Wasserverlusten auf den Grund gehen

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An drei Durchflussschächten an der Eggstätter Straße, nahe des Sportplatzes und beim alten Pumpwerk nördlich von Wolfsberg wird die Gemeinde Messgeräte einbauen, um den großen Wasserverlusten im kommunalen Leitungsnetz auf die Spur zu kommen. Die alte Leitung zwischen Sportplatz und altem Pumpwerk wird demnächst erneuert, ebenso ein Teilabschnitt im Ortskern.

Breitbrunn - Bis zu 50 Prozent des frischen Wassers, das durch die unterirdischen Leitungen fließt, kommt nicht in den Häusern an. Die Kommune will nun gegen die Verluste angehen.

In der sehr gut besuchten Bürgerversammlung beim "Koniwirt" stellte Bürgermeister Hans Thalhauser die Planungen vor. Gut 350.000 Euro netto gibt die Kommune nach seinen Angaben heuer für Maßnahmen gegen die Wasserverluste aus.

An drei Stellen - an der Eggstätter Straße im Ortskern, nahe des Sportplatzes und in der Nähe des alten Pumpwerks, nördlich von Wolfsberg, werden Schächte gegraben, um sogenannte Durchflussmesser einzubauen. Sie sollen mit einer Art Kommandozentrale im Bauhof vernetzt werden, um dort einen Überblick zu bekommen, wo wie viel Wasser im Erdreich versickert.

Außerdem erneuert die Gemeinde eine über 400 Meter lange Leitung zwischen Sportplatz und altem Pumpwerk. Thalhauser erläuterte, dass dabei ein modernes Verfahren angewendet werden soll, um nicht auf der gesamten Länge das Erdreich ausheben zu müssen. Die über 30 Jahre alte Leitung, deren geklebte Muffen zwischen den einzelnen Rohrteilen sich immer wieder lösen würden, werde mit einer Art Keil gesprengt und die neue Leitung abschnittweise eingezogen.

Die Wasserversorgung war auch noch aus einem anderen Grund Thema der Versammlung. Seit vielen Jahren plant die Gemeinde auf Drängen des Wasserwirtschaftsamtes an einer Neuordnung und Vergrößerung ihres Wasserschutzgebietes, weil sie für die Zukunft mit steigenden Verbrauchszahlen rechnet. Eine große Fläche zwischen den Ortsteilen Unterkitzing, Haus und Mooshappen soll zusätzlich als Schutzgebiet ausgewiesen werden. Die Verhandlungen mit der Aufsichtsbehörde gestalten sich offenbar schwierig, denn die Kommune möchte negative Auswirkungen auf die Landwirte, deren Flächen von der Ausweitung erfasst werden, verhindern.

Gute Nachrichten hatte Thalhauser von Breitbrunns vielleicht bekanntester Wasserfläche neben dem Chiemsee, dem Dorfweiher unterhalb der Pfarrkirche. Nach jahrelangen Problemen habe das Algenwachstum durch den Einsatz von biologischem Steinmehl ohne chemische Mittel erfolgreich eingedämmt werden können. Zusätzlich sei der Wasserpegel um etwa zehn Zentimeter angehoben worden, sodass sich das Wasser weniger stark erwärmt und das Algenwachstum so gebremst wird.

Auf Eis liegt nach Angaben des Bürgermeisters momentan der angestrebte Anschluss von Ortsteilen im Nordwesten der Gemeinde an die Kanalisation. Zwar sei das Vorhaben nach positiver Prüfung der Wirtschaftlichkeit in ein Förderprogramm aufgenommen worden.

Weil die Zusage der Zuschüsse und vor allem deren zeitnahe Ausschüttung aber ungewiss sei, werde die Gemeinde keinen vorzeitigen Baubeginn beantragen, um nicht Gefahr zu laufen, die hohen Kosten auf unbestimmte Zeit vorfinanzieren zu müssen.

db/Chiemgau-Zeitung

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