest die „Brezenaffäre“ für Aufregung gesorgt hatte.

Die Kirchheimer, die beim Gruberwirt eigentlich die UVV-Maßnahmen (Unfallverhütung) durchnehmen wollten, mussten sich von den Nachbarn einiges über ihr „Oldtimer“-Feuerwehrauto anhören, das nicht immer so anspringt wie gewünscht und für das ihnen die Pietlinger eine Abschleppstange schenkten: „Da kann euch der Bürgermeister mit seinem neuen Auto dann abschleppen.“

Vom Angebot der Pietlinger, die Kirchheimer einzugemeinden und ihnen ein Feuerwehrauto zu schenken, hielt der Bürgermeister jedoch gar nichts und es war sogar von einer Zollschranke in Abtenham die Rede. Als die Pietlinger dann die Nachbarwehr baten, beim Fest im August den „Göd“ zu machen, meinte Vorstand Jäger zunächst, das gehe nicht, weil man da beim Feuerwehrausflug auf „Malle“ sei. Dann versuchten die Pietlinger mit Ehrenkommandant Franz Jäger, die Feuerwehrler aus Kirchheim mit einer Runde Hochprozentigem aus Rumänien zu überreden. Aber auch das Feuerwehrauto in Tortenform, ein Fassl Kölsch („ein Preissnbier“), ein meterlanger Hefezopf und ein Korb mit frischgebackenen Krapfen (der Obermeier Peter erwischte komischerweise einen mit Senf) konnten die Nachbarn noch nicht umstimmen. Stattdessen verlangten sie von der Pietlinger Führungsspitze, ihre Einsatztauglichkeit unter Beweis zu stellen. Unter Anleitung des Kirchheimer Kommandanten Karl Berreiter mussten die Pietlinger Leinen werfen und Schläuche auswerfen und schließlich noch mit drei Strahlrohren und Schläuchen einen Luftballon, der an einem Verteiler angebracht war, aufblasen.

Als diese Aufgaben zur Zufriedenheit und mit viel Beifall erfüllt waren, brachten die Kirchheimer noch drei scharfkantige Holzscheite herein. Es half alles nichts: Die Mitglieder des Festausschusses, Schirmherr Bürgermeister Johann Schild und Bräu Hubert Strobl mussten nicht nur viel Freibier zusagen, sondern noch etliche weitere „Auflagen“ erfüllen, darunter die Zusage zu weiterer guter Nachbarschaft, das Abhalten eines gemeinsamen Eisschießens, den Besuch beim Kirchheimer Maibaumfest, ein eigenes „Häusl“ für die Patenwehr beim Fest und eine Einladung zum Kaffeetrinken bei der Pietlinger Patenbraut Verena Lenz. Als die Scheitlknier alle diese Dinge versprochen hatten, ließen sich die Kirchheimer endlich erweichen und sagten die Patenschaft zu, nicht ohne gleich ihre Patenbraut Kathrin Winkler vorzustellen.

Zu schmissiger Musik der Fridolfinger Blaskapelle saßen die Feuerwehren und ihre Gäste, darunter die Ehrenmitglieder und die Festbräute der früheren Jubiläen, noch lange gemütlich beisammen und stießen auf ein gutes Gelingen des Festes vom 10. Bis 14. August an.

Pressemitteilung Feuerwehr Pietling

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